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Thema: naja..

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  1. #1
    Jeroentje Gast

    naja..

    Also, zuerst möchte ich vorweg sagen, dass ich Studiengebühren grundsätzlich (!) befürworte, um verschiedenen Gründen:

    1. Ich finde, dass Investitionen in der eigenen Person, von der die Erlöse auch hauptsächlich dieser Person zugute kommen in der Form von einem wesentlich besseren Gehalt und gesellschaftlichen Position, auch teilweise von dieser Person getragen werden müssen. Die meisten Personen unserer Gesellschaft haben nie im Leben studiert, werden das nie im Leben tun, aber dürfen schon die Rechnung bezahlen, obwohl sie selber kaum davon profitieren. Wenn Du etwas erreichen willst, darfst Du auch dafür bezahlen, auch wenn das bedeutet, dass du Schulden aufbauen musst. Letztenendes fängst Du ja auch an zu studieren, in der Erwartung mehr zu verdienen nach der Beendung des Studiums (achte bitte auf meine Kommentare zum Thema umsetzung). Übrigens, ja, dank Studiengebühren habe ich auch jetzt eine Studienschuld von 10 T€.

    2. Studiengebühren sorgen dafür, dass Studenten eine bewusstere Studienwahl machen. Vielleicht bedeutet das tatsächlich, dass es nicht 50 Mio Studenten Studenten Freizeitwissenschaften gibt, sondern, dass die Leute sich besser Gedanken darüber machen ob sie danach auch etwas damit machen können. Es ist eine echt dekadente Haltung zu erwarten, dass die Gesellschaft sich alle "freie Entfaltungen" der Menschen leisten muss. Wenn in einem Land nur 500 Menschen mit Ausbildung X gebraucht werden, muss es dann tolerieren, dass es 49.500 zuhause sitzen, die keinen job in dem Bereich finden? Studenten sollen sich besser überlegen, ob sie etwas wirklich machen wollen, und ob sie etwas besser nicht als hobby machen können. ich habe mich gegen Geschichte entschieden, aber es steht mir immer noch frei alles dazu zu lesen, was ich möchte.

    3. Studiengebühren sorgen dafür, dass alle, die faktisch nicht studieren, von der Uni wegbleiben und vor allem wichtige Gelder, die für "echte" Studenten gedacht sind, auch da landen. Ich war in Deutschland überwältigt von der Anzahl von Leuten, die nur Student sind um gratis Bus und Bahn fahren zu können. Das "Niederlande-Ticket", was die Studenten hier kriegen, kostet den Staat 90 Euro/Monat. Ich vermute Mal, dass das in den Bundesländern nicht weniger ist. Ich möchte halt, dass der Differenz zwischen Realkosten und Semesterticket wieder denen zukommt, denen es gehört.

    ABER:

    Das heisst nicht, dass ich das Deutsche Studiengebührensystem so zustimmen würde.

    Hier in den Niederlanden sind Studiengebühren und BaFöG direkt mit einander verbunden. Jeder Student, gleichgültig Herkunft, kriegt BasisBaFöG, von etwa 250-300 Euro/Monat. Das Geld ist Dir, aber nur, wenn du mindestens die Hälfte Deiner Scheine pro jahr machst. Ist also machbar, und da man etwa 2.000 euro pro Jahr an Gebühren bezahlt, kriegt man also faktisch Geld pro Jahr dazu (aus Deiner Sicht natürlich!). Wenn du das nicht schaffst, wie bei mir einmal der Fall war (weil ich mich aus Stolz nicht krankgemeldet habe), dann muss man das zurückbezahlen. Das was man zusätzlich für das Leben braucht, muss man entweder dazuarbeiten (und die Arbeitgeber nehmen Dir das hier nicht übel, wenn man Zeit verloren hat, da man arbeiten musste), oder dazuleihen. Der Staat leiht Dir Geld gegen sehr angenehme Zinssätze, und der Zins wird erst nach Abschluss des Studiums oder nach dem Ende des BaFöG-Schlussdatums gehoben. Dann braucht man erst 2 Jahre nach dem Ende des Studiums anzufangen zurückzuzahlen (der Satz wird vom Staat festgestellt, abhängig vom Gehalt). Geht es mit der Karriere doch nicht bergauf, und hat man es nach 15 Jahren nicht geschafft es komplett abzuzahlen, dann wird der Rest vom Staat übernommen.

    Ergo: faktisch bezahlt der Staat dazu, wenn du studierst, aber du wirst gezwungen dir genau zu überlegen was du studierst, denn viele Ausrutscher kannst Du Dir nicht erlauben. Du musst Dein Studium auch zügig durchziehen und oft nebenbei arbeiten. Natürlich ist das stressig, vor allem da wir keine Semesterferien haben, aber du wirst nicht bezahlt um zu faulenzen. Jeder der hier studieren will, kann es, gleichgültig deiner Herkunft. Für den Staat ist es eh günstiger es so zu machen

    Auch hier, haben natürlich reichere Menschen es immer leichter. Es gibt kein einziges System, was das verhindern kann. Aber das Vertrauen an einem besseren Leben nach dem Studium sorgt dafür, dass wenigstens im Schulsystem alle Chancen für jeden gewährleistet sind.

    Herzliche Grüße aus den Niederlanden!

  2. #2
    kita Gast

    Achtung pass mal auf...

    ich kann dich und deine bedenken verstehen in bezug auf studenten, die den staat nur ausnutzen wollen. ich kenne da selber so einen fall: ein junger mann mit freundin und kind hat mehrere studien angefangen, aber nie beendet und liegt seinen eltern nur auf der tasche, die das sogar tolerieren, sich aber insgeheim darüber aufregen. mit einführung der studiengebühren würde es für die betreffende person endlich ein aufwachen geben (hoffe ich für ihn) und er würde etwas für seine kleine familie tun.

    andererseits gebe ich zu bedenken, dass nicht alle, die studieren wollen, finanzielle unterstützung von staat oder bank bekommen - studiengebühren führen zwangsläufig zur ausbildung einer elite, nämlich der kinder reicher eltern.
    dann hieße es ausbildung für das "reiche bürgertum".

  3. #3
    Silly ist offline "Doktorand" (150-299 Beiträge)
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    30.11.2004
    Beiträge
    183
    @Jeroentje: Sage Du mir noch einmal was von wegen faulenzen! Ich habe zwar Semsterferien, doch darin sind alle Klausuren! Die Klausuren brauchen eine intensive Vorbereitungszeit! Mehr als eine Woche Ferien (Dieses Jahr wohl zwei) springt da nie raus! Wäre ja nicht schlimm, aber meine Ersparnisse sollten eigentlich in einen Auslandsaufenthalt reingehen. Damit's jetzt in Essig! Die Langzeitstudiengebühren haben das auch sehr effektiv geregelt wegen der Faulenzerei! Aber diese neuen Gebühren sind reine Staatsabzocke (okay, Landabzocke!)

  4. #4
    Avatar von saus
    saus ist offline "Doktor" (300-499 Beiträge)
    Registriert seit
    05.07.2005
    Beiträge
    365
    huhu,

    also ich bin auch FUER studiengebuehren und meine eltern koennten mir das nicht bezahlen, ersparnisse hab ich auch keine. ich bin trotzdem dafuer, aber das geld muss an die hochschulen gehen und ich bin mir sicher, dass es im falle von studiengebuehren ein system geben wird, wonach auch "arme" studieren koennen, sowas wie ein BafoegII oder so sorry, aber ich meins ernst*ggg* wird halt nach dem studium zurueckbezahlt (wer kann, natuerlich) und wer damit ein problem hat, den wuerd ich am liebsten mal in den popo treten.

    also wuerde es so ein system nicht geben und koennten wirklich nur kinder wohlhabender eltern studieren.. also nee, so bloed sind unsere verantwortlichen nicht durch die studiengebuehren wollen wir ja nen fortschritt machen, a la "bessere bildungsbedingungen".. und die schneiden sich ja ins eigene fleisch, wenn ein potenzieller sehr guter forscher/wissenschaftler keiner wird, weil er nicht studieren konnte. wir brauchen doch die leute, sonst haben wir ja fachkraeftemangel gab doch mal so ne zahl, wieviele bafoeg bekommen. das waren ganz schoen viele. koennen die alle bald nicht mehr studieren.. haben wir bald ganz viele offene jobs!


    saus

  5. #5
    Avatar von La Tramontana
    La Tramontana ist offline Moderator
    Registriert seit
    14.08.2002
    Beiträge
    1.838
    Ok, saus, träum weiter...
    In conspectu angelorum psallam tibi, deus meus.

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