vegan leben
Vegan to go, go, go! Mit diesen Tipps startest du ins vegane Leben | Foto: Unsplash/Foundry

Studentenfutter

10.10.2016

vegane burger patties

UNICUM Studi-Küche: Vegane Burger-Patties

Burger gehen immer – und müssen nicht unbedingt aus Fleisch sein. In dieser Ausgabe der "UNICUM Studi-Küche" bereitet unsere Koch-Expertin Lena Vanessa Niewald eine lecke ... mehr »

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08. Mär 2017

Wiebke Mönning

Studentenfutter

Vegan for Life: So gelingt der Einstieg ins vegane Leben

Vegan leben – was heißt das eigentlich?

Veganer lehnen die Nutzung von Tieren und tierischen Produkten ab. Die Idee dahinter ist, dass auch Tiere Gefühle und Empfindungen und deswegen – genau wie Menschen –  auch Rechte haben. Der vegane Lebensstil setzt sich also für die Nicht-Ausbeutung von Tieren ein. Fleisch, Fisch und Milchprodukte werden komplett vom Speiseplan gestrichen.

Aber vegan essen ist nicht gleich vegan leben: Tiere kommen auch bei der Herstellung von Kosmetik und Kleidung zu schaden. Vollkommen vegan zu leben hieße also, ausschließlich pflanzliche Kosmetik ohne Tierversuche und vegane Kleidung zu kaufen.

I’m vegan for a reason!

Es gibt unterschiedliche Gründe, die dich zu einem veganen Leben antreiben können.

  • Die moralischen Gründe sind offensichtlich: Kein Tier soll für den Menschen leiden. Über 50 Milliarden Tiere werden jährlich getötet, und das ohne Fisch dazuzuzählen.
  • Tierschutz ist hier auch ein wichtiges Argument, denn in der Intensivtierhaltung für Milch oder Eier sieht es meist nicht besser aus als in der Fleischindustrie. Und die Tiertransporte sind für die Tiere eine Qual.
  • Umweltschutz kann auch ein wichtiger Grund für ein veganes Leben sein. Für Tierhaltung werden Wälder gerodet, Gülle und Pestizide sickern ins Trinkwasser und Futterpflanzen in Monokultur angebaut. Die Tierhaltung verursacht mehr Treibhausgas-Emissionen als der globale Verkehr!
  • Zu den Gründen für ein veganes Leben zählt auch der Welthunger. Getreide und Soja werden als Tierfutter verwendet statt Menschen als Nahrung zu dienen. Für ein einziges Kilo Rindfleisch braucht man 16 Kilo Getreide und über 16.000 Liter Wasser!
  • Viele Neu-Veganer entscheiden sich übrigens auch aus gesundheitlichen Gründen für die Umstellung auf vegane Ernährung, denn der Verzicht auf tierische Produkte kann durchaus sehr gesund sein, wenn man es richtig macht.

Wenn dir diese Themen also besonders am Herzen liegen und du eh schon länger mit dem Gedanken spielst, dein Leben auf vegan umzukrempeln, dann ran an die Veggie-Boulette und leg los!

Der Umstieg klingt kompliziert? Ist er aber gar nicht!

Klar, die 180 Grad-Drehung vom "Fleischfresser" zum Veganer ist wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt. Fang also besser langsam an. Das hier sind die besten Tipps von denen, die den Umstieg schon gemeistert haben:

  • Finde dein eigenes Tempo: Eine komplette Nahrungsumstellung erfordert Zeit und Geduld, sonst wird nichts draus. Lass dir also Zeit. Tausche schrittweise verschiedene tierische Produkte gegen pflanzliche aus.
  • Es ist deine Sache: Lass dir nicht von deinen Eltern oder Freunden reinreden. Es ist einzig und allein deine Entscheidung, vegan zu leben, also lass dich nicht verunsichern.
  • Denk an deine Motivation: Egal, aus welchem Grund du gerne vegan leben möchtest, es wird dir helfen, dich an deine Motivation zu erinnern, wenn du grade etwas schwächelst.
  • Sei vorbereitet: Leider sieht es an den Unis oder auch sonst im Gastro-Angebot nicht immer gut aus mit dem veganen Angebot. Nimm dir was Leckeres mit und vergiss auch die Snacks nicht!
  • Koch selbst: Gerade am Anfang kann es dir helfen, selbst zu kochen, denn in vielen Lebensmitteln verstecken sich tierische Produkte, von denen du keine Ahnung hattest. Aber keine Sorge, es gibt jede Menge Blogs und Websites mit einer riesigen Auswahl an Rezepten!
  • Erwarte Spott: Ja, es nervt, aber du wirst wahrscheinlich häufiger nervige Fragen hören. Oder den Spruch "Veganer essen meinem Essen das Essen weg". Lass dich nicht provozieren oder fertig machen, sondern sag deine Meinung.
  • Aber: Missioniere nicht! Niemand mag Leute, die zwanghaft versuchen, dir ihre eigene Meinung aufzudrängen. Da sind die Vorurteile bei Veganern besonders groß. Geh es locker an und erzähle ehrlich von deinen Erfahrungen.

Vegan und gesund

Eine gute Richtlinie ist die Ernährungspyramide von PETA. Die Grundlage der veganen Ernährung bilden Gemüse und Obst, nicht Getreide und Kartoffeln, denn auch hierin sind jede Menge Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Bei Getreide am besten Vollkorn wählen, das hält länger satt. Obwohl Veganer auf Fleisch und Milchprodukte verzichten nehmen sie genug Protein auf: In Hülsenfrüchten wie Linsen, aber auch schon in Kartoffeln steckt Eiweiß. Tofu und anderen Fleischersatz brauchst du also gar nicht täglich. Bei Fett nimm am besten Lein-, Raps- oder Hanföl – mit denen kannst du die Omega-3-Fettsäuren abdecken.  

Du musst aber auf keinen Fall ständig auf einem Salatblatt rumkauen. Weil in den letzten Jahren immer mehr Menschen Veganer geworden sind, gibt es inzwischen eine große Auswahl veganer Lebensmittel schon im Supermarkt. Wenn dir danach ist, kannst du auch ein schönes Sojaschnitzel futtern!


Vegane Labels: Augen auf im Supermarkt!

Gerade als Vegan-Neuling ist das Einkaufen gar nicht so leicht. Bei frischem Obst und Gemüse gibt es keine Probleme, die sind natürlich vegan. Aber bei Nudeln kann es schon problematisch werden: manche Sorten enthalten Ei. Bei anderen Lebensmitteln sind in der Produktion tierische Stoffe verwendet worden, die nachher nicht mehr deklariert werden müssen! Es gibt aber Labels, die dir den Einkauf erleichtern (und denen du vertrauen kannst):

Die Vegan-Blume: Das Label steht auf Produkten, die keine tierischen Inhalts- oder Hilfsstoffe enthalten oder bei denen tierische Produkte in der Herstellung verwendet werden.
 

Das V-Label: Das Label gibt es in vier Stufen: vegan, ovo-, lakto- und ovolaktovegetarisch. Nur die Produkte mit "vegan" oder "100% pflanzlich" sind wirklich ohne tierische Inhalts- und Hilfsstoffe hergestellt worden.
 

Das Vegan-Label: Dieses Label erhalten nur Produkte, deren Herstellung, Verarbeitung und Verpackung in veganen Räumen stattfindet. Auch die Verpackung muss bei diesem Label vegan sein!
 


InfoDu willst direkt loslegen, dir fehlen aber noch Infos?

  • Der erste vegane Einkauf steht an und du fühlst dich überfordert. Der Blog von veganwerden zeigt dir, wie du garantiert vegane Lebensmittel findest.
  • Zum veganen Leben gehört auch vegane Kleidung. Bei welchen Labels du vegane Mode bekommst verrät dir das VeganBlatt. Beim VEBU findest du eine gute Übersicht, worauf du im Allgemeinen bei veganer Kleidung achten musst.
  • Auf der Speisekarte ein veganes Menü zu finden kann schwierig sein. Der VEBU hilft dir, vegane (und vegetarische) Restaurants in deiner Nähe zu finden.
  • Du willst lieber selbst kochen, weißt aber nicht was? Inspiration, die dir das Wasser im Mund zusammen laufen lässt, gibt es bei Foodgawker.
  • Auch in Kosmetik verstecken sich tierische Produkte. Ob vegan oder nicht verrät diese ausführliche Liste vom veganen Beauty-Blog Blanc et Noir.  

Artikel-Bewertung:

4 von 5 Sternen bei 60 Bewertungen.

Deine Meinung:

Veröffentlicht am 10. Mär 2017 um 13:26 Uhr von Antonietta
Die Tierhaltung, und damit der Konsum tierischer Produkte, ist einer der Hauptverursacher für die größten Probleme unserer Zeit: vom Klimawandel über die Rodung der Wälder, bis hin zur Ressourcenverschwendung und Trinkwasserproblematik. Wenn Ihnen etwas an unserem Planeten liegt, leben Sie vegan.
Veröffentlicht am 11. Mär 2017 um 14:04 Uhr von Detlev Göpel
Ein sehr guter Artikel, es hat sich aber ein den Sinn verdrehender Tippfehler eingeschlichen. Im Absatz: "Eine gute Richtlinie ist die Ernährungspyramide von PETA. Die Grundlage der veganen Ernährung bilden Gemüse und Obst, nicht Getreide und Kartoffeln, denn auch hierin sind jede Menge Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe enthalten." wird von Getreide und Kartoffeln zu Unrecht abgeraten. Statt "nicht" muss ein "und" stehen. Über Urgetreide schreibe ich gerade an einem Artikel für mein werbefreies Blog (Link entfernt. Die Red.)
Veröffentlicht am 03. Apr 2017 um 14:17 Uhr von Armin E.
Ich erlaube mir folgende Richtigstellungen und Hinweise: 1. "Umweltschutz: für Tierhaltung werden Wälder gerodet": Stimmt zu 100%, aaaaber: Die EU importiert z. B. Mais und Soja als Tierfuttermittel ZOLLFREI aus Südamerika, dies ist billiger als Futtermittel aus Europa. Man könnte den Regenwaldabbau merklich verringern wenn empfindlich hohe Zölle installiert würden. Das Problem ist also eher ein politisches. Man könnte Tiere auch mit einheimisch angebauter Nahrung ernähren, dies würde jedoch den VK-Preis für Fleisch erheblich erhöhen (mir wäre das egal). Bitte auch nicht vergessen wo der Anteil in sog. "Bio"-Kraftstoffen (Superbenzin bis 5%, E-10 Kraftstoff bis 10%, plus "Bio"-Diesel) herkommt - nämlich aus denselben Quellen! Das finde ich verwerflicher als es als Nahrung zu nutzen. 2. "Gülle und Pestizide sickern ins Trinkwasser" Gülle und Pestizide sickern ins Grundwasser, nicht ins Trinkwasser. Ungefährliche Nitrate können über das Grundwasser ins Trinkwasser gelangen und können unter Umständen im Körper in das gefährliche Nitrit umgewandelt werden. Der Grund ist aber hauptsächlich, dass zu viel und zur falschen Zeit gedüngt wird. Im Übrigen: Bio-Gemüse wird auch mit tierischem Dünger gedüngt, dieser stammt dann aber aus Bio-Tierhaltung (erlaubt jedes großes Bio-Label z. B. bei Demeter, Bioland etc.). Es gibt zwar Gemüse aus sog. "Bioveganen Landbau", dieses ist jedoch eine ertragsschwache Nische und praktisch nicht oder nur schwer erhältlich. (Es gibt in Deutschland keine zwei Dutzend Höfe die so produzieren). Ich habe großen Respekt vor dem Idealismus von Veganern, was mir aber übel aufstößt ist, dass viele vegane Rezepte vor importierte Waren strotzen (Chia, Soja, Hirse etc.). Von Wirsing und Kartoffeln möchte sich wohl niemand mehr ernähren. Wichtiger ist es saisonal zu kaufen, z. B. kaufe ich im Winter keinen Salat, Tomaten oder Zucchini, das ist klassisches Sommergemüse. Wer so etwas im Winter kauft, möge sich bewusst machen, dass die CO2-Bilanz ähnlich - und zum Teil höher - als die von Fleisch ist, da die Gewächshäuser in Holland oder Spanien beheizt und belüftet werden müssen. (Unterschied des Faktors CO2-Bilanz Tomate Ausland Gewächshaus im Winter zu Freiland-Tomate aus Deutschland im Sommer liegt bei bis zu 9000 !!!) Und: Soja und Lupine - die gerne von Veganern konsumiert werden - können Allergien auslösen, wird auch meist verschwiegen. Gegen Soja sind beispielsweise in Deutschland mehr Menschen allergisch als gegen Gluten... Ansonsten ist der Artikel stimmig, danke dafür.