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31. Okt 2014

Barbara Kotzulla

Archiv

Kochen ohne Knochen: Vegane Küche leicht gemacht

-ARCHIV-

Das OX-Kochbuch 5 mit mehr als 200 veganen Punk-Rezepten

Vegane Küche: Überraschend vielfältig und einfach

Nach vier vegetarisch-veganen Kochbüchern veröffentlichten die Autoren Uschi Herzer und Joachim Hiller nun ihr erstes komplett veganes Ox-Kochbuch. "Kochen ohne Knochen – Das Ox-Kochbuch 5" vereint mehr als 200 vegane Rezeptideen engagierter Veganer – inklusive ihrer Musiktipps fürs Punk-Kochen.

Das neuste Ox-Kochbuch versorgt Interessierte aber nicht nur mit Kochvorschlägen, sondern bietet vom "Einmaleins der veganen Ernährung" bis hin zur Anleitung "Seitan selbst gemacht" einen Rundumschlag zum Thema tierproduktfreies Essen.

"Es ist gar nicht schwer, sich vegan zu ernähren," erzählt Herausgeber Joachim Hiller. "Ja, es ist eine Umstellung, aber die ist ja keine negative, sondern eine positive Erfahrung. Man muss von so negativen Begriffen wie 'Verzicht' und 'Ersatz' wegkommen, es als Herausforderung ansehen, sich mit seinen eingefahrenen Kochgewohnheiten zu beschäftigen."

Herausgeberin Uschi Herzer ergänzt zum Kochbuch: "Wir haben für uns nie in Anspruch genommen, 'richtige' Köche zu sein. Wir essen einfach gerne und gut und oft muss es schnell gehen. Und so sind auch unsere Rezepte. Aus der Praxis für die Praxis und meist ohne Fotos. Für mich war bei all unseren Kochbüchern immer immens wichtig, dass wir Menschen zum Kochen motivieren, die sich nicht recht trauen oder denken 'Ich kann das nicht!' Zu vermitteln, dass das Kochen gar nicht so schwer ist und dazu noch Spaß machen kann, ist für mich das zentrale Thema."

Tatsächlich sind die Rezepte in "Kochen ohne Knochen – Das Ox-Kochbuch 5" überraschend vielfältig. Es gibt scheinbar nichts, was es man nicht auch in einer schmackhaften, veganen Variante kochen könnte: Von Eintopf über Curry-Gerichte bis hin zu Tofu paniert à la Fischstäbchen ist alles vertreten. Und auch wer denkt, dass eine vegane Küche zu aufwändig wäre, wird sich hier eines Besseren belehren lassen müssen.

Doch, was bedeutet eigentlich vegan?

"Du bist vegan? Was isst du denn?" – Mit dieser Frage sehen sich Veganer oft konfrontiert. Dabei ist es mit der veganen Ernährung gar nicht so kompliziert, wie mancher "Fleischesser" meint.

Vegan zu leben bedeutet, komplett auf tierische Produkte zu verzichten. Sprich: Eier, Milch, Käse, Honig, Fleisch, Fisch und Gelatine (Weingummi!) werden vom Speiseplan gestrichen. Prinzipiell gibt es aber für jedes nichtpflanzliche Produkt eine Alternative. 

Eine vegane Ernährung bedeutet demnach auch eine grundsätzliche Umstellung der Ernährung. Ein schneller Besuch im Fast Food-Restaurant ist ebenso tabu wie das kiloweise vertilgen von Käse und Käseprodukten. Auch Ox-Kochbuch-Autorin Uschi Herzer fiel diese Umstellung anfangs nicht leicht: "Käse war lange Zeit unser Verhängnis. Ich habe irgendwo gelesen, dass der im Gehirn angeblich ähnlich wirkt wie eine Droge und es einem deshalb so schwerfällt, davon zu lassen. Ich habe lange Zeit Veganismus vor allem mit dem Verzicht auf Käse verbunden, dass ich das jetzt nicht mehr darf, dass mir jemand etwas wegnimmt. Und das passte nicht mit meiner Idee von 'Essen mit Genuss' zusammen."

Doch wer auf eine abwechslungsreiche vegane Ernährung achtet und seinen täglichen Speiseplan vielseitig gestaltet, wird weder auf den Genuss verzichten, noch seine Gesundheit riskieren. Die Gießener vegetarisch-vegane Lebensmittelpyramide (Download: www.ox-fanzine.de/vegpyramide) hilft bei der Orientierung. Dabei ist es ganz einfach: Viel frisches, regionales und saisonales Obst und Gemüse sollten in der Speisekammer eines Veganers landen, dazu Vollkornprodukte, Nüsse und Lebensmittel die reich an Vitamin B12 und Omega-3-Fettsäure (Speiseöl) sind.

Den "typischen" Veganer gibt es nicht. Jeden Veganer haben andere Aspekte – ökologische, tierschutzrechtliche, gesundheitliche oder kulinarische – zu einer Ernährungsänderung bewogen. Das Allzweckkochbuch "Kochen ohne Knochen – Das Ox-Kochbuch 5" hat das Potenzial, noch weitere Menschen zum Umdenken in der Küche zu bewegen.

Weitere Infos zu den Ox-Kochbüchern findet ihr im Internet unter www.ox-fanzine.de. Weitere Infos zum veganen Lebenstil gibt's u.a. auf www.kochenohneknochen.de


Leckere Rezeptideen aus dem "Ox-Kochbuch 5"

Über 200 Rezepte stecken in "Kochen ohne Knochen – Das Ox-Kochbuch 5". UNICUM hat drei Kochvorschläge für euch herausgesucht:

Mein Gott, es schmeckt wie Käsesauce!
für 2 Personen, von Tina Menzel/koernerfressershop.de

250 g Nudeln
1 Knoblauchzehe
125 ml Sojasahne
veganer Käse (z.B. No-Muh)
Salz, Pfeffer
(TK-)Petersilie
veganer Parmesan (z.B. Florentino Parmazano)

Zunächst Knoblauchzehe in Scheiben schneiden, von dem veganen Käseblock etwa 1 cm abreiben.
Nudeln aufsetzen und in der Zwischenzeit Olivenöl in einem kleinen Topf erhitzen. Knoblauchscheiben in dem Olivenöl andünsten und dann (dafür den Topf leicht kippen) frittieren, bis sie sich bräunlich verfärben. Wenn sie zu dunkel werden, kann man sie später noch aus der Sauce fischen.
Sojasahne zugeben und kurz aufkochen. (Vorsicht: spritzt vielleicht). Veganen Käse zugeben und unter Rühren etwa 2 Min. kochen, bis der
Käse leicht schmilzt. Sauce mit einer winzigen Prise Salz, Pfeffer und wenig gehackter Petersilie würzen und vom Herd nehmen.
Nudeln abgießen und sofort mit der Sauce verrühren. Mit Parmesan bestreuen und genießen.

Lecker ist auch die Zucchini-Variante: Einfach eine halbe Zucchini reiben und nachdem der Käse leicht geschmolzen ist, noch etwa 2-3 min in der Sauce mitköcheln lassen.

Mahmouds Mamas Kohlrouladen
für 5 Personen, von Anja Falkenberg

125 g Sojaschnetzel
2 Zwiebeln, gehackt
2 Stängel Minze
1/2 Bund Petersilie
je 1 gestrichener TL Kumin, Paprika süß und Koriander
je 1/2 TL Chili und Kurkuma
2 EL Sojamehl
6 EL Wasser
3 EL Tomatenmark
Salz, Pfeffer
1/2 l Brühe
1 Weißkohl bzw. 10 Blätter davon
1 kleine Dose Tomaten (ganze, geschält)
Gemüsebrühe

Sojaschnetzel nach Packungsbeilage mit heißer Gemüsebrühe aufgießen und nach der Quellzeit die Flüssigkeit durch ein Tuch ausdrücken (damit man die Hände am nächsten Tag noch benutzen kann, empfiehlt sich als Hitzeschutz dabei einen Handschuh anzuziehen).
1,5 Zwiebeln zusammen mit dem Sojahack anbraten, bis dies eine dunkle Farbe bekommt. Das Hack mit Kräutern, Gewürzen, Tomatenmark, Sojamehl und Wasser zusammenmischen.
Den Weißkohl ca. 3-5 cm vom Strunk aus rundrum anschneiden, damit man die Blätter lösen und den lästigen Strunk am Kohl lassen kann. Die Blätter dann 3 Min. in heißem Salzwasser brodeln lassen, damit sie weich werden. Rausfischen und abtropfen lassen.
Die Hackmasse auf die Blätter verteilen, die Ränder einschlagen und zu Rouladen formen. Wer will, kann mit Mühe Küchengarn drumwickeln. Kann man aber auch lassen, dann geht’s auch nachher schneller mit dem Essen.
In der Pfanne die restliche Zwiebel (1/2, wer mitgezählt hat) anbraten und mit den Tomaten angießen. Etwas Gemüsebrühe dazu und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Rouladen mit der Naht nach unten in die Tomatensauce legen und ca. 45 Min. leise köcheln lassen. Voilà – fertig sind die Kohlrouladen, wie sie Mahmouds Mama macht.

Dazu gibt es Reis oder Bulgur oder nix, weil es alleine schon gut genug schmeckt. Eine Sauce aus Soja-Joghurt mit Minze, Zitrone, Salz und Pfeffer kann das Ganze noch abrunden. Statt Weißkohl kann man auch Wirsing oder Chinakohl nehmen.

Mousse au Chocolat
für 2 Personen, von Uschi Herzer

200 g Seidentofu (Keinen normalen Tofu nehmen, denn das gibt nur Frust, weil es nicht schmeckt!)
1 Päckchen Vanillezucker
75 g Zartbitterschokolade (Ich nehme gerne "Nirwana Noir mit Trüffelfüllung" von Rapunzel, weil die nicht so bitter schmeckt und eine Nusscreme als Füllung hat)
Wer vegane Schlagsahne schon offen im Kühlschrank hat, kann da auch noch ein paar Löffel (aufgeschlagen natürlich!) unterheben.

Die Schokolade zerbröckeln und im Wasserbad langsam schmelzen lassen.
Parallel dazu schmeißt ihr den Seidentofu in den Mixer und matscht schon mal vor. 1-2 min auf der Turbostufe und gut is’.
Wenn die Schokolade geschmolzen ist, gebt ihr sie ebenfalls in den Mixer, V-Zucker dazu und nochmal gut durchmixen. Dann ab damit in vier dekorative Gläser und für 3-4 Std. in den Kühlschrank.

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