Lieber Tanzbär,
ich muß mich doch wundern: Da gibt es diesen amerikanischen Trivialschriftsteller (Dan Brown) und dann gibt es einen großen Mainstream-Popcorn-Blockbuster-Produzent (Bruckheimer) auf der einen Seite. Auf der anderen Seite das neue Testament und der Wissenschaftler Leonardo da Vinci. Und die beiden erstgenannten verwursten nicht nur eine krude Jesus-Nachfahrengeschichte mit einem Bilderrätsel, nein, sie denken sich auch noch aus, daß jemand wie da Vinci sich die Zeit genommen hat, sich für so ein Boulevardthema zu interessieren! Mit Verlaub, das ist nicht nur Bullshit, das ist ein respektloser Umgang mit Religion und Geschichte zugunsten einer albernen Geschichte, die nur eines will: Geld verdienen. Kein nur halbwegs aufgeklärt-wissenschaftlich denkender Student sollte sich mit so einem Mist befassen. Finde ich.
Thema: Da Vinci Code im Kino
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19-04-2006 15:01 #1
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Da Vinci Code im Kino
ich brache eure Hilfe,
...Jean Réno ist so großartig, dass allein schon das Grund genug wäre den Film zu sehen, aber auch der Stoff ist bestimmt alles andere als ohne. Da ich mich sehr für dieses Thema, den da Vinci Code betreffend, interessiere, bin ich über jede Diskussion, die mir die Wartezeit verkürzt sehr dankbar und habe da gleich mal eine Frage, bezüglich einer CD Produktion auf die ich gestoßen bin mit dem bezeichneten Titel "Music inspired by Da Vinci" , die vom Buch inspiriert ist. Klingt ganz gut und würde aber gerne wissen, ob das der offizielle Soundtrack sein wird. Kann auch nur nochmal jedem empfehlen auf jeden Fall das Buch zu lesen und in den Film zu gehen. Für Tipps und Anregungen bin sehr dankbar ...bis dann
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20-04-2006 09:19 #2
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
Dem Narren ein Denkmal.
Dem Reimliebhaber ein Gedicht.
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20-04-2006 22:50 #3
"Professor" (750-1499 Beiträge)
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Thomas Bernhard,
ich bin gleich doppelt anderer Meinung.
Erstens, warum ist die Frage, ob Jesus mit einer Frau zusammengelebt hat, ein "Boulevardthema" und damit etwas, was einen Leonardo da Vinci gefälligst nicht zu interessieren hat?
Zweitens, warum sollte sich ein/e "nur halbwegs aufgeklärt" usw. denkende/r Student/in nicht für diese Frage interessieren, wenn er/sie in einem fiktionalen Buch auf die Thematik stößt? Die Suche nach dem heiligen Gral beschäftigt die Gemüter schließlich nicht erst seit Sakrileg, ich erinnere da nur an die Parzival-Geschichte und an den Film einer britischen Komikertruppe, die sich auch eines anderen als religiös zu bezeichnenden Themas mit viel Zartgefühl angenommen hat.
In einem stimme ich allerdings mit Dir überein: The Da Vinci Code hat von Anfang an eher als Drehbuch für einen mittelmäßigen (aber gewinnträchtigen) Actionfilm denn als Literatur getaugt. Um so passender, dass er jetzt verfilmt wird. Wenn sich danach ein paar Leute mehr für Da Vinci interessieren, ist niemandem geschadet, und die große Respektlosigkeit vor Religion und/oder Geschichte sehe ich einfach nicht. Ist es respektlos, sich mit den apokryphen Schriften zu befassen (jetzt gerade übrigens wieder mit der Judas-Schrift geschehen und zwar von hoch wissenschaftlicher Seite), also religionsgeschichtliche Fragen zu stellen?
Nein, das Buch ist nicht toll, über den Film können wir uns ja zu gegebener Zeit kabbeln, aber Deine inhaltlichen Argumente sind, mit Verlaub gesagt
Zitat von Thomas Bernhard
Don't cry - work.
Rainald Goetz
Gedanken sind frei. Worte nicht ganz so.
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20-04-2006 22:56 #4
"Professor" (750-1499 Beiträge)
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P.s.
Tanzbär, ich vermute mal, mit Deiner CD ist einfach nur einer mehr auf den Da Vinci/Dan Brown-Zug aufgesprungen, in der offensichtlich nicht ganz fehlgeleiteten Überzeugung, dass man damit ein paar Euro verdienen kann. Aber hey, Hauptsache, die Musik gefällt Dir.
Don't cry - work.
Rainald Goetz
Gedanken sind frei. Worte nicht ganz so.
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21-04-2006 09:52 #5
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Die große Toleranz von Miss Smilla ist bewundernswert, ich wünschte, ich wäre so tolerant, bin es aber einfach nicht...
Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
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