Angst vor dem weißen Blatt
Die ersten Schritte sind immer die schwersten, gerade bei der Hausarbeit | Foto: Thinkstock/triocean

Hausarbeit & Co.

 

Schreibblockade

Tipps gegen Schreibblockaden

So kommst du in den Schreibfluss!

Der Stift scheint auf dem Papier festgefroren, der Blick klebt auf blankem Weiß. Die Worte wollen einfach nicht aufs Blatt: Typischer Fall von akuter Schreibblockade.

Autorenbild

04. Jul 2014

UNICUM Onlineredaktion

Schreibwerkstatt

Teil 5: Die Angst vorm weißen Blatt

Wer hat Angst vorm leeren Word-Dokument?

Schreibblockaden entstehen oft, wenn die Ansprüche an sich und den Text zu hoch sind. Oder, wenn man sich in Details verstrickt. Beides zeigt sich häufig dann, wenn nach der Planungsphase das eigentliche Schreiben ansteht. Zunächst einmal sollte man sich klar machen, dass der Erstentwurf nicht umsonst so heißt: Es ist ein erster Entwurf, ein so genannter Rohtext, der später noch wie ein Diamant geschliffen werden muss.

Die ersten Textversionen richten sich noch nicht an die späteren Leser (oder an den Professor), sondern dienen vielmehr dazu, dass die Arbeit für den Schreibenden mehr und mehr an Form und Klarheit gewinnt. Soll nämlich etwas aufgeschrieben werden, zeigen sich inhaltliche Probleme. Somit dient der Rohtext auch einer inhaltlichen Schärfung und einer gedanklichen Ordnung.

Das Wichtigste in dieser Phase ist, überhaupt etwas zu Papier zu bringen. Schreiben ist ein äußerst komplexer Vorgang – hier und da kann es haken. Sollte das der Fall sein, muss man schauen, wo das Problem genau liegt:

  • Vielleicht stimmt die Struktur der Arbeit noch nicht?
  • Habe ich selber etwas nicht verstanden?
  • Fehlt mir noch Material?
  • Setze ich mich zu sehr unter Druck?
  • Habe ich Zeitprobleme?
  • Lenken mich andere Dinge ab?

Schreibarbeit ist wie ein Büffet: Die richtigen Häppchen machen's

All diese Faktoren wirken auf den Schreibprozess. Nicht vergessen: Für Rohtexte sollte man viel Zeit – und ebenso wichtig: Pausen – einplanen. Der Zeitplan muss realistisch sein. Wer nicht den Überblick verlieren will, sollte die Schreibarbeit portionieren: Kleine Häppchen sind besser verdaulich. Und wie an einem Büffet muss man nicht mit der ersten Speise – also der Einleitung oder dem ersten Kapitel – beginnen. Eine gute Gliederung und ausreichende Planung erlauben es zum Beispiel, mit zentralen Textstellen zu starten. Oft ergeben sich daraus die anderen.

Unbedingt sollte man sich von dem Gedanken frei machen, dass der Text direkt druckreif sein muss. Im Gegenteil: In dieser Phase geht es nur um einen Text, der nur für den Schreibenden selbst bestimmt ist. Daher ist es durchaus erlaubt und für viele leichter, in der Ich-Form zu schreiben. Alle Formalia kommen später. Das nimmt die Angst und die "Ehrfurcht" vor dem Text. Manchem hilft es, Texte erst einmal laut zu sprechen und dann genau so aufzuschreiben. Schreiben wie man spricht eben. Es reicht bei Rohtexten, ganz einfach zu formulieren. Sich hier an einzelnen Worten festzubeißen, frustriert nur und raubt unnötig wertvolle Zeit. Rohtexte sollen nicht sofort umgeschrieben werden, ansonsten besteht die Gefahr, dass man sich schnell verzettelt.

Wer den Geist "Hausarbeit" oder "Bachelorarbeit" so gar nicht aus dem Kopf bekommt, kann auch die Textgattung wechseln: Warum nicht Teile der Arbeit zunächst als E-Mail oder Brief an einen Freund schreiben? Oder erst einmal einfach aufschreiben, was man in dem Kapitel machen möchte. Sollte sich die Schere im Kopf dennoch immer wieder melden, kann man auch kurzzeitig ganz aus der Arbeit aussteigen und ein (schriftliches) Interview mit dem inneren Zensor führen. Das kann entlasten und den Weg frei machen fürs Weiterschreiben. Die folgende Schreibarbeit kann dann gut mit zehn Minuten Freewriting eingeleitet werden, das heißt, zehn Minuten schreiben ohne abzusetzen und ohne das Geschriebene noch einmal zu lesen. Durchstreichen verboten! Dieses "Automatische Schreiben" überlistet das leere Blatt sehr wirkungsvoll und zeigt, wie viel Text in kurzer Zeit produziert werden kann.

Schreibblockade! Wenn gar nichts mehr geht ...

Manchmal fließt das Schreiben am gewohnten Arbeitsplatz einfach nicht. Hier kann ein Ortswechsel hilfreich sein: Wenn es im WG-Zimmer nicht klappt, funktioniert es vielleicht in der Uni-Bibliothek am Laptop, im alten Kinderzimmer bei den Eltern oder im Café.

Oft hilft es auch, den Computer mal stehen zu lassen und mit der Hand zu schreiben - am besten in ein Heft, damit keine Seite verloren geht. Beim Abtippen kann dann schon eine erste Überarbeitung statt finden. Überarbeitet werden die Texte erst mit einigem Abstand.

 

Schreibwerkstatt

Artikel-Bewertung:

3.03 von 5 Sternen bei 175 Bewertungen.