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Kuriose Studentenjobs

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Kevin P., Student und Geisterbahn-Erschrecker aus Berlin (Foto: Tobias Kurfer)

Kellner, Kassierer oder Callcenter-Agent sind die Standardjobs vieler Studenten. Aber es gibt auch spannendere Alternativen: Schauspielstudent Kevin lehrt als Geisterbahn-Erschrecker das Fürchten - und Jura-Studentin Carla arbeitet nebenbei als Gogo-Girl.


Sie kreischen, sie flüchten, sie treten nach dem Monster, manche lachen auch. Wenn Kevin Patzke (21), als Clown mit Reißzähnen verkleidet aus der Dunkelheit tritt, ist es, als sei Hölle heraufgestiegen in den Weltenbau. Der Schauspielstudent verdient sein Geld als Erschrecker in einem stillgelegten Luftschutzbunker, dem Gruselkabinett am Anhalter Bahnhof in Berlin. Er sagt: „Leute zum Zittern zu bringen ist ein irres Gefühl. “Es ist stockdunkel im Betonlabyrinth der begehbaren Geisterbahn. Nebelschwaden wabern unheimlich, von ferne klingen Eulenrufe vom Band, irgendwo knarzt bedrohlich eine Tür. Vorsichtig tastet sich eine Gruppe von zehn Jungs und Mädchen voran. Kevin hat sich ein paar Meter weiter in einer Ecke positioniert. Die Gummimaske baumelt schlaff in seinen langen Fingern. „Eine Minute“, flüstert er. „Dann sind sie hier.

"Frauen können wir den Job nicht zumuten"

“Seit zwei Monaten arbeitet Kevin als „Buh!“- Mann. Zwei Mal die Woche für vier, fünf Stunden ist er hier. Flattert fledermaushaft durch die dunklen Gänge, lacht markerschütternd. 200 bis 600 Besuchern pro Schicht verpasst er so die wohligsten Adrenalinstöße. „War ein prima Training für die Schauspielschule“, sagt er leise, „man darf nicht aus der Rolle fallen, sonst gruselt sich keiner.“ Eine Etage tiefer, im weiß gefliesten Kassenraum, sitzt Marlit Friedland, die Chefin des Hauses, über dem Einsatzplan der Erschrecker. An den Wandhaken hinterihr: schwarze Umhänge, Faschingsmasken: Narbengesicht, Totenschädel, Frankenstein. „80 Prozent der Bewerber sind ungeeignet für den Job“, sagt Freidland, sie sind nicht flink genug oder trauen sich nicht alleine auf den Parcours. Fünf Studenten hat die Chefin beschäftigt, ausnahmslos Männer. „Frauen können Sie das nicht zumuten“, sagt sie. Zu oft komme es zu Handgreiflichkeiten aus Panik. Ihre Erschrecker sind schon mit Messer und Schlagstock bedroht worden. Bezahlt wird die Gruselarbeit mäßig. Es gibt ein bisschen mehr als bei McDonald’s, sagt Friedland.


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