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Einen Durchhänger hat jeder mal

Wenn die Motivation nachlässt: Wie man die Null-Bock-Phasen erfolgreich durchsteht

Noch vier Wochen bis Ende des Semesters und drei Referate vorzubereiten. Von den Klausuren in der zweiten Ferienwoche ganz zu schweigen. Wer soll das bloß schaffen? Am liebsten alles hinschmeißen. Kein Bock anzufangen. Und je länger man so lustlos rumhängt, umso unzufriedener wird man.

Kein seltenes Phänomen: Wenn sich die Arbeit türmt, wenn Frust aufgrund von Misserfolgen hinzu kommt oder das Klima in der Arbeitsgruppe nicht stimmt, lässt die Motivation meist zu wünschen übrig. Und wenn man’s nicht schnell genug schafft, sich selbst am Kragen zu packen, wird das Loch, in das man gefallen ist, anscheinend immer tiefer.
"Mangelnde Motivation ist meist ein Fall von Enttäuschung. Wenn die Vorstellungen vom Studium und die Realität auseinanderdriften und man beides nicht mehr miteinander in Einklang bringen kann, entsteht dieser Frust", erklärt der Führungskräftecoach Matthias Wölkner aus Böblingen das Phänomen. "Motivationsmangel resultiert aus Antriebslosigkeit und ist wie eine Falle, in der man steckt, wenn man nicht weiß, wie’s losgehen soll. Wenn man sich erst mal dazu aufraffen kann, aktiv zu werden, die Dinge anzupacken, wird es meist besser", so der Motivationstrainer, der angehende Führungskräfte im Umgang mit schwierigen Situationen und beruflichen Krisen coacht. "Also: entweder ich finde die Geduld, die Dinge zu ertragen und die Situation durchzustehen – oder aber ich treffe eine Entscheidung, etwas zu ändern. Beides erfordert Mut und Kraft – und führt zu neuer Motivation". Wie man den Weg dorthin findet – ein paar kleine Hilfestellungen:


Tipp 1: love it - leave it – change it!
"Eine einfache Regel: Ich habe mal keine Lust, okay! Ich muss mich jetzt wieder zusammenreißen und weitermachen – auch okay! Das Leben verläuft in Kurven, es ist ganz normal, dass man auch mal auf einem Tiefpunkt ankommt. Wenn man das akzeptiert, geht es einem oft schon besser", weiß der Kommunikationsberater Claus von Kutzschenbach aus Wiesbaden. Sein Tipp: Offen sein für die Veränderungen des Lebens, einem Tief folgt auch wieder ein Hoch. Tipp 2: Kleine Erfolge suchen
Wem die ganze Situation total stinkt und der nicht weiß, wo er anfangen soll, sollte sich kleine Ziele setzen. "Kleine Erfolgserlebnisse sammeln, am besten in unterschiedlichen Disziplinen", so Kutzschenbach. Also: Was schönes einkaufen, ein nettes Gespräch führen, anderen Leuten etwas Gutes tun und ein Dankeschön dafür ernten. So kann man die Spirale der Motivationslosigkeit aufbrechen, größere Probleme lösen sich so Stück für Stück von selbst.

Tipp 3: Sich selbst auf die Spur kommen: Was für ein Typ bin ich überhaupt?
"Jeder Mensch ist anders und für jeden gibt es andere Herangehensweisen bei Motivationsmängeln. Die einen sind knallharte Arbeiter, absolut diszipliniert und ackern sich einfach Stück für Stück durch ihre Arbeit durch – die anderen haben die besten Ideen, wenn sie aus dem Fenster schauen", so Kutzschenbach. "Je älter man ist, desto besser kennt man sich selbst, jüngeren Menschen fällt es oft schwer, für sich eine passende Strategie zu finden". Daher sollte man sich erst mal selbst beobachten: Woraus resultiert mein Leidensdruck: Ist es eine allgemeine Orientierungslosigkeit, ist der Druck zu groß, weiß ich nicht, wo die Prioritäten liegen? "Je häufiger man das übt, desto besser lernt man sich selbst kennen".

Tipp 4: Knallhart Prioritäten setzen
Manchmal hilft nur eins, um aus dem Tief wieder herauszukommen: ackern, ackern, ackern. Knallhart Ziele setzen, einen straffen Plan machen und loslegen. Hat man erst mal wieder seinen Lern- und Arbeitsrhythmus gefunden, geht’s auch wieder mit der Motivation. Aber: Nicht zuviel vornehmen. Langsam anfangen. Tipp 5: Himmel und Erde vergleichen
Manchmal hilft auch ein einfacher Trick: Auf einen Zettel schreiben, wie die derzeitige Situation aussieht – mit allen Dingen, die stören und unzufrieden machen. Auf einen anderen die Zielvorstellung aufschreiben – warum man überhaupt das Studium gewählt hat und welche Ziele man damit verfolgt. "Eine solche Innenschau hilft, einen anderen Blickwinkel zu bekommen, sich über die Situation klar zu werden und über augenblickliche Krisen hinwegzukommen", so die Hamburger Kommunikationstrainerin Nadine Kmoth.

Tipp 6: Mit kleinen Dingen das Leben verschönern
"Jeden Tag eine kleine Sache, die das Leben schöner macht und auf die man sich freut – das hilft ungemein, Phasen der Lustlosigkeit durchzustehen", rät Nadine Kmoth. Also: Zurücklächeln, wenn man angelächelt wird, ein kleines Leckerli in der Mittagspause, ein Kinobesuch am Abend. Denn oft kann man gar keinen bestimmten Grund für die Motivationslosigkeit erkennen – manchmal sind es eben "die Leute", "die Situation an sich" oder schlicht "die Jahreszeit".

Sabine Hense-Ferch



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