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Thema: 20. Romananfangrätsel
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31-05-2008 03:02 #1
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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20. Romananfangrätsel
Hier ist nun endlich das 20. Rätsel.
Noch drei Hinweise:
Auch wenn es ROMANanfangrätsel heißt, sind nicht alle Texte Romanen entnommen.
Geleitworte, Vorworte etc. habe ich übersprungen.
Ich denke, 14 Tage sind genug Zeit für alle teilzunehmen. Sollte es zu kurz oder lang sein, bitte ich einen alten Hasen, mir eine PN zu senden.
Viel Erfolg und Spaß beim Raten wünsche ich allen Teilnehmern.
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[Rätsel 1]
1.
Im Zentral-Hauptbunker der Nevada-Fields, dem elektronischen »Nervensystem« des Raumhafens, herrschte die Hektik der allerletzten Startvorbereitungen.
Die Männer des für die Schiffselektronik verantwortlichen Ingenieurteams überprüften die zahllosen Schaltungen innerhalb des Astro-Elektronischen-Rechengehirns, dessen Aufgabe lediglich in eventuell erforderlichen Kurskorrekturen bestand.
Automat »B«, Spezialrobot für Start, Stufentrennungs-Kontrolle und Fernlenkung wurden ebenfalls durchgesehen.
E-Gehirn »C«, Robot-Koordinator für alle eingehenden Radarechos, gleichzeitig Kommandostation für die ferngelenkten Spezialkameras der Infrarot-Ortung, funktionierte so einwandfrei, wie man es auch erwarten konnte. Die letzten Kontrollberechnungen nach festliegenden Schablonen-Aufgaben stimmten bis zur zehnten Dezimalstelle.
Die drei Hauptautomaten der »Start- und Fernlenkelektronik«, wurden vom verantwortlichen Chefingenieur klargemeldet.
Es geschahen all die Dinge, die bereits bei vielen vorangegangenen Starts mit hochspezialisierter Routine erledigt worden waren. Nur die herrschende Nervosität verriet dem erfahrenen Beobachter verraten, daß es sich diesmal nicht um einen »normalen« Raketenstart handelte.
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[Rätsel 2]
1. Kapitel„Ich glaube, Dale bekam sein erstes Tonbandgerät Weihnachten 1967. Wir waren beide dreizehn. Mein Dad hatte mir ein Modellflugzeug mit Motor geschenkt, das man an einer Leine fliegen lassen konnte. Ich stand mitten auf der Straße und probierte gerade meinen ersten Looping, als Dale aus seinem Haus kam. Er hatte seinen Pfadfinder-Rucksack umgeschnallt, mit dem Tonbandgerät drin, und hielt ein Mikrofon in der Hand. Es war eins dieser Spulengeräte, und er zog das hellgelbe Verlängerungskabel hinter sich her, das im Haus eingesteckt war. Er kam auf mich zu und fragte, ob ich bei meiner Erfahrung in der Luftfahrt, glaubte, daß wir innerhalb des nächsten Jahres Mensch auf den Mond bringen würden. Genau in diesem Moment versagte der Motor meines Flugzeugs, und es krachte gegen ein Verkehrsschild. Dale nahm das alles auf sein Band auf.“
Lewis Nordline,
Jugendfreund,
ehemaliger Angehöriger
der US Air Force
25. Dezember 1967
Eins zwei, eins zwei …
Hier ist Dale Cooper, dreizehn, wohnhaft 1127 Hillcrest Avenue, Philadelphia, Pennsylvania. Es ist ein grünes Haus mit gelben Markisen aus Aluminium, die Dad gekauft hat, damit der Bezug des Sofas nicht ausbleicht. Ich bin zur Zeit 1,60 Meter groß, habe dunkles Haar und kann 1,37 Meter hochspringen. Erwarte jeden Moment einen Wachstumsschub, der mich auf meine Idealgröße von 1,80 Meter bringt. […]
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[Rätsel 3]
EINLEITUNG
BEEGINN DES AUFSTANDES
ERSTES KAPITEL
Mancherlei Abstoßendes im dem, was ich zu erzählen habe mag durch die Verhältnisse bedingt gewesen sein. Jahre hindurch lebten wir, aufeinander angewiesen, in der nackten Wüste unter einem mitleidlosen Himmel. Tagsüber brachte die brennende Sonne unser Blut in Gärung und der peitschende Wind verwirrte unsere Sinne. Des Nachts durchnäßte uns der Tau, und das Schweigen unzähliger Sterne ließ uns erschauernd unsere Winzigkeit fühlen. Wir waren eine ganz auf uns selbst gestellte Truppe, ohne Geschlossenheit oder Schulung, der Freiheit zugeschworen, dem zweiten der Glaubenssätze des Mannes – ein so verzehrendes Ziel, daß es alle unsere Kräfte verschlang, eine so erhabene Hoffnung, daß vor ihrem Glanz all unser früheres Trachten verblaßte.
Mit der Zeit wurde unser Drang, für ein Ideal zu kämpfen, zu einer blinden Besessenheit, die mit verhängtem Zügel über unsere Zweifel hinwegstürmte. Er wurde zu einem Glauben, ob wir wollten oder nicht.
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[Rätsel 4]
Das erste Mal, als wir zusammen im Bett lagen, hielt er meine Hände über meinem Kopf fest. Es gefiel mir. Er gefiel mir. Er war schwermütig auf eine Art, die mir romantisch vorkam. Er war witzig und gescheit, es war interessant, mit ihm zu reden, und er gab mir Lust.
Das zweite Mal hob er meine Schal auf - ich hatte ich fallen lassen, während ich mich auszog - lächelte und sagte: “Darf ich dir die Augen verbinden?“ Mir hatte noch nie jemand im Bett die Augen verbunden, und es gefiel mir. Er gefiel mir noch besser als in der ersten Nacht und später, währen ich mir die Zähne putzte, mußte ich vor mich hin lächeln: ich hatte eine besonders erfahrenen Liebhaber gefunden.
Das dritte Mal brachte er mich wiederholt um Haaresbreite zum Orgasmus. Als ich wieder fast außer mir war und er wieder aufhörte, flehte meine Stimme ihm an, weiterzumachen. Er tat es. Ich fing an mich zu verlieben.
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[Rätsel 5]
Erstes Kapitel
Alles ist da. Der Garten und der Baum,
An seinem Fuß die Schlange, goldene Frucht,
Im Schatten des Gezweigs die Frau,
Der Wasserlauf, der Rasenfleck.
All das, es ist und war. Am Rand der alten Welt,
Im Hain der Hesperiden schimmerte
Golden die Frucht am ewigen Zweig,
und kräuselt’ sich dem Drachen Ladon der juwelenprächtige Kamm,
Scharrt’ er mit goldener Klaue, bleckt’ den silbernen Zahn,
Und schlummerte und wartete Äonen lang,
Bis Herakles, der listsenreiche Held,
Ihn zu berauben, zu bestehlen kam.RANDOLPH HENRY ASH
Der Garten der Proserpina, 1861
Das Buch war dick, schwarz und völlig verstaubt. Sein Einband war verbogen und knarrte; es hatte einiges durchgemacht. Der Buckrücken fehlte, das heißt, er ragte wie ein unförmiges Lesezeichen zwischen den Seiten hervor. Wie eine Mumie war das Buch um und um mit schmutzigem, einst weißem Band verschnürt, dessen Enden eine ordentliche Schleife bildeten. Der Bibliothekar händigte es Roland Mitchell aus, der im Lesesaal der Library wartete. Es war aus dem Sperrfach Nr. 5 exhumiert worden, wo es ansonsten zwischen De Priapo und Die griechische Knabenliebe stand. Es war zehn Uhr vormittags an einem Septembertag im Jahre 1986.
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[Rätsel 6]
Weimar
Ankunft aus dem „Nichts“
Hirnentwicklung
Am 15. Oktober 1921 hatte meine Mutter einen schweren Tag: Zu Beginn des Tages gab es mich noch nicht, am Abend des 15. aber war ich vorhanden, ein menschliches Individuum, dessen Existenz urkundlich bestätigt und mit den notwendigen bürgerlichen Identifikationsmerkmalen ausgestattet worden war. Im meiner Geburtsurkunde ist als Geburtsort Charlottenburg eingetragen, und behördliche Präzision hat dazu geführt, daß es heute noch in meinem Personalausweis heißt: "Geburtsort Charlottenburg, jetzt Berlin".
Am 15. Oktober 1921 also traf ich in Charlottenburg en – aus dem Nichts kommend. Eine banale Feststellung? Die meisten Menschen nehmen das jedenfalls als selbstverständlich hin. Aber so selbstverständlich es sein mag, so seltsam ist es doch auch. Die Tatsache, daß sich so wenige über diesen Umstand wundern, der für jeden einzelnen von uns gilt, erweist sich bei näherer Betrachtung als erstes und sogar besonders markantes Symptom unserer Naturvergessenheit.
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[Rätsel 7]
1
Auf der Heimfahrt der Wagen, die vom Seeufer zurückkehrten, mußte die Kalesche im Schritt fahren. Einen Moment lang wurde das Gewirr so arg, daß der Wagen anhielt.
Die Sonne sank am Oktoberhimmel, der in seinem klaren Grau leichte Strichwolken am Horizont zeigte. Ein letzter Strahl, der durch das ferne Dickicht an der Kaskade fiel, durchquerte die Fahrstraße und hüllte die lange Reihe der regungslos verharrenden Wagen in ein fahles rötliches Licht. Die goldenen Schimmer und hellen Blitze, die die Räder warfen, schienen auf die strohgelben Verziehrungen einer Equipage gebannt, deren sattblaue Flächen Teile der Landschaft ringsum widerspiegelten. Und hoch oben mitten im rötlichen Licht, das sie von rückwärts bestrahlte, saßen Kutscher und Lakaien in ihrer dunkelblauen Livree mit mastixfarbenen Beinkleidern und schwarzgelb gesteiften Westen – saßen steif, ernst und unbeweglich, wie eben Bediente aus gutem Hause sitzen, die eine Wagenstauung nicht aus der Ruhe zu bringen vermag. Die Messingknöpfe ihrer halb aufgeschlagenen, vom Sitz herabfallenden Überröcke glänzten im Abendschein. Ihre mit schwarzen Kokarden gezierten Hüte waren würdevoll. Nur das Gespann der prächtigen braunen Pferde schnaufte vor Ungeduld.
„Sieh doch“, sagte Maxime, „dort unten im Wagen, Laura d’Aurigny … Sieh doch Renée.“
Renée richtete sich leicht empor und kniff, da sieh kurzsichtig war, mit einer hübschen Grimasse die Augen zusammen.
„Ich dachte, sie sei durchgebrannt“, sagte sie. „Sie hat ihre Haarfarbe gewechselt, nicht wahr?“
„Ja“, erwiderte Maxime lachend, „ihr neuer Liebhaber mag Rot nicht.“
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[Rätsel 8]
I
Meine Eltern starben bei einem Autounfall im ersten Jahr nach meiner Hochzeit. An einem Samstagabend versuchten sie, eine Ausfahrt der Interstate 75 in falscher Richtung hinaufzufahren und stießen dabei frontal mit einem Viehtransporter zusammen. Mein Vater war sofort tot, die Motorhaube seines Wagens riß ihm den Kopf ab. Meine Mutter lebte erstaunlicherweise noch anderthalb Tage mit Hilfe der Apparate im Städtischen Krankenhaus Delphia, obwohl ihr Hals und ihr Rückrat gebrochen waren und ihr Herz in den Brustkasten blutete.
Der Fahrer des Sattelschleppers kam mit ein paar Hautabschürfunge davon. Sein Truck allerdings hatte Feuer gefangen, und die an Bord befindlichen Rinder wurden gegrillt; nach dem Tod meiner Mutter klagte er deshalb auf Schadenersatz. Er gewann den Prozeß, konnte aber keinen materiellen Nutzen daraus ziehen. Mein Vater hatte seine Farm total überschuldet und stand kurz vor dem Bankrott, als er starb.
Die Lieblingstheorie meiner Frau Sarah war die, daß er Selbstmord begangen habe, getrieben von der quälenden Last seiner Schulden. Ich widersprach ihr damals, war allerdings selbst nicht ganz überzeugt. Im Rückblick schien es, als habe er gewisse Vorbereitungen getroffen.
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[Rätsel 9]
Geschichte
Rund 1200 Jahre nach Christi Geburt fand der Schwede Frederik Ugarph im damaligen Nidaros (jetzt Trondheim, Norwegen) in einer primitiven Fischerhütte eine gut erhaltene, bunt bemalte Holzfigur von 15 cm Höhe, den Sockel nicht mitgerechnet. In diesen Sockel war eingeschnitzt:
NISSE
Riktetig Størrelse
Das bedeute Heinzelmännchen, lebensgroß.
Die Figur war seit Menschengedenken in der Fischerfamilie gewesen, doch es gelang Ugarph nach tagelangen Verhandlungen, sie zu kaufen. Heute befindet sie sich in der privaten Kunstsammlung der Familie Oliv in Uppsala. Eine Röntgenuntersuchung der Kohlenstoffmoleküle im Holz ergab, daß die Figur über 2000 Jahre alt ist. In Anbetracht der unvorstellbaren Härte des Holzes muß sie aus der Wurzel eines unbekannten Baumes geschnitten sein. Die Buchstaben wurden erst viele Jahrhunderte später eingeschnitzt. Dieser Fund beweist, was die Heinzelmännchen selbst auch sagen: Ihr Ursprung ist früh-skandinavisch.
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[Rätsel 10]
1
Heute morgen passiere ich die Einfahrt um exakt 7.30 Uhr, und da sehe ich es schon von weitem: der rote Mercedes parkt neben der Fabrik, gleich bei den Büroräumen. Und zwar genau auf meinem Parkplatz. Wer sonst würde so etwas tun als Bill Peach? Ganz abgesehen davon, daß um diese Zeit praktisch der ganze Parkplatz leer ist, Ganz abgesehen davon, daß es Parkplätze gibt, die deutlich mit „Besucher“ gekennzeichnet sind. Nein, Bill muß natürlich genau auf dem Platz parken, der für mich reserviert ist. Bill liebt subtile Aussagen dieser Art. Na gut, er ist ja schließlich der Vizepräsident des Unternehmensbereichs, und ich bin bloß ein einfacher Werksdirektor. Meinetwegen kann er seinen verdammten Mercedes parken, wo er will.
Ich stelle meinen Buick auf den Nebenparkplatz (wo „Rechnungsprüfer“ steht). Ein Blick auf das Nummernschild, während ich um den Wagen herumgehe, überzeugt mich endgültig, daß es sich um Bills Wagen handelt: da steht „NUMMER 1“. Und wie wir alle wissen, ist das genau das worauf es Bill ankommt. Er braucht einfach seine Boß-Allüren. Aber manchmal brauch ich die auch. Und es ist einfach zu ärgerlich, daß ich heute darauf verzichten muß.
Einerlei ich steige jetzt hinauf zur Tür des Bürotrakts. Der Adrenalinstoß geht schon mal los. Ich wundere mich, was zum Teufel Bill hier sucht. Die Hoffnung, heute morgen noch irgend etwas zu schaffen, hab’ ich jedenfalls längst aufgegeben. Normalerweise komm’ ich früh ins Büro, um all den Mist aufzuarbeiten, für den ich tagsüber keine Zeit habe; ich kann wirklich ganz schön was weiterbringen, bevor das Telefon zu klingeln anfängt, die Meetings losgehen und es zu brennen beginnt. Aber heute ist das nichts.
„Mr. Rogo!“ ruft mich irgendwer.
********************Geändert von Nadar (31-05-2008 um 03:05 Uhr)
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02-06-2008 11:55 #2
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
- Registriert seit
- 13.01.2003
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- 4.692
Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
Dem Narren ein Denkmal.
Dem Reimliebhaber ein Gedicht.
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12-06-2008 02:07 #3
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
- Registriert seit
- 11.02.2008
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Antwortdefizit
Bisher gibt's erst zwei Teilnehmer. Enttäuschend. Habe ich solch ein unbekanntes Zeug ausgesucht?!
Ich verreise morgen. Montag oder Dienstag komme ich zurück. Die Auflösung gibt es also am Dienstag (sehr) spät abends oder Mittwoch. Bis Dienstag habt Ihr also noch Zeit, Eure Regale zu durchstöbern und mir eine PN mit Euren Lösungen zu senden. Ratet doch einfach mal ein bischen.


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