kann dir nur zustimmen!
klar gibt es auch ein paar langzeitstudenten wie man sie sich nur all zu gerne vorstellt, die am liebsten ewig student bleiben wollen. aber ich denke echt, dass das nur ein geringer bruchteil ist. die anderen die über die mindeststudienzeit hinaus studieren, müssen nebenbei arbeiten, engagieren sich noch zusätzlich und solche dinge wie überschneidungen mancher pglichtprüfungen oder dass man in seminare nicht reinkommt und ein semester warten muss kommen auch noch hinzu.
was ich nicht kapiere ist vor allem, warum man von studenten geld einfordert, wobei sie doch im grunde selbst kein einkommen haben und sich eh schon selbst finanzieren müssen (bzw. von den eltern unterstützt werden, wobei ich wirklcih viele kenne, die trotzdem nebenbei arbeiten müssen). das ist doch paradox. in einer ausbildung bekommt man wenigstens etwas geld aber bei einer uniausbildung eben nicht. und dieses geld dann noch zur stopfung von haushaltslöchern zu benutzen ist dann wirklcih absolut unverständlich. sollen die politiker doch mal das was sie verbockt haben aus eigenen taschen finanzieren.
tja, und da hat man gedacht dass in einem spd regierten land keine diskussion über studiengebühren entstehen würde....echt enttäuschend, cdu oder spd, macht fast keinen unterschied mehr....
viele grüße!
lili
Thema: Mythos Langzeitstudent
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08-07-2002 13:13 #1Gast
Mythos Langzeitstudent
Klar, dass alle gegen Studiengebüren sind. Da stimmt sogar der normale Bürger zu. Aber bei den sogenannten Langzeitstudenten sieht das schon anders aus. Da bekommt man dann so etwas zu hören wie: Die sind doch bloß zu faul und können ruhig zahlen. Vermutlich hält Clement gerade deswegen an diesem Konzept fest. Aber schauen wir uns diese Studenten doch einmal an. Das sind nämlich zumeist jene, die sich ihr Studium durch Jobs selbst finanzieren müssen und so ihr Studium rein zeitlich nicht in der vorgesehenen Regelstudienzeit bewältigen können. Doch gerade die, die dem Steuerzahler eben nicht auf der Tasche liegen, sollen jetzt zur Kasse gebeten werden. Und das jeder Student Bafög bekommt, ist ebenfalls ein ziemlich naiver Gedanke. Nebenbei bemerkt passt der Stundenplan der verschiedenen Fächer zusammen, so dass alleine schon dadurch die Studienzeit verlängert wird.
Hinzu kommt, dass durch das Gebüren erheben aufs Zeitstudium und Studium-im-Alter den Menschen der Anreiz genommen wird, sich freiwillig fortzubilden - etwas, was dem Staat ja eigentlich nur recht sein kann. Doch so wird nun ein entscheidener Faktor zur Bekämpfunng der strukturellen Arbeitslosigkeit endgültig ausgeschaltet.
Das Unverständlichste an der ganzen Sache ist allerdings, dass die Erlöse aus den Gebüren nicht einmal ins Hochschulsystem fließen. Das Bildungsniveau wird demnach nicht im Ansatz verbessert, sondern zu Lasten des kleinen Mannes weiter abgebaut - und das in einem Bundesland, das eh nicht für sein gutes Bildungssystem bekannt ist. Statt dessen werden mit den Geldern mittelloser Studenten jene Haushaltslöcher gestopft, die alleine durch die Unfähigkeit hiesiger Politiker entstanden sind. Doch wenn man Inkompetenz mit Inkompetenz bekämpft, kann dies nur im Desaster enden.
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12-07-2002 23:12 #2Gast
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14-07-2002 19:00 #3Gast
Re: Mythos Langzeitstudent
Es gibt übrigens noch ein paar Zahlen, über die sich die hiesigen Politiker einmal Gedanken machen sollten. So gehen in Deutschland im Vergleich zu Europa anteilsmäßig die wenigsten Abiturienten auf eine Universität. Und als wäre das noch nicht schon fragwürdig genug, gehören wir auch im Hinblick auf die prozentualen Studienabbrecher zur europäischen Spitze. Da finde ich es schon recht gewagt, wenn durch Studiengebüren diese eh schon negative Bilanz weiter verschlechtert wird.
Hinzu kommt, dass das gesellschaftliche Wissen (oder neudeutsch: "Know how") zu den Produktivitätsfaktoren zählt. Gerade in einer Konjunkturflaute sollte sich der Staat also erst recht um sein Bildungssystem kümmern. Doch statt dessen macht er genau das Gegenteil. Vielleicht sollten sich unsere Politiker selbst einmal ein Zweitstudium gönnen, um sich zumindest die gröbsten Grundzüge der Volkswirtschaftslehre anzueignen. Denn offensichtlich haben sie davon nicht die geringste Ahnung.
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