Zum einen: "günstig" ist eine Studiensituation mit hohem Frauenanteil nur für weniger als die Hälfte aller Studierenden, nämlich die männlichen heterosexuellen
Dann: das studentische Umfeld und das Unileben an sich bieten derart viele Möglichkeiten, sich in kürzester Zeit einen gigantischen Bekanntenkreis zu erschließen, dass man schlicht und ergreifend selber dafür verantwortlich ist, wenn man im Studium zuwenig Leute welchen Geschlechts auch immer kennenlernt. Ich verweise nur auf die Möglichkeiten WG, Mensa, Asta, christliche Gruppierungen, Amnesty- und Umwelt- Gruppen, IAESTE, AGs aller Arten, Sprachkurse, Sportkurse, Unifeten, Fachschaft, freiwillige und Zusätzliche Kurse/Seminare, Exkursionen, HiWi-Jobs, Wohnheim-Programm, organisierte Spieleabende etc... So eine breite Pallette an Begegnungsmöglichkeiten hat man im Berufsleben wohl kaum wieder.
Thema: Absolute Beginner
Ergebnis 6 bis 10 von 116
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05-02-2009 12:05 #6
"Habilitand" (500-749 Beiträge)
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Richtig ist der Hinweis auf die Studiengänge und die jeweilige Verteilung Frau/ Mann.
Wichtig finde ich auch -habe ich glaube ich schon vor längerer Zeit hier mal geschrieben- wie das Studium organisert ist.
Hat das Studium einen eher schulischen Charakter, d. h. gibt es einen vorgeschriebenen Verlauf, der für jeden ungefähr gleich ist, so sind die Chancen eindeutig höher als bei einer sehr losen Organisation, in der die in einem Semester gewachsenen Strukturen jedesmal wieder durcheinandergewürfelt werden.
Das ist fast so, als ob jemand jedes halbe Jahr umziehen müsste und sich dann wundert, keine Kontakte zur Nachbarschaft aufbauen zu können.
Letztere sind hauptsächlich geisteswissenschaftliche Studiengänge. Die eher günstige Ausgangssituation mit relativ hohem Frauenanteil wird so zumindest zu einem Teil wieder zunichte gemacht.
Der "Zwang" zur Gruppenarbeit kann wiederum recht förderlich sein, ist aber auch immer semesterabhängig.
So sind also zahlreiche Möglichkeiten außerhalb des Studiums zu suchen. Wenn ich an mich selbst denke, so sind ein Großteil der Kontakte nicht im anonymen Betrieb der Massenuni entstanden, sondern in ganz anderen Lebensbereichen.
Schade. Ein Anstoß, mal über die Universiät von heute nachzudenken, auch in bildungstechnischer Hinsicht. Das wäre aber wiederum ein anderes Thema.
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05-02-2009 13:05 #7
"Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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05-02-2009 13:48 #8
"Habilitand" (500-749 Beiträge)
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Viele davon sind genauso semesterbezogen wie die Seminare und Kurse auch.
"Mensa" geh ich mal davon aus, dass Du nicht den Club der hyperintelligenten Menschen meinst, sondern die Essens-Mensa. Da gibt es keinen Unterschied zu irgendeinem Cafe oder Restaurant.
Zum Asta: Wenn ich mir ansehe, wer sich dort engagiert und warum, dann denke ich mir meinen Teil.
Und einige Gruppen, die Du aufgezählt hast, haben nichts per se mit der Uni zu tun. Das sage ich ja: Außerhalb der Uni gibt es mehr Möglichkeiten als innerhalb. Dass man dort zu Kontakten kommt, ist richtig.
Aber: Gleichzeitig muss man sagen, dass die Uni ja auch ein bißchen Zeit für sich in Anspruch nimmt. Wer sich daneben noch in etlichen Dingen engagieren kann, umso besser. Viele müssen noch neben der Uni viele Dinge nebenbei erledigen, manche auch für den Lebensunterhalt sorgen. Die Möglichkeiten sind also doch sichtlich begrenzt.
Und, wenn wir bei der Uni bleiben: Der Erstkontakt findet nunmal in den Seminaren und Kursen statt. Und wenn dies wegfällt, dann ist schon ein wichtiger Pfeiler nicht gegeben, zumal etliche Konatkte anderswo direkt oder indirekt daraus resultieren.
Ja, und genau das meinte ich auch .... eben ein Bekanntenkreis und sehr gigantisch. Aber die Quantität, die ja auch noch durch das stetige Durcheinanderwürfeln nach den Semestern erhöht wird, geht zu Lasten der "Qualität". D. h. viel Oberflächliches und nichts dahinter. Und all die schönen, spontanen und informellen Sachen sind doch da um nichts besser, im Gegenteil: Die meisten verflüchtigen sich schon bevor das Semester zu Ende geht.
Für mich kommt´s eh zu spät, da Studium abgeschlossen. Aber ich wollte meine Lebenserfahrung mit den derzeit Unglücklichen in den geisteswissenschaftlichen Fächern teilen.
Meiner Ansicht nach dringend reformbedürftig.
Geändert von catweazle3 (05-02-2009 um 14:25 Uhr)
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05-02-2009 14:20 #9
Juppiduh hat natürlich Recht, wenn sie feststellt, dass es einen Haufen Beschäftigungsmöglichkeiten an der Uni gibt, und ich zweifle nicht daran, dass keiner, in dessen Interessengebiet die von ihr gelisteten Aktivitäten fallen, Probleme haben wird, Leute kennen zu lernen.
Ich würde aber zögern, die permanente Partnerlosigkeit mit der Abwesenheit eines sozialen Umfeldes (möglicherweise ausgelöst durch das Ignorieren der entsprechenden Gelegenheiten an der Uni) zu erklären. Oft genug gibt es ja Fälle, in denen es zwar keinen Mangel an Kontakten gibt, aber eine klare Grenze hinsichtlich des Intensitätsniveaus: Viele Phantome sind ja mit einem durchaus vorzeigbaren Freundeskreis ausgerüstet, ohne dass dieser Umstand einen Einfluss auf den Partnerschaftsstatus hätte.
Und als ob der Rätsel nicht genug wären: Mir jedenfalls ist - gerade im Lichte von Juppiduhs Statement - vollkommen unklar, weshalb das AB-tum nun ausgerechnet unter Studenten so extrem verbreitet ist..."Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung."
(Jean-Jacques Rousseau)
"Science flies you to the moon.
Religion flies you into buildings."
(Victor Stenger)
Am Ende wird alles gut.
Und falls nicht, ist es nicht das Ende.
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05-02-2009 14:56 #10
"Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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Meine Theorie ist ja, dass oftmals mangelndes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen ein Hemmschuh in Sachen Beziehungsaufbau sind. Es heißt nicht umsonst "Heiratsmarkt"
, also man muss die jeweilige Person des Interesses von seinen Qualitäten überzeugen, damit er/sie sich tiefergehend auf einen einlässt. Wer nicht sonderlich von sich überzeugt ist kommt auch nicht überzeugend rüber.
Geringeres Selbstbewusstsein findet man häufiger bei eher selbstkritischen Menschen; und dass sind wiederum eher Menschen mit höherer Bildung, die vielleicht auch mehr Zeit und Muße hatten, sich über viele Dinge Gedanken zu machen. Insofern wundert es mich gar nicht, dass Akademiker sich in Sachen Partnerfindung häufig schwer tun. Außerdem trägt hierzu natürlich die ausbildungs- und berufsbedingte Mobilität bei.
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