Mensch, ist ja super! Schon vier Teilnehmer!![]()
In Reaktion auf verschiedentliche verwunderte Kommentare möchte ich anmerken, dass sich mein eingangs erteilter Hinweis auf Trivialliteratur natürlich lediglich auf Teile des vorliegenden Rätsels bezog! Also ein klarer Fall von "nicht nur ... sondern auch ...". Nicht, dass das jetzt irgendetwas einfacher machen würde, aber ich wollte das mal aufgeklärt haben...![]()
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Ergebnis 1 bis 3 von 3
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17-03-2007 20:57 #1
Romananfänge - Ratespiel: Aller guten Dinge sind fünf! :)
Sodala, nun habe ich also meine Privatbibliothek hier daheim durchforstet und zehn wundergute Bücher gefunden, deren Anfänge ich Euch jetzt zum Erraten gebe, jegliche Copyright-Gesetze missachtend und mit Füßen tretend, sowie hemmungslos reinste Trivialliteratur darbietend.
Ich habe mich sogar extra zusammengerissen und nur zwei englische Anfänge verwendet.
Lösungsvorschläge, Rateergebnisse und Drohungen bitte wie üblich per PN an mich und selbige nicht hier im Thread posten!!!
Also, los geht's:
- Ich lag in meinem Schlafsack und starrte ins Licht, das durch den rotgrünen Stoff des Kuppelzeltes sickerte. Simon schnarchte laut; zuweilen zuckte er in seiner Traumwelt zusammen. Wir hätten irgendwo sein können. Im Zelt stellt sich immer eine eigentümliche Anonymität ein. Sobald der Reißverschluss zugezogen und der Blick auf die Außenwelt versperrt ist, verschwindet jeglicher Ortssinn. Ob Schottland, die französischen Alpen oder der Karakorum, es ist überall dasselbe. Rascheln, Geräusche von Zelttuch, das im Wind flattert, prasselnde Regenschauer, die fühlbar harten Klumpen unter dem Zeltboden, der Geruch nach ranzigen Socken und Schweiß – sie sind sich überall gleich und so tröstlich wie die Wärme des Daunenschlafsacks.
Draußen unter einem sich aufhellenden Himmel mussten die Gipfel bereits die erste Morgensonne einfangen. Vielleicht schraubte sich sogar ein Kondor die Thermalwinde über dem Zelt hoch – eine gar nicht so abwegige Vorstellung, denn vergangenen Nachmittag hatte ich einen über dem Lager kreisen sehen. Wir befanden uns mitten in der Cordillera Huayhuash in den peruanischen Anden, fünfundvierzig Kilometer strapaziösen Fußmarsches vom nächsten Dorf weg, umringt vom spektakulärsten Kranz von Eisgipfeln, die ich je gesehen hatte und deren einziges Anzeichen in unserem Zelt das regelmäßige Donnern der Lawinen war, die sich vom Cerro Sarapo lösten.
- Mr Utterson the lawyer was a man of rugged countenance, that was never lighted by a smile; cold, scanty and embarrassed in discourse; backward in sentiment; lean, long, dusty, dreary, and yet somehow lovable. At friendly meetings, and when the wine was to his taste, something eminently human beaconed from his eye; something indeed which never found its way into his talk, but which spoke not only in these silent symbols of the after-dinner face, but more often and loudly in the acts of his life. He was austere with himself; drank gin when he was alone, to mortify a taste for vintages; and though he enjoyed the theatre, had not crossed the doors of one for twenty years. But he had an approved tolerance for others; sometimes wondering, almost with envy, at the high pressure of spirits involved in their misdeeds; and in any extremity inclined to help rather than to reprove. ‘I incline to Cain’s heresy,’ he used to say quaintly: ‘I let my brother go to the devil in his own way.’ In this character it was frequently his fortune to be the last reputable acquaintance and the last good influence in the lives of down-going men. And to such as these, so long as they came about his chambers, he never marked a shade of change in his demeanour.
- Starker Rosenduft durchströmte das Atelier, und als ein leichter Sommerwind die Bäume im Garten hin und her wiegte, kam durch die offene Tür der schwere Geruch des Flieders oder der feinere Duft des Rotdorns.
Von dem Perserdiwan, auf dem er lag und nach seiner Gewohnheit unzählige Zigaretten rauchte, konnte Lord Henry Wotton gerade die süßduftenden und honigfarbenen Blüten eines Goldregenstrauchs gewahren, dessen zitternde Zweige die Last einer so flammenden Schönheit kaum tragen zu können schienen; und hier und da flitzten die phantastischen Schatten vorbeifliegender Vögel über die langen bastseidenen Vorhänge des großen Fensters und brachten eine Art japanische Augenblickswirkung hervor, so dass ihm die blassen, nephritfarbenen Maler Tokios einfielen, die vermittelst einer Kunst, die nicht anders als unbeweglich sein kann, den Eindruck der Raschheit und Bewegung hervorzurufen suchen. Das summende Murren der Bienen, die in dem langen ungemähten Gras hin und her taumelten oder mit eintöniger Hartnäckigkeit die staubiggoldenen Blütentrichter des wuchernden Geißblatts umkreisten, schienen die Stille noch drückender zu machen. Das dumpfe Getöse Londons klang wie das Schnarrwerk einer entfernten Orgel.
- Schmieriger kleiner Scheißkerl, dachte Jack Torrance.
Er maß ein Meter sechzig und bewegte sich mit der eilfertigen Gewandtheit, die offenbar allen kurzen Dicken eigen ist. Sein Haar war exakt gescheitelt, und sein dunkler Anzug wirkte nüchtern, aber irgendwie tröstlich. Ich bin der Mann, zu dem du mit dienen Problemen kommen kannst, verriet dieser Anzug dem zahlenden Kunden. Den kleinen Angestellten sagte er etwas anderes: Entweder ihr spurt, oder... In seinem Aufschlag steckte eine rote Nelke, vielleicht, damit niemand Stuart Ullman auf der Straße mit dem örtlichen Beerdigungsunternehmer verwechseln konnte.
Während er Ullman zuhörte, gestand Jack sich ein, dass er unter diesen Umständen niemanden gut gefunden hätte, der ihm gegenüber am Schreibtisch saß.
Ullman hatte etwas gefragt, was ihm entgangen war. Das war schlimm; Ullman war genau der Typ, der sich solche Fehler merkte, sie im Gedächtnis behielt und später wieder gegen seinen Kontrahenten ausspielte.
„Wie bitte?“
„Ich frage, ob Ihre Frau weiß, auf was Sie sich hier einlassen. Und dann ist da noch Ihr Sohn.“ Er sah auf das Antragsformular, das vor ihm lag. „Daniel. Bekommt Ihre Frau bei diesem Gedanken nicht Angst?“
- Vor dem von Doppelsäulchen getragenen Rundbogen des Klostereingangs von Mariabronn, dicht am Wege, stand ein Kastanienbaum, ein vereinzelter Sohn des Südens, von einem Rompilger vor Zeiten mitgebracht, eine Edelkastanie mit starkem Stamm; zärtlich hing ihre runde Krone über den Weg, atmete breitbrüstig im Winde, ließ im Frühling, wenn alles ringsum schon grün war und selbst die Klosternussbäume schon ihr rötliches Junglaub trugen, noch lange auf ihre Blätter warten, trieb dann um die Zeit der kürzesten Nächte aus den Blattbüscheln die matten, weißgrünen Strahlen ihrer fremdartigen Blüten empor, die so mahnend und beklemmend herbkräftig rochen, und ließ im Oktober, wenn Obst und Wein schon geerntet war, aus der gilbenden Krone im Herbstwind die stacheligen Früchte fallen, die nicht in jedem Jahr reif wurden, um welche die Klosterbuben sich balgten und die der aus dem Welschland stammende Subprior Gregor in seiner Stube im Kaminfeuer briet. Fremd und zärtlich ließ der schöne Baum seine Krone überm Eingang zum Kloster wehen, ein zartgesinnter und leicht fröstelnder Gast aus einer anderen Zone, verwandt in geheimer Verwandtschaft mit den schlanken und sandsteinernen Doppelsäulchen des Portals und dem steinernen Schmuckwerk der Fensterbogen, Gesimse und Pfeiler, geliebt von den Welschen und Lateinern, von den einheimischen als Fremdling begafft.
- Kennt ihr eigentlich Seebühl? Das Gebirgsdorf Seebühl? Seebühl am Bühlsee? Nein? Nicht? Merkwürdig – keiner, den man fragt, kennt Seebühl! Womöglich gehört Seebühl am Bühlsee zu den Ortschaften, die ausgerechnet nur jene Leute kennen, die man nicht fragt? Wundern würde mich’s nicht. So etwas gibt’s.
Nun, wenn ihr Seebühl am Bühlsee nicht kennt, könnt ihr natürlich auch das Kinderheim in Seebühl am Bühlsee nicht kennen, das bekannte Ferienheim für kleine Mädchen. Schade. Aber es macht nichts. Kinderheime ähneln einander wie Vierpfundbrote oder Hundsveilchen; wer eines kennt, kennt sie alle. Und wer an ihnen vorüberspaziert, könnte denken, es seinen riesengroße Bienenstöcke. Es summt von Gelächter, Geschrei, Getuschel und Gekicher. Solche Ferienheime sind Bienenstöcke des Kinderglücks und Frohsinns. Und so viele es geben mag, wird es doch nie genug davon geben können.
- ‚Tom!’
No answer.
‚Tom!’
No answer.
‚What’s gone with that boy, I wonder? You Tom!’
The old lady pulled her spectacles down and looked over them, about the room; then she put them up and looked out under them. She seldom or never looked through them for so small a thing as a boy, for they were her state pair, the pride of her heart, and were built for ‘style’ not service; she could have seen through a pair of stove lids as well. She looked perplexed a moment and said, not fiercely, but still loud enough for the furniture to hear, ‘Well, I lay if I get hold of you, I’ll-‘
She did not finish, for by this time she was bending down and punching under the bed with the broom – and so she needed breath to punctuate the punches with. She resurrected nothing but the cat.
- Man sollte meinen, es hätte irgendeine Warnung geben müssen, aber ich habe nichts dergleichen verspürt. Die Ereignisse hatten bereits ihren Lauf genommen. Meilen von mir entfernt saß eine Gruppe Raubvögel und harrte ihres Opfers. Das Gepäck, das ich erst vor einer Stunde ausgepackt hatte, würde am nächsten Tag mit dem Aufkleber „nicht abgeholt“ versehen und in Aufbewahrung gegeben werden – viele Monate lang.
Es war ein schwüler Oktobermorgen. Ich stand in der Auffahrt des australischen Fünfsternehotels und wartete auf einen mir unbekannten Kurier. Und statt eine unangenehme Vorahnung zu empfinden, jubelte mein Herz. Es ging mir einfach wunderbar: Ich war freudig erregt, fühlte mich erfolgreich und gut vorbereitet. Tief in meinem Inneren wusste ich es: „Heute ist mein Tag.“
- Ich trat meine Reise nach Russland aus gutem Grund mitten im Winter an. Ganz richtig schloss ich, dass Frost und Schnee die elenden Straßen im nördlichen Deutschland, in Polen und Kurland nur verbessern könnten. Darauf spekulieren ja wohl auch die Regierungen in jenen Himmelsstrichen, als sie, fürsorglich, wie Regierungen nun einmal sind, die Kosten für die Straßenarbeiten einzusparen begannen. Ich reiste zu Pferde, die bequemste Art zweifellos, sich über Land zu bewegen, wenn es nur gut um Ross und Reiter steht. Man vermeidet so die Gefahr, mit einem der höflichen deutschen Postmeister in die Wolle zu geraten oder von einem durstigen Postillon vor jede Schenke am Wege gezerrt zu werden. Ich trug nur leichte Kleidung, was ich immer peinlicher empfand, je weiter ich gegen Nordosten kam.
- Allzuoft habe ich gesehen, wie das Mitleid irregeht. Doch wir, die wir über die Menschen herrschen, haben ihr Herz zu ergründen gelernt, damit sich unsere Fürsorge einem Gegenstand zuwende, der der Beachtung würdig ist. So versage ich dieses Mitleid den eitel zur Schau getragenen Wunden, die den Frauen das Herz zerreißen, wie auch den Sterbenden und den Toten. Und ich weiß warum.
In meiner Jugend gab es eine Zeit, da hatte ich Mitleid mit den Bettlern und ihren Geschwüren. Ich warb Heilkundige für sie an und kaufte Balsam. Die Karawanen brachten mir von einer Insel goldhaltige Salben, die die Haut über dem Fleisch wieder flicken. Also tat ich bis zu dem Tage, da ich einsah, dass sie auf ihren Gestank Wert legten wir auf einen seltenen Schatz, denn ich hatte sie dabei ertappt, wie sie ihre Wunden kratzten und mit Mist befeuchteten, so wie einer das Erdreich düngt, um ihm die purpurne Blume zu entreißen. Stolz zeigten sie einander ihre Fäulnis und brüsteten sich mit den empfangenen Almosen, denn wer am meisten von ihnen einnahm, kam sich im stillen vor wie der Oberpriester, der das schönste Götterbild zur Schau stellt. Wenn sie sich herbeiließen, meinen Arzt zu Rate zu ziehen, so geschah es in der Hoffnung, ihre Geschwüre würden ihn staunen machen durch ihren Pestgeruch und ihre Fülle. Und sie schwenkten ihre Stümpfe, um ihren Platz in der Welt zu behaupten. So nahmen sie die Pflege wie eine Huldigung entgegen und hielten ihre Glieder den Waschungen hin, die ihnen schmeichelten. Doch kaum war ihr Übel getilgt, da entdeckten sie ihre Unwichtigkeit, weil sie nun nichts mehr aus sich nährten; sie kamen sich wie überflüssig vor und widmeten sich fortan dem Wiedererwecken jenes Geschwürs, das von ihnen lebte. Und sobald sie sich durch ihr Leiden wieder herausgeputzt hatten, zogen sie abermals, eitel und prahlerisch, den Napf in der Hand, auf der Karawanenstraße dahin und forderten im Namen ihrer unsauberen Götter Tribut von den Reisenden.
Without me it's just aweso
Illiud Latine dici non potest.
- Ich lag in meinem Schlafsack und starrte ins Licht, das durch den rotgrünen Stoff des Kuppelzeltes sickerte. Simon schnarchte laut; zuweilen zuckte er in seiner Traumwelt zusammen. Wir hätten irgendwo sein können. Im Zelt stellt sich immer eine eigentümliche Anonymität ein. Sobald der Reißverschluss zugezogen und der Blick auf die Außenwelt versperrt ist, verschwindet jeglicher Ortssinn. Ob Schottland, die französischen Alpen oder der Karakorum, es ist überall dasselbe. Rascheln, Geräusche von Zelttuch, das im Wind flattert, prasselnde Regenschauer, die fühlbar harten Klumpen unter dem Zeltboden, der Geruch nach ranzigen Socken und Schweiß – sie sind sich überall gleich und so tröstlich wie die Wärme des Daunenschlafsacks.
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18-03-2007 20:33 #2
Geändert von Salome (18-03-2007 um 21:13 Uhr)
Without me it's just aweso
Illiud Latine dici non potest.
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21-03-2007 03:55 #3
ich kenn keinen davon. aber bücher gibt's noch viel mehr als filme, also nicht so schlimm
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