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  1. #1
    Fielding ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
    Registriert seit
    15.05.2007
    Beiträge
    1

    Körperwelten-Ausstellung: Leichen, die Sex haben

    Gunther von Hagens neue Körperwelten-Ausstellung in Berlin zeigt u.a. Leichen beim Liebesakt (hier eine Bildergalerie). Grenzt das an Perversion und sollte daher verboten werden? Oder übertreiben die Kritiker des Plastinationsverfahren und alles ist halb so schlimm? Diskutiert mit uns und anderen UNICUM Usern!

    Oliver Baentsch, UNICUM Redaktion
    Geändert von Fielding (08-05-2009 um 16:21 Uhr)

  2. #2
    Akiva ist offline "Professor" (750-1499 Beiträge)
    Registriert seit
    09.11.2002
    Beiträge
    1.085
    Schon, als dieser Herr Hagen zum ersten Mal mit seinen Präparaten an die Öffentlichkeit gegangen ist, habe ich mich gefragt: Was treibt Menschen dazu, in eine Schau zu gehen, um sich Leichen anzuschauen? Es muss einen besonderen Nervenkitzel ausmachen, sich diese so genannten Exponate/Plastinate anzuschauen, anders kann ich mir diesen Wahnsinn nicht erklären. Im Leichenschauhaus ist es halt nicht so prickelnd. Dort ist es kalt und klamm, und die Toten liegen nur einfach rum. Machen keinen Sport, keinen Sex, machen einfach gar nichts mehr. Das interessiert dann keinen mehr.
    Auch ohne selbst fromm zu sein, wundere ich mich, dass die Kirchen nicht längst etwas gegen diese Untaten gegen das menschliche Wesen unternommen haben. Eine Gesellschaft definiert sich immer auch dadurch, wie sie mit ihren Toten umgeht. Ein Herr Hagen sieht in den Leichen nur mehr Material / ein Stück Fleisch. Aber selbst wenn meine Tochter /meine Mutter/ irgendwelche anderen Verwandten ihr Einverständnis für eine solche Herabwürdigung gegeben hätten: soll ich in so eine „SCHAU“ gehen, um zu sagen: Hallo, schön, dass Ihr hier gelandet seid?
    Dieses Scheinargument mit der Einverständniserklärung geht mir sowieso auf die Nerven. Anderswo verkaufen Leute ihre Kinder. Da schreitet der Staat ein, obwohl es unterschrieben wurde. Mit Organen wird Kohle gemacht. Da schreitet der Staat ein. Wenn Herr Hagen sich an Menschen vergreift, rennen die Massen hin, um ihm zu huldigen und der Staat hält still.
    Wenn ich morgen zu einem selbst ernannten Künstler sage, er soll mich nach meinem Tod auf ein Kreuz spannen, wie seinerzeit Jesus, und mich dann ausstellen - dann wäre das doch auch toll, oder? Wie tiefsinnig!
    Nein. Nicht alles, was machbar ist, muss auch gemacht werden.
    Es spielt überhaupt keine Rolle, ob in diesen Ausstellungen jetzt „Tote beim Sex“ zu sehen sind und das auch gar nicht anregend sein soll: der Tenor ist unverändert menschenverachtend.
    Nein. Verbieten würde ich das nicht, weil ich generell vorsichtig mit Verboten bin. Aber ich würde mir wünschen, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich einfach „tot stellt“. Dann würde der Spuk ein Ende und die Toten ihre Ruhe haben.

  3. #3
    X-Mix ist offline "Student" (20-79 Beiträge)
    Registriert seit
    12.07.2006
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    29
    man muss nicht immer alles in die spitze treiben..

  4. #4
    jodoca ist offline Moderator
    Registriert seit
    01.01.2003
    Beiträge
    3.140
    es ist nicht das material, was mich stört, das mag sogar einen gewissen reiz besitzen.

    mich stört der populistisch ausgerichtete willen von hagens, mit dem, unter dem deckmantel der kunst und dem vorangetragenen banner der aufklärung, geld gemacht wird. die umsetzung in den objekten ist reinstes klischee einer massenästhetik, ein bißchen ih, ein bißchen ah und das hat man ja noch nie gesehen und echter realismus, o-ho! kitsch auf bildzeitungsniveau.
    Ein Gedicht, was es sonst auch immer noch sein mag, ist zuerst ein Text.

  5. #5
    Thomas Bernhard ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    13.01.2003
    Beiträge
    4.691
    In der neuen Ausstellung war ich nicht, jedoch in der alten.

    Ich frage mich: Wo ist da der Erkenntnisgewinn für den Betrachter? Es ist bestenfalls nette Unterhaltung. Das einzige, was mir in Erinnerung geblieben ist: Föten sehen auch viele Wochen nach der Befruchtung mitnichten wie "kleine Menschen" aus, sondern eher wie altes Kaugummi.
    Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
    Dem Narren ein Denkmal.
    Dem Reimliebhaber ein Gedicht.

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