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Besser beraten als blockiert

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Bestenfalls sollte man also schon zu Beginn des Studiums eine Schreibberatung in Anspruch nehmen und nicht erst, wenn die erste große Arbeit ansteht. „Je früher und selbstverständlicher sich jemand mit dem eigenen Schreiben auseinander setzt, umso größer ist die Chance, künftige Schreibanforderungen problemlos und vielleicht sogar mit Freude zu bewältigen“, sagt Bausch. Da Studierende sehr nah dran sind an den Problemen, die das wissenschaftliche Schreiben mit sich bringt, bauen einige Hochschulen auf studentische Schreibberaterinnen und -berater. So auch die PH Freiburg: „Gleichgesinnte in der Schreibberatung wirken motivierend auf die Schreibenden und stellen, im Vergleich zu Lehrpersonen, tatsächliche Adressaten dar“, sagt Gerd Bräuer.

Unrealistische Erwartungen erschweren Schreiben

Jens-Henning Jenkner, Lehramts-Student in Deutsch, Mathematik und Biologie an der PH Freiburg, ist einer dieser „Peer-Tutoren“. Angeregt durch ein Seminar zu „Schreibprozess- und Lernstilforschung“ hat er eine Schreibberater-Ausbildung absolviert. Jetzt hilft er Kommilitonen auf die Sprünge – und versucht, den perfektionistischen Anspruch, mit dem viele Ratsuchende zu ihm kommen, zu entkräften. „Es sind gerade diese unrealistischen Erwartungen, die uns das Schreiben erschweren und unsere Denkprozesse lähmen“, sagt er.

Individuelle Lösungen finden

Schreibberatung kann Unsicherheit nehmen und Studierende ganz individuell darin unterstützen, Lösungen zu finden. Was die Beratung jedoch nicht will, ist: Texte lektorieren oder korrigieren. „Schreibberatung macht Vorschläge und gibt Tipps – den Rest müssen die Studierenden selbst erledigen“, sagt Andrea Bausch. Schreiben ist dann nichts „Magisches“ mehr, wie es Jens-Henning Jenkner formuliert. „Es ist professionelles Handwerk“, weiß auch Gabriela Ruhmann, Leiterin des Schreibzentrums an der Ruhr-Uni Bochum. „Neben der Forschungskompetenz ist es die zweite Kernkompetenz des Wissenschaftlers“, unterstreicht sie. Außerdem gilt Schreiben auch in den meisten Berufen als eine der wichtigen „Soft Skills“. Was zumindest einige Hochschulen erkannt haben.


Andrea Behnke
UNICUM, Oktober 2007

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