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  1. #1
    Avatar von Lux
    Lux
    Lux ist offline Moderator
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    Klappe! Die 15te!

    So, ihr Lieben, ich hoffe doch auf rege Beteiligung! Ich denke mal hier ist für jeden was dabei:


    1.
    „Du willst wirklich nicht mehr weiterspielen, Else?“ – „Nein, Paul, ich kann nicht mehr. Adieu. – Auf Wiedersehen, gnädige Frau.“ – „Aber Else, sagen Sie mir doch: Frau Cissy. – Oder lieber noch: Cissy, ganz einfach.“ – „Auf Wiedersehen, Frau Cissy.“ – „Aber warum gehen Sie denn schon, Else? Es sind noch volle zwei Stunden bis zum Dinner.“ – „Spielen Sie nur Ihr Single mit Paul, Frau Cissy, mit mir ist’s doch heut wahrhaftig kein Vergnügen.“ – „Lassen Sie sie, gnädige Frau, sie hat heut ihren ungnädigen Tag. – Steht dir übrigens ausgezeichnet zu Gesicht, das Ungnädigsein, Else. – Und der rote Sweater noch besser.“ – „Bei Blau wirst du hoffentlich mehr Gnade finden, Paul. Adieu.“


    2.
    Louis Creed, der als Dreijähriger seinen Vater verloren und seinen Großvater nie gekannt hatte, wäre niemals auf den Gedanken gekommen, in seinen mittleren Jahren einen Vater zu finden; aber genau das geschah – auch wenn er diesen Mann seinen Freund nannte, was ein Erwachsener im allgemeinen tun muss, wenn er den Mann, der eigentlich sein Vater sein sollte, relativ spät im Leben findet. Er begegnete diesem Mann dan dem Abend, an dem er, seine Frau und seine beiden Kinder in das große, weiße, holzverschalte Haus in Ludlow einzogen. Mit ihnen zog Winston Churchill ein. Church war der Kater seiner Tochter Eileen.


    3.
    Liebster Vater,
    du hast mich letzhin einmal gefragt, warum ich behaupte, ich hätte Furcht vor dir. Ich wusste dir, wie gewöhnlich, nichts zu antworten, zum Teil eben aus der Furcht, die ich vor dir habe, zum Teil deshalb, weil zur Begründung dieser Furcht zu viele Einzelheiten gehören, als dass ich sie im Reden halbwegs zusammenhalten könnte. Und wenn ich hier versuche dir schriftlich zu antworten, so wird es doch nur sehr unvollständig sein, weil auch im Schreiben die Furcht und ihre Folgen mich dir gegenüber behindern und weil die Größe des Stoffs über mein Gedächtnis und meinen Verstand weit hinausgeht.


    4.
    Die Frau, die mehr als fünfundvierzig Jahre lang meine Ehefrau war, hat sich gestern Nachmittag erschossen.
    Jedenfalls vermutet das die Polizei, und ich spiele die Rolle des trauernden Witwers mit Begeisterung und Erfolg. Das Leben mit Sarah hat mich im Selbstbetrug geschult; und ich finde, das ist ein ausgezeichnetes Training für die Täuschung anderer. Ich weiß natürlich, dass sie es nicht getan hat. Meine Frau war viel zu gesund, zu sehr im Hier und Jetzt verwurzelt, um daran zu denken, sich selbst etwas anzutun. Meiner Meinung nach hat sie an das, was sie getan hat, nie einen Gedanken verschwendet. – Sie war unfähig, Schuld zu empfinden.
    Ich war es, der sie getötet hat.


    5.
    14. Januar
    Huanchaco, Peruanische Küste

    An jenem Mittwoch erfüllte sich das Schicksal von Juan Narciso Ucanan, ohne dass die Welt Notiz davon nahm.
    In einem höheren Kontext tat sie es durchaus, nur wenige Wochen später, ohne dass jemals Ucananas Name fiel. Er war einfach einer von zu vielen. Hätte man ihn unmittelbar befragen können, was am frühen Morgen jenes Tages geschah, wären wohl Parallelen zu ganz ähnlichen Geschehnissen offenbar geworden, die sich zeitgleich rund um den Globus ereigneten.


    6.
    Ich hatte eigentlich nach Hause kommen wollen. Mitternacht; da war der Wald, in dem man mich ausgesetzt hatte, dann war da das Dorf gewesen, das erste Haus, in dem noch Licht brannte, und der darin wohnte, hat mich ohne Wenn und Aber hereinkommen lassen, obwohl ich ihm wie ein sehr sonderbarer Strolch vorgekommen sein muss. Ich habe meine Frau angerufen, gesagt: „Ich bin’s. Ich bin frei.“ Und ich hatte mir ein Taxi rufen wollen, nach Hause fahren, einfach so, die dreiviertel Stunde hältst du auch noch durch.


    7.
    Ich erinnere mich noch genau an den Morgen, an dem mich mein Vater zum ersten Mal zum Friedhof der Vergessenen Bücher mitnahm. Die ersten Sommertage des Jahres 1945 rieselten dahin, und wir gingen durch die Straßen eines Barcelonas, auf dem ein aschener Himmel lastete und dunstiges Sonnenlicht auf die Rambla de Santa Mónica filterte.
    „Daniel, was du heute sehen wirst, darfst du niemandem erzählen“, sagte mein Vater. „Nicht einmal deinem Freund Tomás. Niemandem.“


    8.
    Die Geschichte des Vladimir Girshkin – teils erinnert sie an P.T. Barnum, teils an W.I. Lenin, den Mann, der halb Europa erobern sollte (wenn auch die falsche Hälfte) – beginnt wie so vieles andere auch. An einem Montagmorgen. In einem Büro. Während die erste Tasse Kaffee im Aufenthaltsraum gurgelnd das Licht der Welt erblickt.


    9.
    Hier fängt die Geschichte an. Sie erzählt, wie ich in den Besitz des Blutigen Buches kam und das Orm erwarb. Es ist keine Geschichte für Leute mit dünner Haut und schwachen Nerven – welchen ich auch gleich empfehlen möchte, dieses Buch wieder zurück auf den Stapel zu legen und sich in die Kinderbuch-Abteilung zu verkrümeln. Husch, husch, verschwindet, ihr Kamillenteetrinker und Heulsusen, ihr Waschlappen und Schmiegehäschen, hier handelt es sich um eine Geschichte über einen Ort, an dem das Lesen noch ein echtes Abenteuer ist!


    10.
    Laut seiner Mutter war Jack Burns bereits ein Schauspieler, bevor er Schauspieler wurde, doch die lebhaftesten Erinnerungen an seine Kindheit waren die an jene Augenblicke, in denen er den Drang verspürte, sich an der Hand seiner Mutter festzuhalten. Das waren die Augenblicke, in denen er nicht spielte.
    Some things in life may change and some things - they stay the same......... like time

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  2. #2
    Avatar von Lux
    Lux
    Lux ist offline Moderator
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    Ich werde das Rätsel am Sonntag, den 14.10. auflösen... Wer sich also noch beteiligen will, sollte dies gaaanz fix tun.
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