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  1. #1
    Thomas Bernhard ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    13.01.2003
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    4.692

    Leon de Winter: "Hoffmanns Hunger" - Die Diskussion ist eröffnet!

    Hallo Buchforumsnutzer und Buchlesekreisteilnehmer!

    Dies ist der, ein Thread, in dem über das Werk von Leon de Winter, nämlich "Hoffmanns Hunger" diskutiert wird. Dieses Buch wurde vor ca 4 Wochen durch Abstimmung ermittelt und bis dato hatten hoffentlich viele die Möglichkeit, es zu lesen. Bitte keine Kommentare zu dem Buch von Leuten, die selbiges gar nicht gelesen haben!

    Zu Beginn möchte ich vorschlagen, das jeder Leser, der seinen Senf zu "Hoffmanns Hunger" loswerden will, zuerst eine (mehr oder weniger, wie beliebt) komplette Besprechung (die deswegen nicht irgendiwe beosnders lang sein muß) hier hereinstellt, bevor dann gleitend die offene Diskussion zu bestimmten Aspekten beginnen kann.

    Auf lebhafte Debatten freut sich:

  2. #2
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    25.07.2003
    Beiträge
    5.278

    Böse Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll ... .

    Seite 65: Wann passiert endlich was
    Seite 130: Es passiert immer noch nix.
    ... 2 Wochen Lesepause ...
    Seite 365: Es ist eigentlich nix passiert.

    Sprache:
    In dem Buch kamen tatsächlich ein paar ganz interessante Sätze vor; aber die waren alle von Spinoza.
    Das kann nicht alles einer schlechten Übersetzung geschuldet sein. Dafür sind sich Deutsch und Nederlands zu ähnlich.

    Figuren:
    Kaum 10 % der Worte sind den Ereignissen gewidmet. Die Figuren nehmen hingegen den weitaus größten Raum ein. Da sollte man doch erwarten, dass ein Schriftsteller, der seinen Figuren so viel Platz einräumt, ihnen auch einen ähnlich hohen Anteil an Aufmerksamkeit und Liebe schenkt. Wir finden aber keines jener liebevollen Worte mit denen zum Beispiel Karl May seine oft schrulligen Figuren wie Halef Omar, Edeward Franke oder Jakob Pfefferkorn beschreibt.
    Stattdessen entdecken wir einen Mangel an Präzision. Ein Sauberkeitsfanatiker raucht nicht, und ein Mensch der länger als 14 Tage ohne anständigen Schlaf auskommen muss, ist nicht mehr in der Lage, einer geregelten Tätigkeit nachzugehen.
    So schleppen sich die Seiten dahin, auf denen wir ständig mit kaputten Typen konfrontiert werden, bei denen wir uns im Verlauf des ganzen Romans nicht entscheiden können, ob wir sie bemitleiden oder verachten sollen; nach 200 Seiten kotzen sie einen nur noch an.
    Die Frauen sind zwar an Allem Schuld, aber sie bleiben im Hintergrund und kommen nicht über das Stadium einer Ehefrau, Geliebten oder Schlampe hinaus.
    Die wesentlichen Elemente, Mitleid und Furcht, wollen sich einfach nicht einstellen; die Reinigung bleibt auf der Strecke.

    Handlung:
    Es findet keine statt. Alles verläuft irgendwie im Sande. Selbst die umständlich beschriebenen Personen bringen zu keiner Zeit eine Handlung in irgendeiner Weise voran. Alles bleibt im Ansatz stecken. Nichts hat irgendwelche Konsequenzen. Zusammenhänge wirken ehr an den Haaren herbeigezogen als vom Schriftsteller konstruiert. Am Ende löst sich Alles irgendwie in Wohlgefallen auf.

    Orte:
    Leon de Winter hat vom Prag des Jahres 1989 vermutlich weniger Ahnung als ich vom Warschau des Jahres 1988.
    Bevor er einen weiteren Roman schreibt, sollte sich Leon de Winter mal "Entscheidung in Berlin" von Leon Uris durchlesen, und sich eine breite Scheibe von ihm abschneiden.

    Sonstiges:
    Leon de Winter lässt Hoffman Dinge über die Deutschen sagen bzw. beschreibt sie mit Worten, die vielleicht geeignet sind, den Absatz des Buches in den Niederlanden zu fördern; ich hätte mich jedoch geweigert, dieses Buch ins Deutsche zu übersetzen.

    Fazit:
    Dieses war mit weitem Abstand das mieseste Buch, das ich jemals gelesen habe. (und das, beim Großen Gasförmigen, will echt was heißen) Ich bereue zutiefst, dass ich in der Abstimmung dafür gewesen bin. (Asche auf mein in Demut gesenktes Haupt)
    Bleibt zum Abschluss nur noch die flehendliche Bitte an den Admin:

    Wann bekomme ich endlich meinen kotzenden smiley?

  3. #3
    MuReloaded Gast
    Zitat Zitat von Thomas Bernhard
    Hallo Buchforumsnutzer und Buchlesekreisteilnehmer!

    Dies ist der, ein Thread, in dem über das Werk von Leon de Winter, nämlich "Hoffmanns Hunger" diskutiert wird. Dieses Buch wurde vor ca 4 Wochen durch Abstimmung ermittelt und bis dato hatten hoffentlich viele die Möglichkeit, es zu lesen. Bitte keine Kommentare zu dem Buch von Leuten, die selbiges gar nicht gelesen haben!

    Zu Beginn möchte ich vorschlagen, das jeder Leser, der seinen Senf zu "Hoffmanns Hunger" loswerden will, zuerst eine (mehr oder weniger, wie beliebt) komplette Besprechung (die deswegen nicht irgendiwe beosnders lang sein muß) hier hereinstellt, bevor dann gleitend die offene Diskussion zu bestimmten Aspekten beginnen kann.

    Auf lebhafte Debatten freut sich:
    Muss mich leider ausklingen, habe das Buch bestellen wollenb, wäre dann erst in einer Woche geliefert. Werde trotzdem mitlesen und mich dann entscheiden es trotzdem noch zu kaufen.. oder nicht. Allerdings habe ich das Glück, dass ich ihn jede Woche in einem magazin lesen kann Viel Spass!

    Nachtrag@Astir: vielleicht ist es vielbezeichnend, dass von seinen Büchern hier einige (auch ältere) direkt aus dem Regal zu kriegen sind, und dieses Buch mit langer Lieferzeit versehen ist..
    Geändert von MuReloaded (08-12-2004 um 10:35 Uhr)

  4. #4
    rapunzeline Gast
    Zitat Zitat von Astir01
    Seite 65: Wann passiert endlich was
    Seite 130: Es passiert immer noch nix.
    ... 2 Wochen Lesepause ...
    Seite 365: Es ist eigentlich nix passiert.

    Sprache:
    In dem Buch kamen tatsächlich ein paar ganz interessante Sätze vor; aber die waren alle von Spinoza.
    Das kann nicht alles einer schlechten Übersetzung geschuldet sein. Dafür sind sich Deutsch und Nederlands zu ähnlich.

    Figuren:
    Kaum 10 % der Worte sind den Ereignissen gewidmet. Die Figuren nehmen hingegen den weitaus größten Raum ein. Da sollte man doch erwarten, dass ein Schriftsteller, der seinen Figuren so viel Platz einräumt, ihnen auch einen ähnlich hohen Anteil an Aufmerksamkeit und Liebe schenkt. Wir finden aber keines jener liebevollen Worte mit denen zum Beispiel Karl May seine oft schrulligen Figuren wie Halef Omar, Edeward Franke oder Jakob Pfefferkorn beschreibt.
    Stattdessen entdecken wir einen Mangel an Präzision. Ein Sauberkeitsfanatiker raucht nicht, und ein Mensch der länger als 14 Tage ohne anständigen Schlaf auskommen muss, ist nicht mehr in der Lage, einer geregelten Tätigkeit nachzugehen.
    So schleppen sich die Seiten dahin, auf denen wir ständig mit kaputten Typen konfrontiert werden, bei denen wir uns im Verlauf des ganzen Romans nicht entscheiden können, ob wir sie bemitleiden oder verachten sollen; nach 200 Seiten kotzen sie einen nur noch an.
    Die Frauen sind zwar an Allem Schuld, aber sie bleiben im Hintergrund und kommen nicht über das Stadium einer Ehefrau, Geliebten oder Schlampe hinaus.
    Die wesentlichen Elemente, Mitleid und Furcht, wollen sich einfach nicht einstellen; die Reinigung bleibt auf der Strecke.

    Handlung:
    Es findet keine statt. Alles verläuft irgendwie im Sande. Selbst die umständlich beschriebenen Personen bringen zu keiner Zeit eine Handlung in irgendeiner Weise voran. Alles bleibt im Ansatz stecken. Nichts hat irgendwelche Konsequenzen. Zusammenhänge wirken ehr an den Haaren herbeigezogen als vom Schriftsteller konstruiert. Am Ende löst sich Alles irgendwie in Wohlgefallen auf.

    Orte:
    Leon de Winter hat vom Prag des Jahres 1989 vermutlich weniger Ahnung als ich vom Warschau des Jahres 1988.
    Bevor er einen weiteren Roman schreibt, sollte sich Leon de Winter mal "Entscheidung in Berlin" von Leon Uris durchlesen, und sich eine breite Scheibe von ihm abschneiden.

    Sonstiges:
    Leon de Winter lässt Hoffman Dinge über die Deutschen sagen bzw. beschreibt sie mit Worten, die vielleicht geeignet sind, den Absatz des Buches in den Niederlanden zu fördern; ich hätte mich jedoch geweigert, dieses Buch ins Deutsche zu übersetzen.

    Fazit:
    Dieses war mit weitem Abstand das mieseste Buch, das ich jemals gelesen habe. (und das, beim Großen Gasförmigen, will echt was heißen) Ich bereue zutiefst, dass ich in der Abstimmung dafür gewesen bin. (Asche auf mein in Demut gesenktes Haupt)
    Bleibt zum Abschluss nur noch die flehendliche Bitte an den Admin:

    Wann bekomme ich endlich meinen kotzenden smiley?

    Vermutlich legst Du nach diesem vernichtenden Vortrag auf jeglichen weiteren Kommentar zu diesem Buch keinen gesteigerten Wert!

  5. #5
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    25.07.2003
    Beiträge
    5.278
    Zitat Zitat von rapunzeline
    Vermutlich legst Du nach diesem vernichtenden Vortrag auf jeglichen weiteren Kommentar zu diesem Buch keinen gesteigerten Wert!
    DOCH!
    Ich will Euch jammern, heulen und mit den Zähnen klappern hören! *fg*

    (Außerdem wäre es ja unfair, wenn ich der Einzige bliebe, der durch die Hölle gegangen ist.)

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