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  1. #1
    Avatar von Salome
    Salome ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    19th time's a charm (Romananfängerätsel)

    Verzeiht mir mein Säumen, aufgrund dessen Ihr so lang auf dies neue Rätsel warten musstet! Ihr seht mich gramgebeugt, aaaaaber, liebe Kinder, gebt fein acht - ich hab Euch etwas mitgebracht:

    Das 19. Romananfängerätsel!!


    So, unnu is wieder Ernst, denn es beginnt...:



    1.
    ERSTES BUCH: THEODERICH


    "Dietericus de Berne, de quo
    cantant rustici usque hodie."

    ERSTES KAPITEL

    Es war eine schwüle Sommernacht des Jahres fünfhundertechsundzwanzig nach Christus.
    Schwer lagerte dichtes Gewölk über der dunklen Fläche der Adria, deren Küsten und Gewässer zusammenflossen in unterscheidungslosem Dunkel: nur ferne Blitze warfen hier und da ein zuckendes Licht über das schweigende Ravenna. In ungleichen Pausen fegte der Wind durch die Steineichen und Pinien auf dem Höhenzug, welcher sich eine gute Strecke westlich von der Stadt erhebt, einst gekrönt von einem Tempel des Neptun, der, schon damals halb zerfallen, heute bis auf dürftige Spuren verschwunden ist.




    2.
    CHAPTER ONE

    THE ALASKA INTERIOR

    April 27th, 1992
    Greetings from Fairbanks! This is the last you shall hear from me Wayne. Arrived here 2 days ago. It was very difficult to catch rides in the Yukon Territory. But I finally got here.
    Please return all mail I receive to the sender. It might be a very long time before I return South. If this adventure proves fatal and you don't ever hear from me again I want you to know you're a great man. I now walk into the wild. Alex
    Postcard received by Wayne Westerberg
    in Carthage, South Dakota



    3.
    DAS ERSTE KAPITEL


    Meine erste Begegnung mit dem Kleinen Mann / Pichelstein und die Pichelsteiner / Mäxchens Eltern wandern aus / Wu Fu und Tschin Tschin / Geburtsort: Stockholm / Vom Eiffelturm geweht / Zwei Chinesenzöpfe werden begraben / Professor Jokus von Pokus hällt eine schöne Rede.


    Er wurde der Kleine Mann genannt und schlief in einer Streichholzschachtel. Eigentlich hieß er ja Mäxchen Pichelsteiner. Doch das wußten die allerwenigsten. Und auch ich wüßte es nicht, wenn er mir's nicht selber erzählt hätte. Das war, wenn ich mich nicht irre, in London. In Garlands Hotel. Und zwar im Frühstückszimmer mit den vielen bunten Vogelbauern an der Decke. So ein Gezwitscher! Man konnte kaum sein eigenes Wort verstehen.




    4.
    ERSTER HAUPTTEIL

    ALLGEMEINES


    ERSTES KAPITEL

    Zusammenfassung des Lehrbuchs


    Verehrung sei Dharma, Artha und Kama dargebracht; sind sie es doch, die in diesem Lehrbuch behandelt werden. Verehrung sei aber auch den Lehrern, die das Wesen dieser drei Begriffe erkannt haben, und insbesondere denjenigen Lehrern, die in Beziehung zu diesem Lehrbuch stehen.




    5. Erhoben werden – Lachen, Jubel, eine unbändige Freude – diese Empfindung begleitet die Erinnerung an ein Erlebnis, ein Bild, das erste, das sich mir eingeprägt hat, mit ihm beginnt für mich das Wissen von mir selbst, das Gedächtnis: Ich komme aus dem Garten in die Küche, wo die Erwachsenen stehen, meine Mutter, mein Vater, meine Schwester. Sie stehen da und sehen mich an. Sie werden etwas gesagt haben, woran ich mich nicht mehr erinnere, vielleicht: Schau mal, oder sie werden gefragt haben: Siehst du etwas? Und sie werden zu dem weißen Schrank geblickt haben, von dem mir später erzählt wurde, es sei ein Besenschrank gewesen. Dort, das hat sich als Bild mir genau eingeprägt, über dem Schrank, sind Haare zu sehen, blonde Haare. Dahinter hat sich jemand versteckt – und dann kommt er hervor, der Bruder, und hebt mich hoch. An sein Gesicht kann ich mich nicht erinnern, auch nicht an das, was er trug, wahrscheinlich Uniform, aber ganz deutlich diese Situation: Wie mich alle ansehen, wie ich das blonde Haar hinter dem Schrank entdecke, und dann dieses Gefühl, ich werde hochgehoben – ich schwebe.



    6.
    Prolog

    Shining Stone und
    ihre Tochter Bird

    Pequot-Territorium am Massapoag nahe dem
    Fluss Konektikut, Sommer 1637
    Shining Stone richtete sich blinzelnd auf und reckte sich. Es war so heiß auf der Wiese, dass ihr allmählich der Schweiß in die Augen lief. Nach einem dritten langen Tag des Kräutersammelns war sie erschöpft. Sie hätten sich bereits gestern auf den Heimweg machen sollen, doch die sonnigen Tage und abendlichen Regenschauer hatten die Schafgarben wuchern lassen und sie üppig mit heilenden Blüten bestückt. Sie wollte so viele pflücken, wie sie tragen konnte. Wie sie beide tragen konnten. Ihre Tochter Bird, inzwischen zwölf Sommer alt und fast eine Frau, hatte den Ausflug zusammen mit ihr unternommen. Bird war schon oft mit Shining Stone unterwegs gewesen, sogar als kleines Kind, als sie noch tollpatschig und unsicher lief; aber in diesem Jahr war es Zeit für sie, dass sie die Künste erlernte, in denen sich ihre Mutter so gut auskannte – im Heilen, in der Geburtshilfe und den Bestattungsriten.




    7. Herr Schrader geht über die verschneiten Wiesen zum See. Er liebt die Spaziergänge in dieser weiten Landschaft. Während er ausschreitet, kommen die Gedanken und vergehen wieder, leicht, schwebend, als gäbe es nichts, was ihn ängstigen könnte.



    8.
    Der Schlaf des Todes

    Ein Schleier aus
    vorübereilenden Bildern

    "Beginne am Anfang", lautet der Satz. Das kann ich nicht. Ich beginne am Schluß – mit dem Ende meines irdischen Lebens. Ich lege dir dar, wie es geschehen und was nachher geschehen ist.
    Eine Bemerkung zu dem Text: Ich bin auf mein Schreibmedium angewiesen. Meine Gedanken müssen durch ihren Geist gefiltert werden. Ihn kann ich nicht umgehen. Nicht alles wird durch diesen Filter dringen. Versteh bitte, wenn ich allzu sehr zu vereinfachen scheine. Besonders am Anfang.
    Beide tun wir unser Bestes.



    9.
    1


    Ich fühle, daß meine Hände glitschig sind von Blut. Schweres, warmes Blut, wie scharlachrote Handschuhe, die mir bis zu den Ellbogen reichen. Ich schreie, doch kein Ton kommt aus meiner Kehle; sie ist vor Angst wie zugeschnürt. Dann kann ich sehen, daß an meinen Händen gar kein Blut ist, sondern Schweiß; mein eigener, klebriger Schweiß.
    Es ist heiß. Herzförmige Bambusfächer bewegen die abgestandene, nach Holz riechende Luft in der Kirche und erzeugen eine leichte Brise.
    Wir sind viele, aber es sieht gar nicht so aus.
    Die hohe Decke der Kathedrale, das nüchterne, polierte Holz und die in allen Farben leuchtenden Glasfenster, die farbige Regenbogen über unsere atmenden Körper werfen, lassen uns winzig wirken. Klein und hilflos sind wir, vorwärtsgetrieben vom Zufall und vom schwankenden Willen, weiterzuleben trotz unbeschreiblicher Trauer, trotz der Verzweiflung, die das Leben bedeutet.




    10.
    Erster Teil
    VIER WOCHEN

    Kapitel I

    Ein Mann namens Priest zog sich seinen Cowboyhut in die Stirn und spähte über die flache, staubtrockene Halbwüste im Süden von Texas.
    In alle Himmelsrichtungen erstreckte sich Gestrüpp: stumpfgrüne, niedrige, dornenreiche Mesquitesträucher und Salbeigewächse. Unmittelbar vor Priest hatten Bulldozer eine etwa drei Meter breite, schnurgerade Schneise durchs Gebüsch gefräst. Senderos nannten die spanischstämmigen Fahrer diese Pfade, an deren Rändern – in Abständen von jeweils exakt fünfzig Yards – bonbonrosafarbene Markierungsfähnchen an kurzen Drahtständern flatterten. Ein Lastwagen rollte im Schrittempo über den sendero.
    Diesen Lastwagen mußte Priest stehlen.



    Much fun!
    Geändert von Salome (21-02-2008 um 23:28 Uhr)
    Without me it's just aweso

    Illiud Latine dici non potest.

  2. #2
    Thomas Bernhard ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    13.01.2003
    Beiträge
    4.692
    Salome, wann gibt's die Auflösung?

    ...wenn du noch zu wenig Teilnehmer hast: Per PN anschreiben, dann kriegen sie meistens ihren Arsch hoch!
    Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
    Dem Narren ein Denkmal.
    Dem Reimliebhaber ein Gedicht.

  3. #3
    Avatar von Salome
    Salome ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    16.05.2005
    Beiträge
    3.874
    Also wirklich, der Machtmissbrauch, auf mein schönes geschlossenes Thema einfach zu antworten! Ich bin entsetzt!

    Ansonsten: Ich finde zwei Wochen noch nicht zu lang und werde daher auch noch nicht auflösen. Weiter oben auf der Liste ist das Rätsel ja wieder, Interessenten haben also bereits einen Reminder, sich zu beteiligen. Den PN-Approach hatte ich bei einem vorigen Rätsel schon mal verfolgt, hat nicht genug gebracht, um eine Wiederholung zu rechtfertigen.
    Without me it's just aweso

    Illiud Latine dici non potest.

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