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Thema: Abi von 1,0 - trotzdem keine Berufsahnung

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  1. #1
    chrody88 ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
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    Abi von 1,0 - trotzdem keine Berufsahnung

    Hallo,

    ich habe 2010 mein Abitur von 1,0 absolviert. Danach habe ich erst ein halbes Jahr Zivildienst geleistet, dann ein halbes Jahr pausiert. Jetzt studiere ich Jura in Heidelberg im zweiten Semester - und weiß nicht, ob ich alles aufgeben soll und wenn ja - für was. Ich bin ganz verzweifelt.

    Ich habe an Lehramt gedacht - Latein, Mathe (meine Leistungskurse) und ein weiteres Fach. Findet ihr das überqualifiziert? Unter Wert verkauft? "Muss" jemand wie ich Arzt werden wegen der 1,0? Ich finde die Arbeit sehr sinnvoll, aber habe mich doch nie besonders dafür interessiert. An Jura stört mich, dass ich nie ein sicheres Ergebnis bekomme, Professoren und Korrektoren mit ihren Bewertungen regelrecht in den Rücken fallen und der Druck zum Staatsexamen wohl immer größer wird. Alle (spärlichen) Berufschancen hängen doch nur von der Examensnote ab. Und vielleicht bin ich nicht streitfreudig genug.
    Philosophie interessiert mich als Fach sehr, ist mir aber zu brotlos. Und ich mag alte Sprachen.

    Was denkt ihr soll ich tun? Ich werde schon 22 und ein Abi-Jahrgang nach dem anderen kommt aus den Schulen und ich weiß noch immer nicht, was ich will...

  2. #2
    Lisa_Angela ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
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    Hallo chrody88,

    ich befinde mich in einer ähnlichen Situation, wenngleich ich meine Abitur-Ergebnisse erst vor drei Tagen erfahren habe. Ich habe ebenfalls einen Schnitt von 1,0, bin jedoch seit Kurzem etwas ratlos, was meine Studienwahl anbelangt.

    Ich war mir lange Zeit sehr sicher, dass mein Traumberuf einmal der einer Lehrerin sein würde. Doch seit etwa einem halben Jahr zweifele ich zunehmend daran. Meine Sorgen liegen vornehmlich darin begründet, dass ich eher zurückhaltender bin und oft Probleme habe, mich gegenüber anderen durchzusetzen, weil ich zu gutmütig bin. Ich habe also Angst, dass mir die Schüler einmal "auf der Nase herumtanzen" und tun werden, was sie wollen.

    Natürlich wurde mein Denken auch von Aussagen von anderen beeinflusst. Am wenigsten mag ich die Behauptung, ich verschwendete damit mein gutes Abi. Ich denke aber, ein gutes Abi ist nur dann nützlich, wenn man daraus etwas macht. Mich interessieren die Naturwissenschaften zwar, ich könnte mir jedoch niemals ein Leben als Arzt oder in der Forschung vorstellen. Also studiere ich das auch nicht; ich sehe schlicht nicht ein, etwas zu studieren, nur, weil mein Schnitt mich dazu zu verpflichten scheint. Eine 1,0 macht mich schließlich noch lange nicht zu einem guten Arzt und der NC bei Medizin sagt auch nur aus, dass das viele machen wollen, und nicht, dass nur darin mein Abi sinnvoll aufgehoben wäre, weil der Studiengang so anspruchsvoll ist.

    Die Fächer, die ich studieren wollte, sind ebenfalls drei meiner fünf Leistungskurse (Deutsch, Englisch, Latein). Ich habe nun bald einen Termin bei einer Berufsberatung und hoffe, dabei etwas weiterzukommen. Ich schließe inzwischen auch ein FSJ, möglichst mit Kindern/Jugendlichen, nicht mehr aus und plane zudem weitere Praktika an Schulen.

    Ich weiß nicht, ob dir meine Überlegungen nun weitergeholfen haben, ich bin ja auch zwei Jahre jünger als du und gerade erst aus der Schule. Ich habe dir geantwortet, weil ich gesehen habe, dass auch dir die Möglichkeiten und die Vorurteile eines sehr guten Schnittes Probleme bereiten. Zu deinem Studium kann ich natürlich nichts sagen, auch nicht, ob du es weiterführen solltest.

    Was mir noch einfällt: Philosophie gibt es an meiner Schule als Orchideenfach, du könntest es also vielleicht auch auf Lehramt studieren.

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Entscheidung.

  3. #3
    chrody88 ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
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    2
    Lisa_Angela, Danke für deine Hinweise!

    Mir geht es ganz ähnlich. Ich befürchte irgendwie, etwas verpassen zu können, wenn ich das eine tue und das andere nicht. Und was Lehramt betrifft, weiß ich nun nicht mehr, wo ich noch welche Erfahrungen sammeln könnte... Nachhilfe macht mir sehr große Freude, ich weiß aber nicht, ob ich vom Unterricht von 30 Personen gleichzeitig genauso begeistert wäre.

    Ich glaube, man sollte nicht so lange suchen - man wird nie das Perfekte finden. Eine weitere Option für mich ist der Journalismus - aber wie dort hineinkommen?

    Dir auch viel Erfolg bei deiner Entscheidung.

  4. #4
    Lisa_Angela ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
    Registriert seit
    27.05.2012
    Beiträge
    3
    chrody88, danke für deine Antwort. :-)

    Bei mir war es auch so, dass ich über die Begeisterung für's Nachhilfe-Geben zu der Idee gelangte, ein Lehramtsstudium aufzunehmen.
    Ich habe vor zwei Jahren einmal ein einwöchiges Praktikum an einer Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule gemacht, an dessen Ende ich eine Stunde vor einer vierten Klasse selbst halten durfte. Das war eine tolle Erfahrung für mich, bei der ich gemerkt habe, dass es mir auch Freude bereitet, eine Gruppe von Schülern zu unterrichten. Es war aber auch eine sehr liebe Klasse, die, wenn es einmal lauter wurde, nach einer Ermahnung auch gleich wieder ruhig war, sodass es keine "Autoritätsprobleme" oder dergleichen gab.
    Vielleicht wäre ein Praktikum - evtl. sogar an deiner alten Schule - ja auch etwas für dich.

    Ich schreibe ebenfalls sehr gerne, habe jedoch schon oft gehört, dass ein reines Journalismus-Studium nicht immer zu empfehlen sei, es vielmehr besser wäre, wenn man ein konkretes Fach studierte, über das man später dann schreiben könne (also z.B. Chemie im Hinblick auf wissenschaftliche Studien und Artikel in entsprechenden Fachzeitschriften).

    Ich denke, dass du Recht hast, dass zu langes Überlegen auch zu nichts führt. Wollen wir hoffen, dass wir uns dennoch für das Richtige entscheiden. :-)

  5. #5
    Purgatory ist offline "Student" (20-79 Beiträge)
    Registriert seit
    26.07.2012
    Beiträge
    31
    Hey ihr beiden Süßen,

    also ich würde an eurer Stelle mir überlegen ob ich nicht eine wissenschaftliche Karierre antreten wollt?

    Dann könntet ihr Studenten unterrichten und gleichzeitig an spannenden Themen forschen...

    Und vor allem sind die Studenten ja schon junge Erwachsene die euch weit weniger auf der Nase rumhüpfen als z.B. pubertierende Mittelstufenschüler...

    Außerdem könntet ihr dann problemlos einfach das studieren, was ihr am interessantesten findet und diesen Bereich dann auch promovieren!

    Also wenn ich inteligent genug wäre, wäre dies auf jeden Fall meine erste Wahl :-)
    Lisa_Angela likes this.

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