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  1. #1
    MySci ist offline "Student" (20-79 Beiträge)
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    27

    Stanislaw Lem: Warum kein Nobelpreis??

    Ich finde es gibt sehr viele gute Schriftsteller, viele sehr gute Schriftsteller aber nur wenige einzigartige Schriftsteller!Stanislaw Lem gehört eindeutig zu den letzteren. Er hat so viele großartige Werke verfasst, dass mich schon seit einiger Zeit wurmt, dass der Nobelpreis einen großen Bogen um ihn macht. Dabei sind seine Werke literarisch einmalig, sie zeugen dazu von einem immensem Scharfsinn. Ist es, weil es sich größtenteils um Sci-Fi-Literatur handelt?Wenn diese Frage bejaht wird, ist der Nobelpreis für Literatur im Grunde eine Schande, denn er schränkt den freien Geist der Kreativität der Schriftsteller auf eine äußerst dreiste Art und Weise ein. Es hieße, dass das Sci-Fi Genre keine Literatur darstellen kann und wenn man dies doch zulasse, dann sei diese von vornerein als schlecht zu bewerten.
    Warum bekommt ein Schriftsteller wie Günther Gras, dessen Werke literarisch ebenso wertvoll sind wie Lems, den Nobelpreis, obwohl die meisten seiner Wekre für die wenigsten lesbar sind?
    Geändert von MySci (18-10-2004 um 18:36 Uhr)

  2. #2
    jodoca ist offline Moderator
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    3.140
    Zitat Zitat von MySci
    Warum bekommt ein Schriftsteller wie Günther Gras, dessen Werke literarisch ebenso wertvoll sind wie Lems, den Nobelpreis, obwohl die wenigsten seiner Wekre für die wenigsten lesbar sind?
    ich glaube nicht, dass hier die "schuld" bei herrn grass liegt, aber wenn du so argumentierst, dann sollte nach frau jelinek zwingend die frau rowling nobelgeehrt werden.
    Ein Gedicht, was es sonst auch immer noch sein mag, ist zuerst ein Text.

  3. #3
    krischan Gast
    Zitat Zitat von jodoca
    ich glaube nicht, dass hier die "schuld" bei herrn grass liegt, aber wenn du so argumentierst, dann sollte nach frau jelinek zwingend die frau rowling nobelgeehrt werden.
    Hm, sobald die Harry-Potter-Tante nen ernsthaften Literaturpreis gewinnt, wandere ich freiwillig zum Mars aus. Ansonsten gibt es ja bei der Nobelkommission *Vorschläge*...d.h. die suchen sich die Leute nicht freiwillig aus, sondern wählen aus einer Reihe von Vorschlägen aus. Und da ist halt auch viel persönlicher Geschmack dabei (wobei mich mal interessieren würde, ob das bei den Naturwissenschaften auch so ist!).

    Ansonsten gilt hier: Der persönliche Geschmack kann sicherlich keine Grundlage für eine allgemeine Bewertung sein. Dem einen gefällts, dem anderen nicht. So what?

    Krischan

  4. #4
    Avatar von Valas
    Valas ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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    2.710
    Ich wüsste nicht was die Potterine für die Literatur getan hat. Ausser einmal die Auflagen springen zu lassen (jaja, ich bin und bleibe BWLer )

    Ich finde auch das Lem durchaus den Preis verdient hätte. Seine Geschichten haben vermutlich mehr Einfluß auf die menschen und die Literatur gehabt als die von Grass. Gut, kann man natürlich drüber streiten, aber das er das ganze Genre mit aufgebaut hat lässt sich ja nur schwer leugnen, oder täusch ich mich da?
    Ich denke aber auch das es mit seinem Thema zu tun hat. Er schreibt eben nahe der Trivialliteratur und das ist den meisten wohl nicht geheuer.
    Schade
    Anglizismen sind Bullshit


    Wenn man weiß wer der Böse ist hat der Tag Struktur(Volker Pispers)


  5. #5
    Avatar von S. Anders
    S. Anders ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
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    29.01.2003
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    499
    Manches Genre fristet eben nach wie vor ein Schattendasein dicht neben, aber eben nicht innerhalb dessen, was "noble" Kommissionen oder Literaturwissenschaftler (für mich nach wie vor ein Paradoxon, dieses Kompositum) als "Weltliteratur" bezeichnen würden.

    Nun schrieb bspw. Jules Verne unbestreitbar (auch) Science Fiction, ich wage aber zu behaupten, daß erst nach seinem Tod und der fortdauernden posthumen Rezeption so etwas wie "Weltliteratur" daraus werden konnte. In diesen Literaturfeldern ist das wie mit der päpstlichen Heiligsprechung: erst wer sich historisch mit weißer Weste (über seinen Tod hinaus) zu behaupten vermag, darf sich "Weltliterat" nennen; nur fair wäre da eine Nobelpreis-Vergabe ausschließlich an verstorbene Dichter. Wer weiß, was uns die Jelinek* in den nächsten Jahren noch alles auftischen wird? Robotermärchen, womöglich...



    Ansonsten stimme ich Euch insoweit zu, als daß Lem jeden Preis dieser Welt verdient hätte. Für mich schreibt dieser liebe alte Mann (ich glaube, er war schon immer alt und lieb) Weltliteratur. Ohne Frage.

    Sam



    [ * Zu E. J. kann und will ich nicht viel sagen; es beschleicht mich allerdings der Eindruck, als sei das Beste, was eifrige Leser ihres Werkes selbigem bescheinigen können, ein übergroßes Sprachvermögen und ein recht schonungsloser Stil. Es tut mir sehr leid, aber ich besuche auch keine Kinofilme, wenn das einzige Fazit von Presse und Freunden lautet: "Schöne Bilder". So weit geht mein Ästhetizismus dann doch nicht. ]
    Geändert von S. Anders (13-10-2004 um 14:01 Uhr)
    Gruß, Sam
    s. anders ist stolzer moderator des bücherforums
    und wird eingekleidet von seiner mama

    als orion "zett" green und timotheus roth
    kämpft er tapfer in den logorrhien wars

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