Suche

Link-Tipps

Ausgemustert, aufgeflogen

Seite 1/3

Bei der Musterung nicht schummeln

Viele junge Männer würden so manches tun, um auf die lästige Zeit beim Bund oder den Zivildienst zu verzichten. Allzuviel Kreativität ist jedoch mehr als ein Kavaliersdelikt und kann ernste Konsequenzen haben – auch noch nach Jahrzehnten.


Jeder kennt einen, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der angeblich auf spektakuläre Weise untauglich gemustert wurde. Ob mit wenig Schlaf, viel Koffein, falschen Attesten oder schauspielerischem Talent – um erfolgreiche Ausmusterungen ranken sich Mythen und Legenden.

Neben guten Ratschlägen aus dem Bekanntenkreis gibt es im Internet zahlreiche selbsternannte Ausmusterungsberater, die gegen Gebühr Hilfe zur sicheren Ausmusterung versprechen. Auch der Berliner Anwalt Dr. Thomas Schulte berät seit 1986 junge Männer in Wehrrechtsfragen. Von vorgetäuschten Krankheitsbildern oder falschen Attesten rät er allerdings dringend ab: „Probleme gibt es hinterher immer, und die kann man als junger Mensch oft noch gar nicht in ihrer Tragweite einschätzen.“

Ein vorgetäuschter Knieschaden etwa, festgestellt vom befreundeten Arzt der Familie, ist das Gegenteil von gut, nämlich bloß gut gemeint. Ein falsches Attest kann später als Straftat geahndet, der Drückeberger als Anstifter rechtlich belangt werden. Als vermeintlich weniger risikoreich gilt in Internetforen das Vortäuschen von Drogensucht, Depressionen, aggressiver Homosexualität oder einer rechtsradikalen Gesinnung. Die Hoffnung besteht darin, dass die Bundeswehr – aus Angst vor negativen Schlagzeilen – auf Menschen mit solchen Verhaltensweisen freiwillig verzichtet. Außerdem sind diese nur schwer als Schwindel zu widerlegen. Letzte Zweifel an den Betrugsmethoden werden häufig damit ausgeräumt, dass die Musterungsunterlagen ja unter Verschluss bleiben.


  [ 1 ] | 2 | 3 |  weiter »



Kommentare zu Ausgemustert, aufgeflogen
Kommentar verfassen