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  1. #1
    tobi81 Gast

    Online-Lesekreis - Die Diskussion (Franz Kafka - Amerika)

    Hallo!

    In diesem Thread soll nun die Diskussion zu Franz Kafkas Amerika stattfinden.

    Ich würde vorschlagen, dass wir uns das Werk schrittweise vornehmen und zunächst mit den ersten beiden Teilen, "Der Heizer" und "Der Onkel", beginnen.

    Wer Lust hat kann beginnen einzelne Sachverhalte zu posten, auf die wir anderen eingehen können. Es soll demnach nicht das komplette Buch auf einmal besprochen, sondern sich langsam durchgearbeitet werden.

    Ich freue mich auf den ersten Post.

    Viele Grüße

    Tobi

  2. #2
    Thomas Bernhard ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    13.01.2003
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    Ich weiß zwar nicht genau, was "Sachverhalte posten" bedeuten soll, überlese das aber mal, weil ich unter "Sachverhalte posten" die reine Nacherzählung verstehen würde und das ist hier doch offenbar nicht nur überflüssdig, sondern auch unerwünscht, oder?

    [Alle von mir gemachten Angaben der Seiten- und Zeilenzahlen beziehen sich von nun ab auf die Ausgabe der SZ-Bibliothek!]

    Amerika ist meine erste Kafkalektüre seid Die Verwandlung und Der Prozeß zu Schulzeiten. Damals war ich in meinem adolezenten Übermut von dem oft weinerlichen Ton des Verfassers und der Inaktivität und Ohnmacht seiner Figuren angenervt, allerdings bin ich mir auch sicher, daß ich damals mit solchen Texten sicherlich überfordert war. (Man sollte grundsätzlich Abiturienten nicht Kafka zu lesen geben, finde ich, das ist so, als würde man MacDonalds-Angestellten auftragen, ein viergängiges Menü aus frischen Zutaten zu bereiten.)

    Die Verwandlung und Der Prozeß sind in meiner Erinnerung Werke, die zwar sehr modern geschrieben, deren Welten aber vergangen sind, will sagen, sie sind irgendwo zwischen den Weltkriegen verloren gegangen, bzw. sie sind eben nicht verloren gegangen, weil sie in so Literatur wie Die Verwandlung und Der Prozeß "weiterleben". Finde ich. Und mit Amerika rechne ich doch, daß Kafka etwas über die Moderne (Welt) sagt, denn was war noch in den 1920er Jahren ein größeres Symbol für eine neue Welt als Amerika?

    Nun habe ich vorhin die ersten acht Seiten von Amerika gelesen. Hmm. Ein 16jähriger, der in die Kajüte eines Heizers stolpert. Also ein grandioser Auftakt ist das nicht gerade, nichts, was mich bis dahin schon fesseln würde.
    Karl Roßmann ist konfus und offenbar nicht der Allerhellste. Nun gut, eigentlich nicht untypisch für einen 16jährigen...

    Etwas irritiert bin darüber, daß Kafka bzw. Karl in der Hand der Statue of Liberty keine Fackel sieht (Seite 5, 7.Zeile), was es aber in Wahrheit ist, sondern ein Schwert...
    Geändert von Thomas Bernhard (12-09-2006 um 12:29 Uhr)
    Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
    Dem Narren ein Denkmal.
    Dem Reimliebhaber ein Gedicht.

  3. #3
    Thomas Bernhard ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    Hallo?
    Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
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  4. #4
    miss smilla ist offline "Professor" (750-1499 Beiträge)
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    30.10.2003
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    1.316
    Zitat Zitat von Thomas Bernhard
    Hallo?
    Keine Sorge, Du bist nicht allein...
    Ich hatte ein recht bewegtes Wochenende und noch keine Zeit, mit Amerika anzufangen. Aber das wird alles noch, das Buch (ebenfalls SZ-Bibliothek) steht auch bereits im Regal.
    Don't cry - work.
    Rainald Goetz


    Gedanken sind frei. Worte nicht ganz so.

  5. #5
    Thomas Bernhard ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    Sehr schön!

    Dann mache ich mal ein bisschen weiter, bleibe aber weiterhin beim ersten Kapitel ("Der Heizer"):
    Gut gefallen hat mir, daß die Hauptperson (Roßmann) einfach nicht an Land will, das erzeugt eine gewisse Spannung. Die illustre Runde in diesem "Besprechungszimmer" ist wohl das, was man im allgmeinen als "kafkaesk" bezeichnet, oder? Blöderweise können wir dieses Adjektiv bei der Analyse/Beschreibung von Kafka-Texten nicht wirklich verwenden. Nun gut, er (Kafka) löst dann aber auch alle Personenfragen auf, will sagen, es ist schlußendlich doch jedem Leser klar, wer was sein soll. Seltsamerweise wird der zuerst so polternde Heizer plötzlich sehr obrigkeitshörig und tritt als Figur völlig in den Hintergrund...
    Interessant hätte ich es auch gefunden, mehr über das Küchenmädchen zu erfahren ("Line"?). Ich fürchte aber, außer Roßmann und dem Senator wird uns keine der Figuren aus dem ersten Kapitel mehr begegnen, aber das ist nur so eine Vermutung.
    Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
    Dem Narren ein Denkmal.
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