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Multijobber

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Pioniere mit Gespür für Trends am Arbeitsmarkt

Es ist schwer, einen Job zu finden – so viel steht fest. Dennoch geht der Trend auch in Deutschland bereits klar zum Zweit- und Drittjob. Dabei mutmaßen nur notorische Pessimisten, dass die Zusatzarbeit ausschließlich der Überwindung finanzieller Engpässe dient.


Nicht jeder Call Center Agent etwa ist ausschließlich In- oder Outbound Spezialist mit freundlicher Telefonstimme. „Der sichere Job im Call Center liefert die Basis für Projektarbeiten als freier Illustrator,“ sagt Nicolas Forster. Der Wahlhamburger entwirft unter dem Künstlernamen „Nicoloff“ für eine Bahngesellschaft „Freizeitkarten“, illustriert Schulbücher und Internetportale für Kids. Das Telefonieren – derzeit im Rahmen einer Kampagne gegen Kindesmissbrauch - hat für ihn den Vorteil, „dass mir Akquisition für meine introvertiertere, kreative Arbeit leichter fällt. Zudem muss er sich um die „soziale Grundabsicherung“ weniger Gedanken machen und arbeitet im Team mit Kollegen, nicht nur „einsam am Zeichentisch“.

Auf Emotionen hören

Insgesamt hat die berufliche Laufbahn als kontinuierliche Kletterübung auf der Karriereleiter heute fast Seltenheitswert. Doch auch den „Multijobber“ schlechthin gibt es nicht. Zweit- und Drittjobs lassen sich unterschiedlich organisieren. Das reicht vom Minijob bis hin zur Teilzeit- oder Projektarbeit in unterschiedlichen Branchen. Ebenso verschieden wie die Organisationsformen sind die jeweiligen Motive für das Spiel auf den unterschiedlichen Standbeinen. „Dass sich der Arbeitsmarkt umstrukturiert, ist sicherlich richtig,“ sagt der Unternehmensberater und Managementtrainer Claus Diers. „Wer ein zweites Standbein aufbauen will, sollte auf seine Emotionen hören und nicht nur einem Karrierekalkül folgen.“Er sollte da genau hinschauen, wo etwas für ihn aufregend wirkt. „Die Aufregung zeigt, dass hieretwas Wichtiges bewusst werden will, eventuell eine neue Idee, die einen beruflich weiter bringt und es ermöglicht, unterschiedliche Persönlichkeitsanteile zu integrieren.“ Claus Diers selbst arbeitet als Managementtrainer und Coach. Darüber hinaus hat er, unter anderem für die Bundesanstalt für Arbeit, 28 Weiterbildungsinstitute aufgebaut. Die von ihm gegründete Beratungsgesellschaft DiCon bietet nebenberufliche Qualifizierungen zum Managementtrainer und zur Internationalen Führungskraft an.


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