Hey, ich hab´ n´ Gedicht geschrieben !
"Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
er hat den Knaben wohl in dem Arm,
er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.
"Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?"
"Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron' und Schweif?" -
"Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif."
"Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel' ich mit dir;
manch' bunte Blumen sind an dem Strand;
meine Mutter hat manch' gülden Gewand."
"Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
was Erlenkönig mir leise verspricht?" -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind!
In dürren Blättern säuselt der Wind."
"Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
meine Töchter führen den nächtlichen Reih'n
und wiegen und tanzen und singen dich ein."
Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort,
Erlkönigs Töchter am düstern Ort?" -
"Mein Sohn, mein Sohn, ich seh' es genau:
es scheinen die alten Weiden so grau."
"Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt." -
"Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan!" -
Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
er hält in Armen das ächzende Kind,
erreicht den Hof mit Müh und Not;
in seinen Armen das Kind war tot."
Ist doch super, oder ? Absolut preisverdächtig, würde ich mal sagen !
Achso, stand vorher schonmal woanders. Aber ich hab´ das mit dem Autor geregelt, er hat wenigstens nicht dagegen gesagt. Na ja, ist ja auch schon ´ne Weile tot. Ist halt die Sharing-Kultur, heutzutage !
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Ergebnis 6 bis 8 von 8
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17-02-2010 20:02 #6
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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- 27.01.2010
- Beiträge
- 4
Diese kollektive Empörung ist ja nur zum Kotzen. Jetzt schlagen alle auf die Autorin und den Verlag ein. Was soll denn das?
Einmal zum Rechtlichen: Der Verlag hat es mit dem Autor, von dem einige wenige Stellen kopiert worden sind, geregelt, somit ist alles in Ordnung.
Die Autorin leben heute wie die meisten jungen Menschen, man sucht sich im Internet Informationen und Anregungen, kopiert vielleicht auch das mal rein. Damit lebt man heute, das Buch ist gerade Ausdruck dieses Lebenswandels.
Inhaltlich ist das Buch unschlagbar und die Autorin einfach genial. Davon konnte ich mich überzeugen und die Experten sind sich ebenfalls einig. Ich würde mal wetten, die meisten die darüber so herziehen, haben nicht einmal einen Blick in das Buch geworfen.
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18-02-2010 16:52 #7
"Habilitand" (500-749 Beiträge)
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- 641
-
20-08-2010 14:06 #8
"Student" (20-79 Beiträge)
- Registriert seit
- 26.07.2010
- Beiträge
- 72
Dass sich die poststrukturalistische Kritik (bei der Zeit) in Hegemanns Argumentation verliebt hat ist ja kein Wunder – nach dem "Tod des Autors" gibt es letztlich so etwas wie Originalität und geistige Urheberschaft nicht mehr; der Schreiber ist halt bewusstlose Kopierwerkstatt. Da aber eben diese poststrukturalitische Kritik hart mit sich ins Gericht gehen sollte (Tod des Autors? Und wer hats dann geschrieben bzw. die Buchstaben auf Papier gesetzt? Eine Leiche?) erledigt sich für mich auch Hegemanns Punkt. Die Frau hat halt ne gute Marketing-Idee gehabt. Ob's gute Literatur ist mag jeder für sich selber entscheiden.
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