Freunde finden im Studium
Gemeinsam macht das Studium einfach mehr Spaß! | Foto: Thinkstock/viewapart
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28. Jul 2015

Ann-Christin Kieter

Freundschaft

Freunde finden an der Uni

Gemeinsam durch das Studium

Wo lernt man am besten neue Leute kennen?

Freundschafts-Experte Martin Hecht: "Meine Erfahrung ist, dass man in der Disco keine Freunde findet. Ich glaube ohnehin, es wäre ein Fehler zu sagen: Heute Abend gehe ich mal auf Achse und suche mir Freunde. Das haut nicht hin. Genauso wenig wie durch die Fußgängerzone zu schlendern und den Nächstbesten anzuquatschen.

Aber, was immer gut ist, sind gemeinsame Interessen. In Sport-AGs oder Kunst-Kursen zum Beispiel trifft man auf Gleichgesinnte. Und in Lehrveranstaltungen kommt man ja auch automatisch zusammen und hat gleich ein Gesprächsthema. Wenn ich damals Referate zu zweit halten musste, habe ich mich immer umgeschaut und überlegt, mit wem ich gerne zusammenarbeiten würde. Das war mir dann wichtiger als das spannendste Thema."

Wie kommt man geschickt in Kontakt?

"Am ehesten ist man attraktiv für andere Menschen, wenn man nicht bedürftig erscheint. Wenn andere Menschen merken: 'Oh Gott, der sucht Anschluss!', dann nehmen alle Reißaus. Das ist ein bisschen das Dilemma. Denn wenn man jemand Interessantes gefunden hat, sollte man natürlich schon den Mut haben, zu fragen, ob die Person Lust hat, mal etwas zu unternehmen.

Dabei muss man damit rechnen, auch mal einen Korb zu bekommen – das ist wie bei der Partnersuche. Aber das ist auch gar nicht schlimm. Dann nimmt man es sportlich. Try and Error – so ist das, was wenn man Freunde finden möchte."

Schlechtes Gewissen beim "Freunde-Wegschnappen"?

"Neue Leute über Leute kennengelernt und plötzlich versteht man sich mit denen besser ... Das kann passieren. Aber ich finde das nicht so dramatisch, man hat ja kein Recht an einem Freund. Man versteht sich, wie man sich versteht. Und diese Eifersüchteleien – die gibt es, aber da sollte man eigentlich drüberstehen. That's life! Besser ist doch, die komfortable Situation zu nutzen, dass über neue Kontakte auch jemand hängenbleibt, der einem ans Herz wächst.

Viele fahren am Wochenende zurück zu ihren Freunden in die Heimat? Ist das schlimm?

"Ich weiß nicht, ob mir zusteht, das Verhalten von Menschen zu bewerten. Es gibt Menschen, die sich schnell am Studienort integrieren, neue Freunde finden und ganz froh sind, von Zuhause wegzukommen. Und es gibt andere, die in ihrem Heimatort verwurzelt sind, sich dort engagieren und noch viele Freunde aus der Abi-Zeit haben. Beides hat seine Berechtigung.

Aber, Leute, die ihren Kopf immer wieder zurück ins das Schneckenhaus ziehen, machen einfach keine Erfahrungen. Das ist schade. Diese Anfangssituation des Selbstständigseins ist etwas, dass so nie wiederkommt im späteren Leben. Das Studium sollte nicht nur dem reinen Wissenserwerb dienen. Vielleicht ist es auch gar nicht verkehrt, sofort das Kontakteknüpfen zu üben. Wer an der Uni noch so durchkommt, weil die Heimat in der Nähe ist, der wird vielleicht mit dem Berufseinstieg gezwungen, in der Ferne neu anzufangen."


Das Buchcover zu Wahre FreundeUNICUM Buchtipp

"Wahre Freunde. Von der hohen Kunst der Freundschaft"

Martin Hecht

Herder Verlag

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