Eine schöne Themaeinführung mit dem Zitat; ansonsten bekommt man in Internetforen ja nur irgendwelches Hörensagen hingerotzt, oder, noch schlimmer, einen Link zu einem Spiegel-Online-Artikel.
Ich stehe zum Thema allerdings ganz anders als der Senior; ob man sich Romanfiguren visuell mit einem kompletten Aussehen vorstellen kann oder will, liegt nicht am Rezipienten, sondern an der Literatur. Hochliteratur braucht diese kompletten Personenbeschreibungen nicht, dort genügt es, so eine Art "Gefühl" zu erzeugen, wer oder was der Protagonist ist. Trivialliteratur hingegen belästigt den Leser oft schon auf den ersten Seiten mit Beschreibungen des Äußeren der Figuren. Kein Wunder also, daß sich Trivialliteratur-Schreiberin Noll ihre "Pappenheimer" auch umfassend vorstellen muß.
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17-11-2008 17:46 #1
"Professor" (750-1499 Beiträge)
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"Ich seh sie ja genau vor mir,meine Pappenheimer.."
"..bin visueller Typ."
sagte Ingrid Noll während eines Radio-Interviews und meinte mit Pappenheimer ihre Romanfiguren.
Andererseits kanns wohl auch so sein, daß Lesern sich Erzählfiguren detailliert vor dem inneren Auge zeigen. Ich neige nicht dazu, bzw mein Hirn macht das nicht. Ob ich das überhaupt je konnte, weiss ich nicht mehr. Vermute deshalb eher nein.
Wenn ich suche, finde ich nur Bilder aus Romanverfilmungen, die jedenfalls also meine Imaginierungen überschrieben haben mussten, falls überhaupt vorhanden.
Womit wiedereinmal was gefunden wäre, anhanddessen die Menschheit in 2 Fraktionen gespaltet werden könnte, wobei ich vorläufig davon ausgehen darf, daß ich nicht ganz allein bliebe in meiner!?
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21-11-2008 11:20 #2
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Geändert von Thomas Bernhard (24-11-2008 um 10:50 Uhr) Grund: rsf
Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
Dem Narren ein Denkmal.
Dem Reimliebhaber ein Gedicht.
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22-11-2008 17:30 #3
"Professor" (750-1499 Beiträge)
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24-11-2008 10:58 #4
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So? Ich habe nur die ersten 30 Seiten dieser Lübecker Familienschonzette gelesen und kann mich an ein keine detaillierte Personenbeschreibung erinnern, wohl aber aber eine so blasierten und langweiligen Stil, daß ich das Buch schließlich weggelegt habe, habe wegelegen müssen. Das Argument, sofern es überhaupt eines ist, zieht bei mir also nicht.
In einer anderen Bereich spielt die konkrete Imagination und die Frage, ob man dafür bekanntes verwendet oder etwas neues kreiert, eine Rolle: In unseren Träumen.
In meinen Träumen sind lange Zeit nur Personen aufgetreten, die es tatsächlich gibt, vom Stammtischkumpel bis zur bekannten Schauspielerfresse. Dann schienen die Personen in meinen Träumen eine Weile irgendwie aus verschiedenen Äußeren "zusammengesetzt" zu sein und inzwischen sind (zumindest die "Nebenrollen") alle "neu" (oder sie sind aus so vielen Personen zusammengesetzt, daß ich keine einzelne mehr erkennen kann). Und wie ist das bei euch?Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
Dem Narren ein Denkmal.
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24-11-2008 22:04 #5
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Ob die Leute, von denen ich träume, mir bekannt sind, kann ich ganz oft nicht sagen, vor allem, weil ich oft jemanden sehe, der unbekannt aussieht, aber dabei weiß, es ist eine bestimmte Person. Oder ich träume sehr bildlich von einer Wohnung, weiß aber dabei, dass es das Haus meiner Eltern ist.
Was mir allerdings aufgefallen ist: ich träume mit Schnitten. Also "Perspektive meines Traum-ichs" - Schnitt - "Blick auf die Umgebung" oder so. Ich weiß nicht, ob das schon so war, bevor ich in Kontakt mit Kino oder Fernsehen gekommen bin.Don't cry - work.
Rainald Goetz
Gedanken sind frei. Worte nicht ganz so.


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