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  1. #1
    n/a Gast

    Was würden Studiengebühren verändern?

    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich eigentlich gar nicht so sehr was gegen Studiengebühren habe; wenn sie denn in der Form kommen, dass man sie, ähnlich wie's Bafög, NACH dem Studium mit dem eigenen Gehalt zurückzahlt. Auf die Art kann auch niemand argumentieren, dass sei doch sozial ungerecht; wenn man erstmal an der Uni ist und alle später selber(!) zurückzahlen (ohne das auf Mami und Papi abwälzen zu können), dann sind doch im Endeffekt alle gleich...

    aber dazu wollte ich eigentlich gar nix schreiben...ich frage mich persönlich, was Studiengebühren bringen sollen? Mal gesetzt dem Fall, dass zumindest ein geringer Prozentsatz der Gebühren tatsächlich den Unis zugute käme...was würde das ändern?
    An der Uni Bielefeld haben wir in den meisten Räumen alle wichtigen Medien (selbst in vielen Seminarräumen haben wir PCs und Beamer), man bekommt relativ problemlos alle Bücher, die man braucht; in den höheren Semestern (sagen wir ab Semester drei, wo nicht mehr alle gleichzeitig die selben Einführungsveranstaltungen besuchen müssen) gibts auch keine überfüllten Räume mehr (aber das ist auch nur ein organisatorisches Problem...)...kurz: Was würde mehr Geld bringen?
    Da ich heute wieder einmal in einer Vorlesung eingeschlafen wäre, weiß ich, was wirklich verändert werden müsste: Die didaktische Ausbildung der Dozenten!!
    Was bringt es den Studenten, wenn in jedem Raum ein Rechner steht, man alle Bücher Volltext über netzwerke abfragen kann, man nur noch zu 10t in einem Seminar sitzt, wenn man sich zu Tode langweilt, weil die Profs den Stoff nicht rüberbringen können.
    Wenn man engagiertere Dozenten hätte (die es ja zum Glück auch gibt und die einen wunderbaren Kontrast abgeben), dann würde davon das Studium mehr profitieren als von größerem Etat.
    Swn

  2. #2
    Avatar von Karendric
    Karendric ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
    Registriert seit
    07.07.2005
    Beiträge
    1.562
    Zitat Zitat von Scheinweltname
    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich eigentlich gar nicht so sehr was gegen Studiengebühren habe; wenn sie denn in der Form kommen, dass man sie, ähnlich wie's Bafög, NACH dem Studium mit dem eigenen Gehalt zurückzahlt.
    Das nennt sich Bildungskredit und wird zumindest in einigen Bundesländern gerade eingeführt.

    Zitat Zitat von Scheinweltname
    An der Uni Bielefeld haben wir in den meisten Räumen alle wichtigen Medien (selbst in vielen Seminarräumen haben wir PCs und Beamer), man bekommt relativ problemlos alle Bücher, die man braucht; in den höheren Semestern (sagen wir ab Semester drei, wo nicht mehr alle gleichzeitig die selben Einführungsveranstaltungen besuchen müssen) gibts auch keine überfüllten Räume mehr (aber das ist auch nur ein organisatorisches Problem...)...kurz: Was würde mehr Geld bringen?
    Du Glücklicher. Offenbar geht's deiner Fakultät gut. Eines Regentages kam ein älterer Professor zu seiner Vorlesung in unseren Hörsaal, sah versonnen auf das kaputte Gestühl und die Regenauffangeimer unter dem undichten Dach und erklärte, dass nur noch die zerschossenen Scheiben fehlen würden, dann würde der Hörsaal wieder wie in seiner Jugendzeit anno '45/46 aussehen. Ein anderer Professor erzählte uns mal, dass er ein ernsthaftes Problem bekäme, wenn ihm mitten im Kalenderjahr mal eine Projektor-Glühbirne kaputt ginge. Und die Reisekosten für Gastredner werden an seinem Lehrstuhl grundsätzlich mit Spendengeldern finanziert.

    Zitat Zitat von Scheinweltname
    Was bringt es den Studenten, wenn in jedem Raum ein Rechner steht, man alle Bücher Volltext über netzwerke abfragen kann, man nur noch zu 10t in einem Seminar sitzt...
    *GrünwerdvorNeid*

    Zitat Zitat von Scheinweltname
    ... , wenn man sich zu Tode langweilt, weil die Profs den Stoff nicht rüberbringen können. ... Wenn man engagiertere Dozenten hätte (die es ja zum Glück auch gibt und die einen wunderbaren Kontrast abgeben), dann würde davon das Studium mehr profitieren als von größerem Etat.
    Aus dem Grund muss mit den Studiengebühren ja auch eine wirksame Mitbestimmung der Gebührenzahler an den Hochschulen einhergehen, die auch eine Bewertung der Lehre beinhaltet. Aber solange alle protestierenden Studis ihre Energie auf den längst verlorenen Abwehrkampf gegen Gebühren verschwenden, statt sich lieber auf das Erreichen einer vernünftigen Mitbestimmung zu konzentrieren, wird das wohl nichts.

    Gruß,
    Karendric

  3. #3
    Avatar von saus
    saus ist offline "Doktor" (300-499 Beiträge)
    Registriert seit
    05.07.2005
    Beiträge
    365
    hallo,

    ich denke es ist eine kombination von vielen dingen, wodurch man ein studium effektiv verbessern koennte.

    z.b.

    - didaktische faehigkeiten mancher professoren (wobei ich denke, dass es immer welche geben wird, die nicht toll sind, das liegt auch einfach an der eigenart der person, aber immerhin wuerde die dann durch ein beurteilungssystem evtl. selektiert)
    - ausstattung der institute (hier muss sich ein lehrstuhl grad nen kopierer absparen, oder: mehr exemplare vom gleichen buch in der bibliothek)
    - weniger studenten pro professor (keine schlange zur sprechstunde oder nach der vl)---> kuerzere laufzeiten fuer korrektur von klausuren etc. etc.
    - keine oder wenige zulassungsbeschraenkungen/wartezeiten fuer spezialisierungen/seminare

    etc.
    etc.



    saus

  4. #4
    Mme_X Gast
    Zitat Zitat von Karendric
    Du Glücklicher. Offenbar geht's deiner Fakultät gut. Eines Regentages kam ein älterer Professor zu seiner Vorlesung in unseren Hörsaal, sah versonnen auf das kaputte Gestühl und die Regenauffangeimer unter dem undichten Dach und erklärte, dass nur noch die zerschossenen Scheiben fehlen würden, dann würde der Hörsaal wieder wie in seiner Jugendzeit anno '45/46 aussehen. Ein anderer Professor erzählte uns mal, dass er ein ernsthaftes Problem bekäme, wenn ihm mitten im Kalenderjahr mal eine Projektor-Glühbirne kaputt ginge. Und die Reisekosten für Gastredner werden an seinem Lehrstuhl grundsätzlich mit Spendengeldern finanziert.
    An welcher Uni warst du denn???

  5. #5
    Avatar von Valas
    Valas ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
    Registriert seit
    18.01.2004
    Beiträge
    2.710
    Zitat Zitat von Mme_X
    An welcher Uni warst du denn???
    Das ist durchaus keine seltenheit.

    Bei uns im Institut zahlen die Profs teile ihrer Kopien aus eigener Tasche, da sie keine Mittel mehr bekommen, ausser für das Telefon.
    Bei Gebühren dürfte erstmal die Ausstattung besser werden, das bezieht sich zwar weniger auf die Grundausstattung, die ist meist ganz passabel, sondern eher auf die "Verbrauchsgüter". In einigen Bereichen würde das bei uns echt Entlastung bringen.
    Ein netter Aspekt hätte, neben der Mitbestimmung, auch die Einklagbarkeit von Vorlesungen sein können, da hätten gerade unsere Sportstudenten was von. Bei denen fällt schon mal ein Semester flach weil die Kurse zu voll werden. Aber daraus wird dank den Asten ja nichts draus.
    Anglizismen sind Bullshit


    Wenn man weiß wer der Böse ist hat der Tag Struktur(Volker Pispers)


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