Steuererklärung Student
Die Steuererklärung nervt, lässt aber ordentlich die Kasse klingeln! | Foto: Thinkstock/Peshkova

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09.12.2014

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Immerhin zwei Drittel aller Studierenden in Deutschland müssen neben dem Studium Geld verdienen. Ob Kellner oder Callcenter-Mitarbeiterin, ob Minijob oder kurzfristige Be ... mehr »

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28. Aug 2014

Barbara Kotzulla

Geld & Finanzen

Steuererklärung für Studenten

Im Überblick: Steuerrecht für Studierende

Veränderte Steuererklärung für Studenten

"Das Urteil bringt Studierende in erster Linie in eine schlechtere Ausgangslage", kommentiert Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin der Bundessteuerberaterkammer, die Änderung im Steuerrecht. "Bislang konnte man die Kosten eines Erststudiums unbegrenzt als Werbungskosten abziehen, Sonderausgaben sind dagegen nur begrenzt abzugsfähig."

Anders als zuvor müssen nun alle Ausgaben sofort im Jahr des Entstehens gemeldet werden; zudem sind nur maximal 6.000 Euro steuerlich absetzbar. Konkret heißt das: "Hat ein Student im Erststudium 6.000 Euro an Kosten angehäuft, hat aber im gleichen Jahr nichts verdient, dann sind die 6.000 Euro quasi verloren. Diese Aufwendungen mindern keine Steuerlast, weil der Student gar keine Steuern bezahlen musste. Wo kein Einkommen, da keine Steuern. Er kann diese Aufwendungen auch nicht mit ins nächste Jahr nehmen."

Ausgaben des Zweitstudiums dürfen aber weiterhin als Werbungskosten abgesetzt werden: "Nehmen wir an, in 2014 hat ein Master-Student 10.000 Euro Werbungskosten, aber er verdient in dem Jahr nichts. Dann darf er die Aufwendungen mit nach 2015 nehmen. Wenn er dann 10.000 Euro verdient, kann er die Aufwendungen von 2014 dagegenrechnen und zahlt so keinen Euro Steuern."


Steuern Student


Was darf ich von der Steuer absetzen?

Als Grundsatz gilt: "Alle Kosten, die untrennbar mit dem Studium verbunden sind, kann man geltend machen", so Nora Schmidt-Kesseler. Dazu gehören anfallende Fahrtkosten für eine Exkursion oder den Weg zur Praktikumsstelle ebenso wie Ausgaben für Lehrgänge oder eine Weiterbildung. "Wenn die Uni ein Praktikum vorschreibt, dann kann man alle Aufwendungen dafür absetzen. Und wenn ein BWL-Student einen Sprachkurs in Wirtschaftsenglisch belegt und dazu einen Nachweis für seine Stellensuche in England oder den USA einreicht, dürfte dies ebenfalls anerkannt werden", erläutert die Dipl.-Finanzwirtin.

Ähnlich sieht es bei einem Auslandsaufenthalt aus: "Nehmen wir an, Sie studieren Jura und machen ein Praktikum bei einer Kanzlei in London dann können Sie das steuerlich geltend machen. Gönnen Sie sich in London eine Pause vom Studium, geht das natürlich nicht. Der Zusammenhang muss immer da sein."

Komplizierter wird es beim Arbeitszimmer: Wer Kosten bis zur Obergrenze von 1.250 Euro absetzen will, muss nachweisen, dass der Raum zu 90 Prozent zu Studienzwecken genutzt wird. Gar nicht so einfach, denn zudem dürfte "bei Studierenden wohl eine restriktivere Auslegung greifen, da gerade Studentenwohnungen eher klein sind".

Apropos Wohnen: Wer zum einen bei seinen Eltern in einem eigenen Bereich mit Küche und Bad lebt, zum anderen aber auch einen Platz im Wohnheim hat, kann bei doppelter Haushaltsführung 1.000 Euro im Monat absetzen. Das gilt für alle Ausgaben, die mit der Unterkunft zu tun haben - sprich: auch für die Miete mit Betriebskosten.

Was, wenn das Finanzamt anklopft?

Ja, es kann zu kritischen Nachfragen kommen, denn das Finanzamt untersteht einer Kontrollpflicht. Doch das kommt selten vor, denn die Neuregelung hat zumindest die meisten Abgrenzungsprobleme aus der Welt geschafft. In einigen Fällen kann es dennoch Schwierigkeiten geben – ein Beispiel: "Ein Kunststudent kauft sich einen Fotoapparat. Da könnte das Finanzamt nachfragen: Braucht er die Kamera, weil er einen Fotokurs besucht? Oder gehören die Kosten zur privaten Lebensführung?"

Für schlaflose Nächte braucht das Finanzamt aber laut Steuer-Expertin nicht sorgen: "Es ist das gute Recht eines jeden, seine Aufwendungen geltend zu machen."

Lohnt sich eine Steuererklärung überhaupt?

Ja! Denn für Studenten, die neben dem Studium arbeiten, gibt es in der Regel eine Steuererstattung. Das gilt jedoch nicht für Studierende mit einem Minijob, der vom Arbeitgeber pauschal versteuert wird. Wer keine Steuererklärung macht, verschenkt also meist gutes Geld. Da lohnt sich auch der unliebsame Zeitaufwand: "Ich weiß, es ist lästig", so Nora Schmidt-Kesseler, "aber wer sich die Mühe mit dem Sammeln der Belege und dem Ausfüllen der Steuererklärung macht, kann einen ganz ordentlichen Stundenlohn herausbekommen."

Die Devise lautet: "Ohne Fleiß kein Preis!" Wenn man aber seine Belege immer direkt ordentlich ablegt, ist der Aufwand am Ende gar nicht mehr so hoch und man kann der Einreichungsfrist am 31. Mai jedes Jahr gelassen entgegen sehen.

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Deine Meinung:

Veröffentlicht am 17. Aug 2016 um 14:41 Uhr von Tom
Die Möglichkeit das Erststudium als WErbungskonsten abzustzen ist noch nicht ganz vom Tisch. Vor dem BVG laufen noch verfahren dazu, die die verfassungsmäßigkeit betreffen. An diese können sich Studierende hängen ... Was man dazu tun muss, steht hier ganz gut beschrieben: taxfix[.]de/steuertipps/kann-ich-mein-erststudium-von-der-steuer-absetzen/