Daniel Clowes: Wie ein samtener Handschuh in eisernen Fesseln
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(1) Der AUTOR in einem Satz
- Zitat: "I'm trying to step into my own subconscious and trying to see what kind of images and ideas excite me and scare me and effect me emotionally."
(2) Der INHALT in einem Satz
- Den Inhalt von "Like a velvet glove cast in iron" (so der Originaltitel) in einem Satz zu sagen ist so unmöglich, wie jemand zu finden, der erschöpfend und plausibel erzählen könnte, was in David Lynchs "Lost Highway" oder in "Mullholland Drive" geschehen ist. Man könnte auch sagen, das Buch hat keinen Inhalt, es ist eine Aneinandereihung von bizarren Alpträumen.
(3) Mein FAZIT in einem Satz
- Widerlich, faszinierend, angsteinflößend.
(4) "Besprechung"
- "Wie ein samtener Handschuh in eisernen Fesseln" ist zarten Gemütern nicht zumutbar. Natürlich muß man sich darauf einlassen können, wollen, sicherlich gibt es Menschen, die das Werk als ausschließlich eklig empfinden oder einfach nur verwirrend, denn jedesmal, wenn man glaubt, wenn die Hauptfigur glaubt, etwas endeckt zu haben, an der sie sich festhalten kann, an das man sich orientieren kann, zerfällt dieserr Faden zu Staub und man ist verstörter als zuvor. Wer es mit dem Autor etwas ruhiger angehen lassen will, kann es zunächstmal mit "Ghost World" versuchen, ein Buch, das vor einigen Jahren auch sehr gut mit Steve Buscemi, Thora Birch und Scarlett Johannsson in den Hauptrollen in einem gleichnamigen Film umgesetzt wurde.
Nachtrag auf Anfrage: "Wie ein samtener Handschuh in eisernen Fesseln" ist der Titel der deutschen Ausgabe. Bei Amazon kriegt man es tatsächlich nicht, das habe ich auch schon versucht, aber so viel ich weiß, direkt über Reprodukt.
Maxie Wander: "Leben wär' eine prima Alternative" (dtv)
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(1) Der AUTOR in einem Satz
- Maxie Wander, österreichische Schriftstellerin, *1933 in Wien, gest.1977 in Kleinmachow (bei Berlin)
(2) Der INHALT in einem Satz
- Non-fiktive Prosa, das Buch enthält Briefe und Tagebucheintragungen der Autorin.
(3) Mein FAZIT in einem Satz
- Auf eine im Gegensatz zu den im Buch geschilderten Ereignissen widersprüchliche Art lebendig und unterhaltsam.
(4) "Besprechung"
- Wenn mir jemand von dem Buch erzählt hätte und mir gesagt hätte, es sei von einer "West-"Schriftstellerin, die freiwillig und zusammen mit ihrem Ehemann 1958 in die DDR gezogen sei und dann auch noch relativ jung an Krebs gestorben ist und das dies in dem Buch thematisiert sei, dann hätte ich gesagt: Igitt, so eine idealistische Schicksalsschmonzette rühr' ich nicht mit der Beißzange an. Aber so war es nicht. Ich habe das Buch eher zufällig in der Stadtbibliothek in die Hand bekommen und da ich grundsätzlich keine Klappentexte lese, wußte ich erstmal von nichts. Und was ich bekommen habe, waren die Briefe und Aufzeichnungen einer äußerst interessanten Frau, lebendige Aufzeichnungen, schnörkellose, keinesfalls jammerhafte Aufzeichnungen. Zum ersten Mal habe ich sogar ein ganz klein wenig eine Ahnung davon bekommen, wie Frauen denken, auch wenn mir natürlich bewußt ist, daß das nur EINE Frau ist, war, und was ich damit sagen will ist folgendes: In erster Linie sind das Tagebücher und Briefe einer FRAU, einer Schriftstellerin, die formulieren kann, was sie reflektiert, und das macht das Buch interessant, nicht die DDR und nicht der Krebs.