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  1. #1
    LiWi-Junkie Gast

    Überschätzte und schlechte Bücher!!!

    Ja, es gibt auch sie!
    Bücher, die von allen Seiten gepusht und mit Lob von den höchsten Instanzen überschüttet werden, sich bei eigener (Pflicht-)Lektüre sich jedoch als völliger Schrott entpuppen. Wer kennt das nicht. Jeder sollte sich unabhängig von allen verkniffenen Heidenreichs der Republik auch eine subjektive Meinung bilden dürfen. Hier eine kleine Auswahl meiner ganz persönlichen "Most-Hated":

    1. "Der Vorleser" von Schlink. Ich hab's in Schule wie Uni mehrfach durchgekaut und kann immer noch sagen: WAS FÜR EIN QUARK!
    Eine richtig gute Idee wird so überzogen und hirnrissig gestaltet, dass man sich die Haare rauft. Auch wenn so viele klasse Autoren der Literaturgeschichte Juristen waren, dieser sollte bei seinen Leisten bleiben.
    Irgendwann erscheint einem der Protagonist nur noch als selbstverliebter Jammerlappen, dem ja von der bösen bösen, armen armen Naziverbecherin, die man als Person noch nicht mal angemessen kennen lernt, das ganze Leben versaut wurde. Der Typ taumelt doch nur verpeilt rum und kriegt vom realen Leben nichts mehr mit, schuld sind die anderen und er macht auf seiner juristisch-historischen Sinnsuche noch einen auf Mutter Theresa, damit man auch garantiert Mitleid hat.
    Die Darstellung der Hanna im Buch hat mich einfach nur enttäuscht, weil sie irgendwie platt und unausgegoren war. Das (Sex-)Monster mit der schwachen Stelle, das sich folgerichtig und schuldbewusst das Leben nimmt. Fertig.
    Nee, das ist einfach nicht das Gelbe vom Ei.

    2. "Zonenkinder" von J. Hensel.
    Der "kulturelle Konflikt" zwischen Ost- und Westdeutschland ist natürlich eine nicht uninteressante Sache, was hab ich mich gefreut, das ganze mal jenseits der dummen Klischees erläutert zu bekommen. Denkste!
    Die Autorin jammert ihrer glücklichen Kindheit hinterher und schielt neidisch auf die entweder alternativen oder schicken Westler, die natürlich allesamt arrogante Bratzen sind. Zwischendurch noch etwas Kritik am Osten und die Aussage, wie verloren man sich vorkommt. Toll. Da frage ich dann doch lieber meinen aus dem Osten stammenden Lebensgefährten, da krieg ich das glaubwürdiger. Ich hab mich nach dem Lesen gefragt, was die Frau eigentlich will. Etwas mehr Humor hätte dem Werk gut getan, oder vielleicht auch bitterer Ernst, aber nicht so'n Wischiwaschi.

    3. "Crazy", von B. Lebert.
    Muss man dazu noch Worte verlieren?



    Ich freu mich schon auf eure meistgehassten Bücher und "Verrisse".
    Grüße von LiWi-Junkie.

  2. #2
    Avatar von KansasGirl
    KansasGirl ist offline "Doktorand" (150-299 Beiträge)
    Registriert seit
    26.09.2004
    Beiträge
    209
    Beim Vorleser kann ich nur zustimmen und ich kenne viele leute die dieses buch nicht toll fanden (einschlieslich die englische übersetzung).
    ich denke auch der "da vinci code" (weiss leider den deutschen titel nicht) ist viel zu überbewertet worden. ich habe ihn vor eingen wochen dann doch endlich mal gelesen und muss sagen ich verstehe das ganze gerede darum nicht. ich dachte einfach nur, es ist ein guter krimi, das ist alles. und er sagt ja selber, oder besser lässt seinen protagonisten sagen, dass er mit dem buch nicht die christliche lehre in frage stellt, sondern einfach nur eine neue art des denkens, eine alternative anbietet. ja es ist ein gutes und interessantes buch, mit einigen kleinen historischen fehlern, aber weiter nichts - nur eine fiktive geschichte.
    ein anderes buch was sehr hochgelobt wurde, zumindest hier in den staten ist "Five People you will meet in Heaven" von Mitch Albom - ich fand es eher fad und unaufregend - auch die verfilmung war meiner ansicht nach nicht sehr toll.
    es gibt noch mehr solche bücher, vor allem auf leselisten germanistischer institute und die ale aufzuzählen würde denke ich den rahmen sprengen, aber es hat eben jeder seinen eigenen geschmack und die leute lassen sich nun mal gerne sagen, was sie mögen sollen.

  3. #3
    Avatar von Mister_Crac
    Mister_Crac ist offline Moderator
    Registriert seit
    16.02.2004
    Beiträge
    3.777
    "Die Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek soll recht gräßlich sein.
    Habe es zwar selbst nicht gelesen, aber meine Mutter hat und für gewöhnlich ist ihr Geschmack+Urteil ziemlich gut.

  4. #4
    Thomas Bernhard ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    13.01.2003
    Beiträge
    4.691
    James Joyce: Ullysses
    Endloses Gefasel, dessen Wirrheit als Werk von großer Symbolkraft ausgelegt wird, in Wirklichkeit aber bloß verquaster Quatsch ist.
    Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
    Dem Narren ein Denkmal.
    Dem Reimliebhaber ein Gedicht.

  5. #5
    LiWi-Junkie Gast
    @Mister-Crac
    Jelinek ist wahrlich Geschmackssache, ich mag sie ganz gerne, obwohl ich trotz stolzer Weiblichkeit keine Freundin von freudlos-biestigem Radikal-Feminismus bin. Die durchgeknallte Österreicherin bringt aber auch astreine Sozialkritik / Satire und hat Mut dazu zu stehen.

    Wo ich grad beim Thema bin, Zimmer Bradleys "Nebel von Avalon". Eines der kitschigsten und pathetischsten Bücher aller Zeiten, ich kam irgendwie nie über Seite 400 hinaus *g*. Alle Männer sind bööööse, nutzlos, hirnamputiert oder alles zusammen. Ich kenne Feministinnen, denen das sogar zu weit ging.
    Da geb ich mir lieber nochmal das Nibelungenlied oder andere Sagen im Original bzw. Übersetzung.

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