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Fräulein Wunder reloaded

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Habt ihr da Leute, die euch dabei helfen?
Kerstin:
Ja, ich habe jemand in meinem LK-Kurs. Da ist es schon so, dass eine mir immer Blätter mitbringt. Sie fragt dann auch immer, ob wir uns in der Pause zusammensetzen, damit sie mir erklärt, was wir gemacht haben. Oder ich gehe selbst zur Lehrerin und frage nach, was ich lesen und nachholen kann. Das klappt schon, aber es ist trotzdem mehr Arbeit.

Was habt ihr für LKs?
Kerstin:
Ich habe Bio und Deutsch.
Pia: Ich habe Englisch und Politikwirtschaft.
Steffi: Deutsch & Englisch.

Finden es denn alle cool, was ihr macht?
Pia:
Unsere Schule ist eh total musikorientiert. Deshalb hilft und unterstützt uns die Schule, damit wir das alles so machen können. Aber es muss alles im Vorfeld abgeklärt werden.

Und wie ist das bei Mitschülern?
Steffi: Neider gibt es nicht wirklich. Unsere Freunde stehen voll hinter uns. Wir haben auch viele Fans an der Schule und geben in der Pause Autogramme.

Auch Schulleiterin Birgit Schmieden-Lührmann ist glücklich, wie alles läuft. Zwar gab es an der Gesamtschule Konradsdorf im hessischen Ortenberg bisher schon einige Bands, die hatten aber nur regionalen Erfolg: „Diese Dimension ist uns völlig neu.“ Trotzdem läuft der Unterricht völlig normal ab, davon hat sich die Schulleiterin bei einem Besuch persönlich überzeugt. Sie verfolgt gespannt die Karriere der Mädels, die immer sehr bescheiden auftreten und jeglichen Rummel um ihre Person vermeiden würden. Doch wenn alles so weiterläuft, wird sich das künftig noch schwerer vermeiden lassen. Auch der Druck wird größer, was Sängerin Chanty bestätigt: „Es wird viel auf uns geschaut.“ Von vielen wurden sie von Anfang an mit Tokio Hotel verglichen. Zwar sind die Musikstile komplett verschieden, aber der Style und der Karriereverlauf ähnelt sich etwas, auch wenn die vier Magdeburger Jungs um einiges jünger waren, als sie mit ihrem ersten Hit „Durch
den Monsun“ die Charts stürmten.

Was haltet ihr denn davon?
Chanty: Wenn wir irgendwann mal so erfolgreich sind wie Tokio Hotel, können wir echt stolz auf uns sein. Was die gepackt und sich erarbeitet haben, ist echt groß. Das verdient Respekt.
Steffi: Ich habe verdammt Respekt vor denen. Wir sind jetzt alle um die 18 und die waren 14, als die angefangen haben. Bei denen war der Druck bestimmt noch größer. Die haben diesem Druck mit 14 standgehalten und sind jetzt immer noch auf dem Boden geblieben und nicht abgerutscht, sondern immer noch Musiker, die ihren Weg gehen. Wenn die Leute uns zutrauen, dass wir mal so werden wie die, ist das doch ein Kompliment.


Simone Ackfeld
UNICUM Abi, Februar 2009

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