Schatz nimm du sie Film
Für Toni und Marc ist es einfach nicht mehr wie früher... | Foto: Wild Bunch Germany

Promis & Interviews

07.02.2017

Carolin Kebekus Interview

Carolin Kebekus: "Als Frau möchte man schon, dass einen alle lieb haben"

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16. Feb 2017

Sandra Ruppel

Filme

"Schatz, nimm du sie": Carolin Kebekus erobert die Kinoleinwand!

Kebekus zur Feuerprobe bitte!

UNICUM: Carolin, in "Schatz, nimm du sie“ spielst du die Karrierefrau und Mutter Toni, die sich gerade von ihrem Mann Marc trennt – eigentlich soll die Trennung harmonisch laufen, weil aber beide ein Jobangebot im Ausland bekommen, entbrennt schnell ein Kampf darum, wer die Kinder nehmen und damit zu Hause bleiben muss. Es ist deine erste Kinohauptrolle, warst du aufgeregt?
Ja, ich war schon aufgeregt. Ich wusste aber, dass die Rolle mir nicht so schwerfallen wird, weil es kein abstrakter Charakter ist. Toni ist einfach eine taffe Frau, eine Mutter, die ihren Weg gemacht hat. Sie hat studiert, ist Ingenieurin, leitet einen Windpark und zieht nebenbei noch zwei Kinder groß. Sie ist eine Frau, wie ich sie auch aus meinem Freundeskreis kenne. Es war eine super coole Erfahrung und selbst wenn sich den Film keiner anguckt, für mich wird er immer gut in Erinnerung bleiben.

"Schatz, nimm du sie" ist eine Komödie. Eigentlich kennst du dich mit Comedy ja bestens aus – aber gab es trotzdem eine Szene, die besonders herausfordernd für dich war?
Ja, mehrere. Es gibt ganz ernste, emotionale Szenen, die man nicht blöd spielen darf, die kann man einfach nur echt spielen. Aber es gab auch eine ganz krasse Szene, wo wir durchs Feuer rennen mussten. Ich dachte ja, die Flammen werden einfach hinterher am PC reinmontiert, aber irgendwann kam ich am Set an und dachte: "Was ist das für ein Balken hier?" Und da hieß es, dass das gleich alles angezündet wird. Du wirst dann mit so einer Paste eingeschmiert, damit du nicht verbrennst – und dann heißt es "Jetzt lauf mal durch, durchs Feuer!" Wenn du aber auch nur einen Zentimeter zu weit links oder rechts stehst und eine Flamme an dich rankommt, dann bist du froh, dass du dieses Zeug drauf hast!

Hast du durch die Dreharbeiten Lust bekommen, weiterzumachen?
Ich würde super gerne mehr Filme machen! Es ist aber so, dass es für Frauen nicht unbedingt gute Geschichten gibt. Und das ist jetzt tatsächlich die erste Geschichte, bei der ich dachte, die ist cool und nicht so alltäglich. Und die Frau ist hier nicht nur Stichwortgeber, rennt im kurzen Röckchen nebenher und ist ab der dritten Szene auch mal nackt zu sehen, sondern diese Frauenrolle hat wirklich Tiefe.

Musstest du dich denn für den Film ausziehen?
Es gibt eine leidenschaftliche Szene (grinst) – die man ja aber auch nicht nackt spielen muss! Also man vermutet schon, dass die wahrscheinlich keine Klamotten mehr anhaben – aber das muss man ja nicht sehen. Obwohl sich sicherlich alle gefreut hätten. Besonders am Set. Axel Stein ist extra länger dageblieben.

Max Mutzke und Clueso sind auch mit an Bord!

Ist dir das Schauspielern schwerer gefallen, als auf der Bühne zu stehen?
Nein – es sind einfach andere Umstände. Wenn ich auf die Bühne gehe, dann spiele ich zwei Stunden am Stück und sage teilweise einfach das, was mir grade einfällt. Natürlich habe ich auch feste Texte, aber man kann trotzdem sehr spontan sein. Beim Dreh ist man viel eingeschränkter, man muss dieselbe Situation immer wieder herstellen. Die Kamera wird verschoben und man wird von der anderen Seite gefilmt und dann muss man es nochmal genauso machen, sonst passt es später nicht zusammen. Selbst, wenn man später eine lustigere Idee hat, wie man es spielen könnte. Aber es hat trotzdem unglaublich viel Spaß gemacht, wir waren ein ganz tolles Team. Es sind ganz viele Energien zusammengekommen, die sich dann plötzlich gegenseitig befruchtet haben.

Das gilt auch für den Titelsong, den Max Mutzke gemeinsam mit Clueso geschrieben hat. Die beiden haben uns ein Video davon geschickt, wie sie nachts um vier noch bei Clueso am Küchentisch sitzen – oberkörperfrei – und wo Max den Song einsingt. Als wir den Song mit dem Team gehört haben, sind wir alle ausgerastet, weil wir den so gut fanden. Ein Brett.



Schatz, nimm du sie: Worum geht's?

Obwohl die Beziehung zwischen Toni (Carolin Kebekus) und Marc (Maxim Mehmet) während der Uni ziemlich rasant, hitzig und aufregend ist: 16 Jahre, ein fancy Haus und zwei Kinder später ist davon nicht mehr sehr viel übrig. Die Luft ist raus. "Wir streiten uns ja nicht mal mehr!" finden die beiden und beschließen, dass es deswegen jetzt an der Zeit ist, sich zu trennen. Denn ein Pärchen, bei dem nichts Neues mehr passiert, wollten die beiden nie werden.

Trotzdem soll die Trennung aber voll harmonisch ablaufen, denn irgendwie mögen sie sich ja schon noch gerne, und das Seelenheil der beiden Kinder Emma (Arina Prokofyeva) und Tobias (Arsseni Bultmann) gilt es schließlich auch zu bewahren. Da es bei Scheidungen aber in den allermeisten Fällen eben nicht so läuft, wie man sich das vorgestellt hat, grätscht das Timing dem Power-Paar, das keines mehr sein will, nochmal richtig rein: Nicht nur Arzt Marc bekommt das Angebot, beruflich für eine Weile nach Haiti zu gehen (zusammen mit der attraktiven neuen Kollegin Marion alias Patricia Meeden), sondern auch Toni soll für ihren Job ins Ausland. Die Ingenieurin soll für ihre Firma einen Windpark auf Malta aufbauen.

Ab ins Ausland!

Sowohl Marc als auch Toni haben auf die Chance, für den Job ins Ausland gehen zu können, hart hingearbeitet. Beide wollen der Möglichkeit gerne nachgehen. Die Frage ist dabei nur: Wohin mit den Kindern? Die Lösung: Das sollen Emma und Tobias einfach selbst entscheiden! Das Elternteil, das die beiden auswählen, bleibt zurück und muss den neuen Job absagen – Grund genug für Toni und Marc, alles zu tun, um die Kinder möglichst zu vergraulen.

Mit den abenteuerlichsten Tricks versuchen die Eltern die Kinder davon zu überzeugen, dass der jeweils andere Erziehungsberechtigte die bessere Wahl ist. Schnell entspinnt sich ein Kleinkrieg, bei dem sich keiner etwas schenkt – und bei dem die Kinder schließlich ihre ganz eigenen Konsequenzen ziehen.



Ein ganzer Schwung alter Bekannter

Dass bei den Dreharbeiten und im Team gute Stimmung geherrscht haben, glaubt man Carolin Kebekus sofort. Für "Schatz, nimm du sie" wurde eine ganze Reihe der üblichen Verdächtigen aus der deutschen Film- und Comedyszene zusammengetrommelt: An Kebekus Seite spielen nicht nur Maxim Mehmet, Jasmin Schwiers, Axel Stein und Ludger Pistor, sondern auch Anette Frier, Serdar Somuncu oder Dietrich Hollinderbäumer lassen es sich nicht nehmen, zumindest in einer kleinen Nebenrolle aufzutreten, und sich ins Filmgeschehen einzumischen.

Und bei allen lustigen Tricks, die sich die Eltern einfallen lassen, um die Kinder zu vergraulen, bei allem Augenzwinkern, bei allen albernen Momenten – braucht es wirklich die Nahaufnahme vom Spinat zwischen Ludger Pistors Zähnen? Und muss man im Streit wirklich den Hamster mit der Pfanne an die Fensterscheibe klatschen? Es wird doch auch eine wichtige Frage verhandelt: Nämlich die, wer in einer Partnerschaft bei dem Versuch, Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen, zurückstecken muss oder sollte. Und ob es nicht manchmal auch eine Lösung gibt, bei der alle auf ihre Kosten kommen. Zumindest, sofern man es schafft, als Familie und Team zusammenzuarbeiten.


UNICUM Film-Tipp

Carolin Kebekus FilmSchatz, nimm du sie!

Komödie, Deutschland 2016

Regie: Sven Unterwaldt

Darsteller u. a.: Carolin Kebekus, Maxim Mehmet, Jasmin Schwiers, Axel Stein

Verleih: Wild Bunch

Kinostart: 16. Februar 2017

Mehr Infos unter: wildbunch-germany.de/schatz-nimm-du-sie und facebook.com/schatznimmdusie/

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