(1) Der AUTOR in einem Satz
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(2) Der INHALT in einem Satz
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(3) Mein FAZIT in einem Satz
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(4) "Besprechung"
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Thema: Buchempfehlungen
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Ergebnis 1 bis 5 von 61
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21-02-2004 17:48 #1S. Anders Gast
Buchempfehlungen


Dieser Faden greift das schon mehrfach zutage getretene Interesse mancher Unicate auf, sich von den Lektüreerfahrungen anderer für Bücher, die bisher außerhalb ihres Gesichtsfelds lagen, begeistern zu lassen.
Um künftige Beiträge dieser Art zu strukturieren & eine leichte Wiedererkennung des Aufbaus einer Kurzrezension zu ermöglichen, bitte ich Euch, einfach den nachfolgenden "Dummy" immer in seiner Formatierung zu übernehmen ("Zitieren"-Button) - zumindest aber seine Gliederung! - und schlicht Euren Text an die Stelle der Xe zu setzen.
In die "Betreff"-Zeile setzt Ihr einfach Autor und Buchtitel.
OM! Sammelt Euch, streift Eure Bücherregale entlang & macht eifrig mit!
Wenn Euch das Formatieren zu umständlich
ist, macht Euch keinen Wasserkopf, stellt die
Rezension einfach "nackt" rein, ich erledige
dann nachträglich das Layout für Euch . . .
(s. a. POSTSCRIPT.2)
Länge der Beiträge = Jacke wie Hose, d.h. Wurst.
Es freut sich auf anregende "Einsätze"


I. Unersättliche Leseratten seien noch auf einen älteren (ungeordneten) Sammelfaden ähnlichen Anliegens hingewiesen, in dem auch schon - in aller Kürze - Werke unterschiedlichster Couleur empfohlen wurden.
II. Ausgesprochenen Science Fiction Fans sei außerdem dieser Thread ans Herz gelegt.
III. Kinderbuch-Liebhaber mögen hier mal vorbeischauen.
IV. Vor manchen Büchern kann man nur warnen.
V. Auch Erotomanen werden bei uns bedient.
VI. Wer's gern ausführlicher und polyphon hätte, wird vielleicht in der aktuellen Runde des von unserem Thomas Bernhard ins Leben gerufenen Buchlesekreises fündig.

Kümmert Euch gar nicht um die Buchcover; die füge ich, nachdem Ihr Euren Text reingestellt habt, ein. So wird die Wiedererkennung, sollte mal jemand zufällig und mit genügend Geld in der Hose auf eines der hier vorgestellten Bücher stoßen, erleichtert.

Natürlich könnt Ihr in diesem Thread auch die vorgestellten Bücher diskutieren und nachträglich die Besprechungen anderer mit Anmerkungen versehen! Ich kennzeichne diese Eure Beiträge später mit dem nachfolgenden Emblem; schreibt aber bitte in die Betreff-Zeile so etwas wie "Zu: Johann Wolfgang v. Goethe - Faust III", dann weiß jeder gleich, wo der Hase hin will, z.B.:
.

Bisher wurde uns an's Herz oder direkt auf den Kompost gelegt:
01. SÁNDOR MÁRAI: "Die Glut" - von S. Anders
02. DANIEL CLOWES: "Wie ein samtener Handschuh in eisernen Fesseln" - von Thomas Bernhard
03. MAXIE WANDER: "Leben wär' eine prima Alternative" - von Thomas Bernhard
04. DAN SIMMONS: "Die Hyperion-Gesänge" - von S. Anders
05. GEORGE ORWELL: "1984" & ALDOUS HUXLEY: "Brave New World" - von Iron(ic)man
06. BILL BROADY: "Schwimmerin" - von wassersucht
07. JOHANNES K. SOYENER: "Der Schatten des Kaisers" - von jochen6s
08. RAINER WEKWERTH: "Traumschlange" - von Dandole (Gast)
09. JASPER FFORDE: Div. (Thursday Next) - von KansasGirl
10. MICHEL HOELLEBECQ: "Elementarteilchen" - von Pi34
11. A. TH. SONNLEITNER: "Die Höhlenkinder" - von Alessandra
12. LEON DE WINTER: "Hoffmans Hunger" - vom Buchlesekreis (Kollektiv)
13. JAN GRAF POTOCKI: "Die Handschrift von Saragossa (...)" - von Thomas Bernhard
14. KÖNIGIN NOOR VON JORDANIEN: "Im Geist der Versöhnung" - von Schaumkrone
15. MICHEL HOELLEBECQ: "Die Möglichkeit einer Insel" - von Pi34
16. JOHN IRVING: "Witwe für ein Jahr" - vom Buchlesekreis (Kollektiv)
17. BRET EASTON ELLIS: "Glanorama" - von Thomas Bernhard
17. MÖTLEY CRÜE: "The Dirt" - von Kuschelmonster
18. KLAUS KINSKI: "Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund" - von Thomas Bernhard
19. IRVIN D. YALOM: "Die Schopenhauer-Kur" - von Pi34
20. WILHELM GENAZINO: "Der Fleck, die Jacke, die Zimmer, der Schmerz" - von Thomas Bernhard
21. JOHN FANTE: "Westlich von Rom" - von Thomas Bernhard
22. MURIEL SPARK: "Mädchen mit begrenzten Möglichkeiten" - von MissMarple
23. YANN MARTEL: "Schiffbruch mit Tiger" - von china
24. HERMAN MELVILLE: "Moby-Dick" - von Thomas Bernhard
25. THOMAS BERNHARD: "Wittgensteins Neffe" von HumanTouch
26. PETER HOEG: "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" von miss smilla
27. SUE WILLIAM SILVERMANN: "Liebessucht – eine Frau überwindet ihre Abhängigkeit vom Sex" von motion
28. PAUL NIZON: "Das Fell der Forelle" von WintermerzGeändert von Thomas Bernhard (14-05-2007 um 17:23 Uhr) Grund: Liste aktualisiert
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21-02-2004 18:00 #2S. Anders Gast
Autor: Buchtitel
Geändert von S. Anders (11-10-2005 um 11:59 Uhr)
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23-02-2004 00:17 #3S. Anders Gast
Sándor Márai: Die Glut

(1) Der AUTOR in einem Satz
- Sandor Márai, 1900 in Kaschau (heutige Slowakei) geboren, hatte einen langen politischen durch das ganze damalige Europa führenden Irr(lebens)weg hinter sich, bis er - einigermaßen erfolglos als Schriftsteller - 1989 in den USA seinem Dasein ein Ende setzte.
(2) Der INHALT in einem Satz
- Nach 40 Jahren des Wartens kommt es für den General Henrik endlich zum schicksalhaften Wiedersehen mit seinem Freund Konrád, den er seit dessen überstürzter Flucht damals, nach einem ominösen Jagdausflug und einer heimlichtuerischen Aussprache mit Henriks Frau, nicht mehr zu Gesicht bekommen hat.
(3) Mein FAZIT in einem Satz
- Ein großer romanesker Monolog als ein fabelhaftes, neu zu entdeckendes Stück Weltliteratur!
(4) "Besprechung"
- Dieses Buch entspinnt einen ganz eigenen Zauber. Die schlichte schnörkellose Sprache bildet den dunklen Glanz der späten k.u.k.-Zeit, in der die "Handlung" spielt, die Dekadenz, mehr noch, hintergründige Fäule von Landsitz und Leben des Generals, derart unmittelbar ab (sein ganzes Leben, sein ganzes Umfeld ist ihm nur noch Bühne, um das Zusammentreffen, die finale Auseinandersetzung mit Konrád inszenieren zu können), dass sie den Leser einerseits ungeheuer modern & direkt angeht, andererseits an Stellen voll von Zeitkolorit oder Gedankenparaphrasierungen desto bestürzender Wirkung entfalten kann.
Den Hauptanteil des Buches macht die Rede Henriks aus, in welcher er, in der Nacht des "Showdowns", die vierzig Jahre zurückliegenden Ereignisse wieder aufrollt; sein militärgeprägtes Leben; ihrer beider Freundschaft; die Liebe zu Krisztina, die, man ahnt es, ein nicht unproblematisches Eigengewicht in das fragile Spannungsfeld dieser beiden so ungleichen Männer bringen wird.
Die Erzählweise ist gewöhnungsbedürftig. Was in der dritten Person beginnt ("Am Vormittag hielt sich der General lange in seinen Kellereien auf."), wird kaum merklich zur Erzählung eines alten Mannes in der ersten Person. Die Erwiderungen Konráds lassen sich an einer Hand abzählen. Er ist nicht gekommen, um zu reden, sondern um zuzuhören, um dem anderen die Gelegenheit zu geben, sich und ihn selbst von der Last von vierzig Jahren der Ungewissheit und von der Last der eigenen Schuld zu befreien.
Das Buch entwickelt urplötzlich einen ungeheuren Sog. Man kann kaum die Hände vom Vorblättern zurückhalten. Was ist auf der Jagd passiert? Was hatte Konráds Flucht zu bedeuten? Welche Rolle spielte Krisztina, die bald darauf starb?
Nichts ist so einfach, wie es anfangs den Anschein hat. Mit einer unerhörten Leichtigkeit führt dieses Buch den Beweis, dass nichts so kompliziert ist, wie eine (scheinbar?) unverbrüchliche tief empfundene Freundschaft, selbst die Liebe nicht.
Thomas Wirtz (F.A.Z.): "Sándor Márai hat einen grandiosen, einen quälenden Gespensterroman geschrieben, einen Totengesang der Überlebenden, denen die Wahrheit zum Fegefeuer geworden ist. Die Glut hat ihnen das Leben zur Asche ausgebrannt."
Wunderbar!
(Piper. 2003 [7]. 8,90 €)Geändert von S. Anders (25-01-2005 um 06:40 Uhr)
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04-03-2004 07:49 #4
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Daniel Clowes: Wie ein samtener Handschuh in eisernen Fesseln

(1) Der AUTOR in einem Satz
- Zitat: "I'm trying to step into my own subconscious and trying to see what kind of images and ideas excite me and scare me and effect me emotionally."
(2) Der INHALT in einem Satz
- Den Inhalt von "Like a velvet glove cast in iron" (so der Originaltitel) in einem Satz zu sagen ist so unmöglich, wie jemand zu finden, der erschöpfend und plausibel erzählen könnte, was in David Lynchs "Lost Highway" oder in "Mullholland Drive" geschehen ist. Man könnte auch sagen, das Buch hat keinen Inhalt, es ist eine Aneinandereihung von bizarren Alpträumen.
(3) Mein FAZIT in einem Satz
- Widerlich, faszinierend, angsteinflößend.
(4) "Besprechung"
- "Wie ein samtener Handschuh in eisernen Fesseln" ist zarten Gemütern nicht zumutbar. Natürlich muß man sich darauf einlassen können, wollen, sicherlich gibt es Menschen, die das Werk als ausschließlich eklig empfinden oder einfach nur verwirrend, denn jedesmal, wenn man glaubt, wenn die Hauptfigur glaubt, etwas endeckt zu haben, an der sie sich festhalten kann, an das man sich orientieren kann, zerfällt dieserr Faden zu Staub und man ist verstörter als zuvor. Wer es mit dem Autor etwas ruhiger angehen lassen will, kann es zunächstmal mit "Ghost World" versuchen, ein Buch, das vor einigen Jahren auch sehr gut mit Steve Buscemi, Thora Birch und Scarlett Johannsson in den Hauptrollen in einem gleichnamigen Film umgesetzt wurde.
Nachtrag auf Anfrage: "Wie ein samtener Handschuh in eisernen Fesseln" ist der Titel der deutschen Ausgabe. Bei Amazon kriegt man es tatsächlich nicht, das habe ich auch schon versucht, aber so viel ich weiß, direkt über Reprodukt.Geändert von S. Anders (24-07-2005 um 00:16 Uhr) Grund: Nur Layout vereinheitlicht und Bild aktualisiert, Sam.
Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
Dem Narren ein Denkmal.
Dem Reimliebhaber ein Gedicht.
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10-03-2004 12:57 #5
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Maxie Wander: "Leben wär' eine prima Alternative" (dtv)

(1) Der AUTOR in einem Satz
- Maxie Wander, österreichische Schriftstellerin, *1933 in Wien, gest.1977 in Kleinmachow (bei Berlin)
(2) Der INHALT in einem Satz
- Non-fiktive Prosa, das Buch enthält Briefe und Tagebucheintragungen der Autorin.
(3) Mein FAZIT in einem Satz
- Auf eine im Gegensatz zu den im Buch geschilderten Ereignissen widersprüchliche Art lebendig und unterhaltsam.
(4) "Besprechung"
- Wenn mir jemand von dem Buch erzählt hätte und mir gesagt hätte, es sei von einer "West-"Schriftstellerin, die freiwillig und zusammen mit ihrem Ehemann 1958 in die DDR gezogen sei und dann auch noch relativ jung an Krebs gestorben ist und das dies in dem Buch thematisiert sei, dann hätte ich gesagt: Igitt, so eine idealistische Schicksalsschmonzette rühr' ich nicht mit der Beißzange an. Aber so war es nicht. Ich habe das Buch eher zufällig in der Stadtbibliothek in die Hand bekommen und da ich grundsätzlich keine Klappentexte lese, wußte ich erstmal von nichts. Und was ich bekommen habe, waren die Briefe und Aufzeichnungen einer äußerst interessanten Frau, lebendige Aufzeichnungen, schnörkellose, keinesfalls jammerhafte Aufzeichnungen. Zum ersten Mal habe ich sogar ein ganz klein wenig eine Ahnung davon bekommen, wie Frauen denken, auch wenn mir natürlich bewußt ist, daß das nur EINE Frau ist, war, und was ich damit sagen will ist folgendes: In erster Linie sind das Tagebücher und Briefe einer FRAU, einer Schriftstellerin, die formulieren kann, was sie reflektiert, und das macht das Buch interessant, nicht die DDR und nicht der Krebs.
Geändert von S. Anders (23-10-2005 um 11:42 Uhr) Grund: Nur Layout vereinheitlicht, Sam
Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
Dem Narren ein Denkmal.
Dem Reimliebhaber ein Gedicht.
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Von Nitron im Forum BücherAntworten: 29Letzter Beitrag: 30-01-2004, 17:21


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