Hallo,
ich weiß jetzt nicht, ob das mit der Arbeitserlaubnis und dem Studentenvisum irgendwie speziell gehandhabt wird, aber normalerweise ist es bei einem Studentenjob schlecht, die 80 Stunden dauerhaft zu überschreiten. Auf Deinen Stundenzetteln, die Du vermutlich ausfüllen und nach dem entsprechenden Monat abgeben mußt, dürfen jedenfalls nur diese 80 Stunden draufstehen. D.h. wenn Du in einem Monat mal 82 Stunden arbeitest, darfst Du nur 80 aufschreiben, und danach im nächsten Monat kannst Du dann nach 78 Stunden nach Hause gehen und trotzdem 80 aufschreiben. Offiziell darf das natürlich nicht sein, aber solche kleinen Schiebereien sind m.E. normal. Aber in dem Ausmaß, das Du beschreibst, klingt das nicht mehr feierlich, sondern nach Ausbeute. Wenn Dein Chef sich weigert, jemand Weiteres einzustellen, wird er sich auch weigern, wenn Du Deine Überstunden abfeiern willst. Du arbeitest also faktisch für einen Stundenlohn von 2,50 Euro, und mußt Dir für Dich überlegen, ob das für Dich okay ist. Ich denke, Du solltest besser bezahlte Jobs finden können
P.S.: Fällt mir gerade ein: Als was arbeitest Du denn? Bzw. studierst Du neben der Arbeit überhaupt noch? Bei mehr als den 80 Stunden kriegst Du nämlich meines Wissens Probleme, daß Du nicht mehr als Vollzeit-Student anerkannt bist, und das könnte für Dein Studentenvisum das Aus bedeuten. Das Studentenvisum ist ja eben dazu da, Dir hier in Deutschland ein Studium zu ermöglichen.
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02-10-2006 10:25 #1
"Student" (20-79 Beiträge)
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Studentenjob + Überstunden Abzocke?
Hi,
ich hab mal ne Frage zu einem 400 Euro Nebenjob als Vollzeitstudent.
Ich bin ausländischer nicht-EU Student, mit Studentenvisum und Arbeitserlaubnis mit 80 Stunden im Monat.
Wenn ich jetzt regelmäßig Überstunden mache, d.h. in den letzten beiden Monaten mehr als das doppelte an Stunden arbeite (ca. 180h/Monat), nur weil der Chef keinen neuen einstellen will, ist das überhaupt erlaubt bzw zulässig? Bezahlt bekomme ich die natürlich nicht, es besteht nur irgendwann vielleicht mal die Möglichkeit "etwas" weniger im Monat zu arbeiten, obwohl das momentan nicht danach aussieht...
Mich würde interessieren wie das mit den 80 Stunden im Monat berechnet wird. Nimmt man da die Studenzahl des gesamten Jahres und teilt sie durch 12 Monate? Oder darf man grundsätzlich die 80 Stunden im Monat nicht überschreiten?
Vielen Dank
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02-10-2006 11:04 #2
Geändert von KleinesGespenst (02-10-2006 um 11:09 Uhr)
"Wir sind durch Feuer und Wasser gegangen, aber du, Gott, hast uns herausgeführt ins Weite." (Psalm 66,12)
Copyright
Hier provisorisch die Quellenangabe: alles, was einen Bezug zu Otfried Preußlers kleinem Gespenst hat, ist aus: Preußler, Otfried: "Das kleine Gespenst", Thienemann-Verlag, 1984. Ab sofort distanziere ich mich jedenfalls vollständig von Otfried Preußlers kleinem Gespenst und bin ein beliebiges kleines Gespenst.
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02-10-2006 11:25 #3
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Zudem wird auch noch der Studentenstatus damit gefährdet, wenn irgendwer mal auf die Idee kommt, angesichts der häufigen Arbeitseinsätze Dir nachweisen zu wollen, dass das Studium nicht mehr im Vordergrund steht.
Damit gibt es dann zum sozialversicherungsrechtliche Probleme, da insbesondere bei diesen Minijobs ja gerne vorausgesetzt wird, dass eine anderweitige Absicherung durch Studentenstatus, andere sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder oder oder besteht.
Die studentische Krankenversicherung jedenfalls sieht es wohl nicht gern, wenn man mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitet. Mit 180 Stunden im Monat liegst Du da deutlich drüber.
Legt man die üblichen 4,35 Wochen pro Monat zu Grunde, dann ergibt sich für einen deutschen oder gleichgestellten EU-Stundenten eine mögliche Arbeitszeit von 87 Stunden pro Monat, die allenfalls, so die Informationen der Krankenkassen für den Zeitraum der Semesterferien überschritten werden darf.
Dass es aus ausländerrechtlichen Gründen noch andere geringere Grenzen gibt, schreibst Du ja selbst und für deren Einhaltung und Überwachung sind Zoll und Arbeitsamt zuständig. Die öffentlich bekannten Kontrollen beziehen sich zwar immer wieder auf den Bausektor, aber ich nehme mal an, dass die auch in anderen Bereichen nicht blind sind.
Rein aus sozialversicherungsrechtlichen Gründen würde ich die derzeitige Situation also nicht hinnehmen, da sie mindestens in einer Grauzone liegt, wenn nicht sogar jetzt schon Schwarzarbeit darstellt.
Zu dem Stundenlohn hat meine Vorrednerin ja schon was angemerkt.
Ich wüsste auch nicht, was mich dazu verleiten sollte, für derartigen Lohn, wie Du ihn beziehst, im Wochenschnitt deutlich mehr als jeder Festangestellte in einem tariflich bezahlten Job zu arbeiten. Die Zeiten von 28,8 h (VW), 35 h oder 38,5 h Arbeitszeit sind zwar auch im Westen wieder vorbei, aber mehr als 40 h für solchen Lohn und ohne soziale Absicherung?
Und: Wie neben einer solchen Arbeitszeit ein Vollzeitstudium noch sinnvoll möglich ist, musst Du wirklich mal jemandem erklären. Da sind Zweifel schon angebracht.
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02-10-2006 12:11 #4
"Student" (20-79 Beiträge)
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Ja ihr habt schon recht, aber wisst ihr wie schwer es ist für einen nicht EU Studenten nen Job zu finden? Der Arbeitgeber muss ja immer vorher ne Ausschreibung machen um zu prüfen, ob sich nicht auch ein Deutscher für den Job finden lässt.
Momentan ist das sicher Ausbeute. Ich hab auch hier gefragt, weil mit der Menge an Arbeitszeit ich schon Probleme bekomme mein Studium noch nebenbei zu machen. Auf der anderen Seite brauche ich die 400 Euro im Monat um über die Runden zu kommen
Ausserdem stellt sich eben für mich die Frage, ob ich mich hier nicht schon strafbar mache. Nicht dass der Chef irgendwie rumtrickst, das später irgendwie rauskommt und ich dann mein Studentenvisum wegen dem Job verliere.
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02-10-2006 12:28 #5
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Wie das Gespenst und ich schon sagten. Der Punkt könnte schon längst gekommen sein, wo sich quasi die Gültigkeit Deines Studentenvisums in Luft aufgelöst hat, wenn hier Arbeitszeitvorschriften derart mit Füßen getreten werden und Du ja nun auch einräumst, dass das Studium mitnichten mehr im Vordergrund steht, sondern es "nebenbei machen" willst, was offenbar schon schwierig wird.
Dann dürfte in das in dem anderen von Dir geschriebenen Beitrag zur Länge des Studiums und den Problemen mit den Abschlüssen wohl bald auch auf Dioch zutreffen, oder?
Das heißt nicht umsonst "Vollzeitstudium", aber "Nebenbeschäftigung".
Dass Dein Chef bei den Arbeitszeiten und dem Lohn kaum jemand anderen dazu bewegen kann - und damit auch keinen Deutschen - sich derart ausbeuten zu lassen, ist schon zu verstehen.
Ich würde mich schleunigst nach anderen Möglichkeiten der Studienfinanzierung umschauen, wo auch ein erfolgreicher zügiger Abschluss des Studiums möglich und zu erwarten ist. So klappt das anscheinend nicht.
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01-08-2008, 22:00
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