Richtig zitieren
Wer hat was gesagt? Das sollte in der Hausarbeit deutlich werden | Foto: Thinkstock/LarsHallstrom
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04. Jul 2014

UNICUM Onlineredaktion

Schreibwerkstatt

Folge 8: Richtig zitieren in der Hausarbeit

Richtig zitieren in Abschlussarbeiten

Zunächst ist es hilfreich, sich vor Augen zu führen, was wissenschaftliches Arbeiten überhaupt bedeutet: Forschung ist eine Art Mosaik – jeder liefert ein Steinchen für ein großes Bild. Das heißt: Man muss sich mit der Forschung auseinander setzen; eine vorhandene Meinung kann man sich zu eigen machen oder sich davon abgrenzen. Die fremden Anteile müssen jedoch auf jeden Fall gekennzeichnet werden. Solche Zitate oder Verweise stellen Bezüge zu vorhandenem Wissen her.

Dabei muss stets klar sein, um wessen Position es geht: Ist es nicht der eigene Gedanke, muss referiert werden. Zum Beispiel: "XY ist der Meinung, dass..." oder "XY entschlüsselt den Begriff Z so und so...".

Eine andere Möglichkeit ist das wörtliche Zitieren, beispielsweise bei Definitionen, die ich später auch verwenden möchte, oder bei Argumenten, auf die ich mich beziehen möchte. Wörtliche Zitate sollten nur dann verwendet werden, wenn sie wirklich einen Zweck erfüllen und in die eigene Argumentation eingebunden werden. Und: Alle Fundstellen müssen durch vollständige Quellenangaben belegt werden.

Unterschiede zwischen den Fächern

Das gilt auch für Zitate aus dem Internet – hier ist es nötig, Näheres über den Autor zu recherchieren. Da sich das Internet rasant ändert, immer die genaue Adresse, das Lesedatum sowie das letzte Änderungsdatum der Seite benennen. Achtung: Gerade im Netz sollte man sich nur auf verlässliche Quellen stützen. Und werden im Internet Fundorte angegeben, muss man zur Sicherheit immer nachrecherchieren.

Wie letztlich formal zitiert werden muss, ist von Fach zu Fach verschieden. Eines ist jedoch in jedem Fach gleich: Fremde Gedanken müssen gekennzeichnet werden. Ein Tipp: Schon beim Exzerpieren und beim Rohtext-Schreiben die genauen Fundorte mit allen bibliographischen Angaben dazu schreiben. Das (er-)spart später viel Sucherei und somit auch Zeit!

Insgesamt gilt: Die Arbeit sollte immer mehr sein als eine bloße Ansammlung fremder Standpunkte. Vielmehr muss das Eigene im Vordergrund stehen. Die Kernaussagen müssen individuelle sein. Wichtig ist, dass Zitate nicht für sich stehen – in einer wissenschaftlichen Arbeit muss man Stellung dazu beziehen. Selbst eine Hausarbeit ist nicht nur eine bloße Wiedergabe von Forschungsmeinungen und Materialien; der Schreibende soll mit seiner eigenen Schreibstimme, seiner eigenen Sichtweise und seiner eigenen Struktur hervor treten. Eine Aneinanderreihung von Zitaten ist keine echte Eigenleistung – niemand ist beeindruckt ob der vielen Anführungszeichen.
 

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