Vom 15. bis 21. August findet in Köln der XX. Weltjugendtag statt. „Wir sind gekommen, um ihn anzubeten“, lautet das Motto – wobei mit „ihn“ nicht der Papst gemeint ist, sondern Jesus Christus.
Für die einen ist es eine überdimensionale Wallfahrt, für die anderen die Möglichkeit zu einer riesigen Party mit Teilnehmern aus aller Welt. Der Weltjugendtag (www.wjt2005.de) macht‘s möglich: Eingeladen ist die Jugend rund um den Globus, also keineswegs nur Katholiken. Die Organisatoren rechnen mit etwa 400.000 registrierten Dauerteilnehmern aus 160 Ländern und etwa einer Million Menschen bei der Abschlussmesse.
Was geht ab?
Das Programm teilt sich in einen „frommen“ und einen „weltlichen“ Teil. Zunächst die weltlichen Highlights: Den Auftakt machen die Welcome-Festivals am Abend des 16. August. Im Anschluss an die Eröffnungsfeier steht die gastgebende Region im Vordergrund. In Köln, Bonn und Düsseldorf werden daher die Bands Bläck Fööss, Brings und die Höhner für Stimmung sorgen. Das Jugendfestival von Mittwoch bis Freitag umfasst rund 500 Veranstaltungen an etwa 80 Orten. Musik, Sport und Spiel, Kultur und Thematisches – da sollte für jeden etwas dabei sein. Unter der Überschrift Culture in the City weisen circa 200 ehrenamtliche „Kultur-Botschafter“ auf Museen, Kirchen oder Sehenswürdigkeiten hin. Kontakte knüpfen und Leute kennen lernen kann man in den Begegnungszentren: Orden, Verbände und Institutionen bieten Cafés und ein buntes Programm an.
Der „fromme“ Teil ist das Herzstück des Weltjugendtages: Vom 17. bis 19. August ist die Zeit der Katechesen, also der theoretischen und praktischen Einführung in den christlichen Glauben. An insgesamt 250 Orten werden Jugendliche mit Bischöfen ins Gespräch kommen – entweder gemeinsam mit 18.000 Gläubigen in der KölnArena oder zu einigen Dutzend in den Pfarrsälen vor Ort. An einem der drei Katechese-Tagen treten die Gläubigen zur Domwallfahrt an. Der Kölner Dom wird dafür schon morgens um sechs geöffnet und schließt erst, wenn irgendwann nachts der Pilgerstrom versiegt. Die Teilnehmer werden auf den Spuren des mittelalterlichen Pilgerweges am Dreikönigenschrein vorbei durch den leeren Dom geleitet, akustisch untermalt vom Live-Gesang der Domchöre.
Vom Dom fließt der Pilgerstrom auf die andere Rheinseite zum Messegelände, zum Zentrum der Versöhnung. Rund 100 Priester stehen dort für das Sakrament der Versöhnung – die Beichte – bereit. Beichtgespräche können in über 30 Sprachen geführt werden. Das Geistliche Zentrum besteht aus rund 20 Orten und bietet rund um die Uhr die Möglichkeit zum stillen Gebet. Die Betreuung liegt in den Händen von Orden, beispielsweise den Benediktinern, oder von kirchlichen Institutionen und Bewegungen.
D’r Papst kütt!
Den Höhepunkt und Abschluss des Weltjugendtages bildet die große Messe mit allen Teilnehmern, die Papst Benedikt XVI. am 21. August zelebriert. Sie wird auf dem Marienfeld bei Frechen stattfi nden, etwas außerhalb von Köln. Die Teilnehmer machen sich bereits samstags auf den Weg hin zum Marienfeld – bis zu 20 Kilometer Fußweg inbegriffen.
Der Weltjugendtag wäre nicht möglich ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer vor und hinter den Kulissen. Mehr als 20.000 von ihnen kümmern sich um alles – von der Essensausgabe bis zur VIP-Betreuung. In den Gemeinden sind schon seit Monaten so genannte Kernteams dabei, die Organisation vor Ort zu koordinieren und beispielsweise Schlafplätze zu organisieren. „Das Problem am Weltjugendtag ist, dass wir im Moment noch gar nicht fassen können, was da eigentlich abgehen wird“, stellt zum Beispiel Dagmar fest. Die Studentin wird als freiwillige Helferin mit dabei sein. „Die Katechesen sind klar, aber das heißt ja nicht, Glaube auch zu leben. Christ sein bedeutet mehr: Ich will freiwillig helfen, dieses Ereignis für die Leute unvergesslich zu machen. Ich hoffe, dass das Anstoß gibt, nach dem Weltjugendtag noch weiter zu machen“, sagt die 22-Jährige.