Gap year
Nach dem Bachelor erstmal eine Auszeit! Oder doch direkt weiter? | Foto: Thinkstock/shironosov

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21. Okt 2015

Denise Haberger

Gap Year & Co.

Gap Year: Mut zum Lückenjahr

Die Auszeit zwischen Bachelor und Master

1. Wann sollte es losgehen?

Die wichtigste Frage zu Beginn: Wann willst du die Auszeit nehmen? Noch während des Bachelorstudiums, also bevor du die Prüfungen ablegst? Nimmst du Urlaubssemester? Oder startest du das Gap Year, wenn du das Bachelor-Zeugnis in der Hand hältst? Alles sind legitime Möglichkeiten, die allerdings Auswirkungen auf Dinge wie Krankenversicherung oder BAföG haben können. Ganz wichtig: Erkundige dich frühzeitig über Bewerbungsfristen für deinen Masterstudiengang.

2. In welchen Fällen macht eine Auszeit überhaupt Sinn?

Wer mit seinem Lückenjahr bei der Jobsuche punkten will, sollte eines beachten: "Bewerber müssen erklären können, warum sie sich für diese besondere Station entschieden haben", erklärt Ursula Schütze-Kreilkamp, Vize-Präsidentin des Bundesverbands der Personalmanager, "wer einfach nur einem Modetrend nachjagt, kann häufig nicht überzeugen." Personaler schauen laut Schütze-Kreilkamp beim Gap Year genauer hin und prüfen, wie die Auszeit ins Konzept des Bewerbers passt.

Was besonders Eindruck macht, hängt vom Unternehmen ab und könne daher pauschal nicht beantwortet werden, so die Expertin. Und sie sagt weiter: "Wer offen zugibt, das Jahr für Abenteuer zu nutzen oder um die Welt zu sehen, kann ebenso punkten wie jemand, der sich freiwillig engagiert oder Praktika absolviert hat."

3. Fliege ich aus der Krankenkasse?

Wer studiert, ist meist bei der Krankenversicherung eines Elternteils mitversichert oder ab dem 26. Lebensjahr Pflichtmitglied in der studentischen Krankenversicherung (KvdS). Legst du für dein Gap Year ganz offiziell ein Urlaubssemester ein, so bist du auch weiter familienversichert oder KvdS-Mitglied. Das gilt bei Auslandsaufenthalten, Praktika oder Ehrenämtern gleichermaßen. Nicht das, was du machst, ist ausschlaggebend, sondern der Studentenstatus.

"Mit der Exmatrikulation verfallen diese Möglichkeiten allerdings und man muss sich freiwillig krankenversichern", erklärt Florian Lanz vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen. Wer Praktika absolviert oder Freiwilligendienst leistet, gilt meist als Arbeitnehmer und wird über den Arbeitgeber versichert.

4. Verliere ich mein BaföG?

Ein Gap Year ist laut Nicolai Preuße vom Deutschen Studentenwerk generell nicht förderungsfähig: "Die Zeit zwischen Bachelor und Master wird nur gefördert, wenn die Lücke nicht mehr als einen Monat beträgt. Ansonsten bekommt man kein BAföG." Auch wer für die Auszeit ein oder zwei Urlaubssemester einlegt, bekommt währenddessen nichts. Es sei denn, man nutzt sie, um im Ausland zu studieren, dann kann es Auslands-BAföG geben.

Urlaubssemester werden hinten wieder drangehängt, sodass es keine Probleme mit der Förderungshöchstdauer gibt. "Diese orientiert sich an der Regelstudienzeit und Urlaubssemester werden nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet", erklärt Preuße. Angst, dass du das BAföG nach dem Gap Year nicht mehr bekommst, brauchst du nicht zu haben: Ein aufbauender Master wird trotz Pause gefördert – egal wie lange sie dauert. Allerdings musst du die Altersgrenze von 35 Jahren beachten.

5. Gibt es im Gap Year Kindergeld?

Grundsätzlich gilt: Studenten bekommen Kindergeld, bis sie 25 werden. Wer sich allerdings eine Auszeit zwischen Bachelor und Master gönnt, um Praktika zu absolvieren oder die Welt zu bereisen, bekommt in dieser Zeit kein Kindergeld. Erst wieder, wenn das Studium weitergeht. Die Ausnahme von der Regel: "Studenten, die ihr Gap Year beispielsweise mit einem freiwilligen sozialen Jahr verbringen, bekommen auch während dieser Zeit Kindergeld", sagt Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit.


InfoKarriere-Tipp: Fünf auf einen Streich

Wer die einjährige Auszeit nutzen will, um Praktika zu machen, für den haben Allianz, Bertelsmann, Henkel, McKinsey und Project A Ventures ihr gemeinsames Gap-Year-Programm ins Leben gerufen. Das Programm beinhaltet zwei bis drei Praktika bei den  Unternehmen. Bei welchen, kannst du dir aussuchen. An einem Auswahltag wird entschieden, welcher der Bewerber ins Programm kommt.

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Deine Meinung:

Veröffentlicht am 21. Aug 2016 um 15:44 Uhr von JasonRT

Ich habe gehört, dass es schwierig oder sogar unmöglich ist ein Praktikum nach dem Bachelor Studium zu machen. Stimmt das? Vielen Dank! Viele Grüße, Jason

Hallo Jason, warum soll es unmöglich sein, nach dem Studium oder dem Bachelor-Abschluss ein Praktium zu machen? Viele Unternehmen sind auf diese Zielgruppe eingestellt und so mancher ist aus dem Praktikum in eine Festanstellung gekommen. Die Redaktion