Bitte indizieren Sie zur Erlangung des Rechtes, sich das nächste Rätsel aus den Fingern saugen zu dürfen per PN an die Threadstellerin die Titel und Autoren der nachfolgenden zehn Romananfänge. Gehen Sie dabei auch auf Entstehungsgeschichte, kunsthistorische Bedeutung sowie physiologische Implikationen ein.
Betrug (Spicken, Googlen, Yahooen..., Oma, Papa... fragen) wird mit Liebesentzug nicht unter sieben Jahren bestraft!



1. Im ersten Kapitel

bekommt Phileas Fogg einen neuen Diener
namens Passepartout
und Passepartout einen neuen Herrn
namens Phileas Fogg

Im Jahre 1872 bewohnte Phileas Fogg die Nr. 7 der Savile Row, Burlington Gardens – dasselbe Haus, in dem Richard B. Sheridan, eines der größten englischen Rednertalente, im Jahre 1816 verschieden war.
Phileas Fogg trachtete danach, durch nichts und niemanden aufzufallen; und doch zählten ihn seine Zeitgenossen zu den eigenwilligsten und berühmtesten Mitgliedern des Londoner Reform Club. Darüber hinaus wusste man so gut wie nichts von ihm, es sei denn, dass er ein vollkommener Gentleman und eine der elegantesten Erscheinungen der englischen Oberschicht war.


2. Helsingör. Eine Terrasse vor dem Schlosse.
(Francisco auf dem Posten. Bernardo tritt auf.)

Bernardo. Wer da?
Francisco. Nein, mir antwortet: steht und gebt Euch kund.
Bernardo. Lang lebe der König!
Francisco. Bernardo?
Bernardo. Er selbst.
Francisco. Ihr kommt gewissenhaft auf Eure Stunde.
Bernardo. Es schlug schon zwölf; mach dich zu Bett, Francisco.
Francisco. Dank für die Ablösung! `s ist bitter kalt, und mir ist schlimm zumut.
Bernardo. War Eure Wache ruhig?
Francisco. Alles mausestill.
Bernardo. Nun, gute Nacht! Wenn Ihr auf meine Wachtgefährten stoßt, Horation und Marcellus, heißt sie eilen.


3. Als ich sechs Jahre als war, sah ich einmal in einem Buch über den Urwald, das „Erlebte Geschichten“ hieß, ein prächtiges Bild. Es stellte eine Riesenschlange dar, wie sie ein Wildtier verschlang.
In dem Buch hieß es: „Die Boas verschlingen ihre Beute als Ganzes, ohne sie zu zerbeißen. Daraufhin können sie sich nicht mehr rühren und schlafen sechs Monate, um zu verdauen.“


4. Prolog

Der Alchimist nahm ein Buch zur Hand, das ein Teilnehmer der Karawane mitgebracht hatte. Das Buch war alt und hatte keinen Einband, aber dennoch konnte er den Autor erkennen: Oscar Wilde. Beim Durchblättern fand er eine Geschichte über Narziß. Natürlich war dem Alchimisten die alte Sage des schönen Jünglings Narziß wohlbekannt, der jeden Tag seine Schönheit im Spiegelbild eines Teiches bewunderte. Er war so von sich fasziniert, dass er eines Tages das Gleichgewicht verlor und ertrank. An jener Stelle im Teich wuchs ein Blume, die den Namen Narzisse erhielt. Aber Oscar Wilde beendete seine Geschichte nicht so. Er erzählt, dass nach dem Tod des Jünglings Oreaden erschienen, Waldfeen, die den einstigen Süßwassersee in einen Tümpel aus salzigen Tränen verwandelt fanden.
„Warum weinst du?“ fragten die Feen.
„Ich trauere um Narziß“, antwortete der Teich.


5. Oleg Turjenkow schlief. In der Ferne war das Donnern der deutschen Geschütze zu hören. Sprengbomben, Brandbomben und Granaten fielen auf die sterbende Stadt Leningrad, die nicht bereit war, den Kampf aufzugeben. Es war Dezember 1942.
Oleg Turjenkow schlief und träumte. Es war fast immer derselbe Traum...


6. Es war an einem Tag im Dezember, als der Mann das Kind zum erstenmal sah. Als er kurz nach fünf von der Arbeit kam, stand es vor dem Schaufenster, direkt unter der Leuchtschrift „Tierhandlung Wolfgang Weber“. Beide Hände hatte es gegen das Glas gelegt und das Gesicht so nahe an die Scheibe gebracht, dass sie unter dem Atem beschlagen und sogar ein wenig vereist war. Es war sehr kalt an dem Tag, dunkel war es auch bereits.


7. The Naming of Cats

The Naming of Cats is a difficult matter,
It isn’t just one of your holiday games;
You may think at first I’m as mad as a hatter
When I tell you, a cat must have THREE DIFFERENT NAMES.
First of all, there’s the name that the family use daily,
Such as Peter, Augustus, Alonzo or James,
Such as Victor or Jonathan, George or Bill Bailey –
All of them sensible everyday names.
There are fancier names if you think they sound sweeter,
Some for the gentlemen, some for the dames:
Such as Plato, Admetus, Electra, Demeter –
But all of them sensible everyday names.
But I tell you, a cat needs a name that’s particular,
A name that’s peculiar and more dignified,
Else how can he keep up his tail perpendicular,
Or spread out his whiskers, or cherish his pride?
Of names of this kind I can give you a quorum,
Such as Munkustrap, Quaxo, or Coricopat,
Such as Bombalurina, or else Jellyorum –
Names that never belong to more than one cat.
But above and beyond there’s still one name left over,
And that is the name that you never will guess;
The name that no human research can discover –
But THE CAT HIMSELF KNOWS, and will never confess.
When you notice a cat in profound meditation,
The reason, I tell you, is always the same:
His mind is engaged in a rapt contemplation
Of the thought, of the thought, of the thought of his name:
His ineffable effable
Effanineffable
Deep and inscrutable singular Name.


8. Auf dem Flug nach Australien fiel mir wieder nicht ein, wie der Premierminister heißt. Ich seufzte. Das passiert mir immer – ich will mir den Namen nicht merken, vergesse ihn (meist mehr oder weniger prompt) und fühle mich dann schrecklich schuldig. Denn ich finde, dass ihn wenigstens ein Mensch außerhalb Australiens kennen sollte.
Es ist aber auch schwer, sich einigermaßen über das Land auf dem Laufenden zu halten. Als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal von London aus dorthin flog, vertrieb ich mir die vielen Stunden mit der Lektüre einer Geschichte der australischen Politik des zwanzigsten Jahrunderts und stieß auf die erstaunliche Tatsache, dass der Premierminister Harold Holt im Jahre 1967 an einem Strand in Victoria entlangspazierte, in die Brandung hechtete und verschwand. Von dem armen Mann ward nie wieder etwas gesehen. Ich fand das doppelt erstaunlich – erstens, weil Australien einfach so einen Premierminister verlor (also, wo gibt’s denn so was?), und zweitens, weil es mir nie zu Ohren gekommen war.


9. Ein Leben beginnt gewöhnlich mit der Geburt – meins nicht. Zumindest weiß ich nicht, wie ich ins Leben gekommen bin. Ich könnte – rein theoretisch – aus dem Schaum einer Welle geboren oder in einer Muschel gewachsen sein, wie eine Perle. Vielleicht bin ich auch vom Himmel gefallen, in einer Sternschnuppe.


10. Am 4. Mai 1771.
Wie froh ich bin, dass ich weg bin! Bester Freund, was ist das Herz des Menschen! Dich zu verlassen, den ich so liebe, von dem ich unzertrennlich war, und froh zu sein! Ich weiß, du verzeihst mir’s. Waren nicht meine übrigen Verbindungen recht ausgesucht vom Schicksal, um ein Herz wie das meine zu ängstigen? Die arme Leonore! Und doch war ich unschuldig. Konnt’ ich dafür, dass, während die eigensinnigen Reize ihrer Schwester mir eine angenehme Unterhaltung verschafften, dass eine Leidenschaft in dem armen Herzen sich bildete! Und doch – bin ich ganz unschuldig? Hab’ ich nicht ihre Empfindungen genährt? hab' ich mich nicht an den ganz wahren Ausdrücken der Natur, die uns so oft zu lachen machten, so wenig lächerlich sie waren, selbst ergetzt?


Viel Glück!