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  1. #1
    Muriel ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
    Registriert seit
    12.01.2005
    Beiträge
    3

    Das Verstellen vorstellen

    Zuerst einmal möchte ich einige Worte zu meiner Person sagen.
    Fragte man mich nach meiner "Biographie", würde ich sie wohl recht kurz und kalt gestalten- da man das Fragen unterließ wird sie nun Teil meiner Vorstellung des Verstellens und könnte in etwa wie folgt aussehen:

    "Und abermals begann sie zu leben- wie jeden Tag in selbigem Körper, die gleichen Gedanken die sie ihrem Klavier diktiert oder aber in Worte zu zwingen versucht.
    Geburtsort und Kinderstube: Ein Hof im Wald, jedoch nicht einsam, da in mitten einer Familie die das lieben nie verlernte. Aufgewachsen im kleinen Kreis. Niemals ist sie ein Mensch der lauten Töne gewesen, auch keiner der Mutproben jedoch einer der Ehrlichkeit.
    Ihre Ellbogen entdeckte sie erst zu später Stunde. Ging eines Tages fort, ihrem Namen ein Gesicht zu geben. Studiert also einige Wissenschaften, im Grunde ihres Herzens aber die Menschen und sich selbst sicherlich ebenso. Und manchmal da schreibt sie, trennt Wörter von Hülsen, liest intererssiert jedoch zu wenig, macht zu viel zu wenig, außer dem Zweifel, den scheint sie für sich gepachtet zu haben.. ebenso wie die Ironie und den Optimismus..."

    Sie, die nun ich sei, widmet sich der Aufgabe ihrem Namen ein Gesicht zu geben. Elektronische Spielwiesen für beizeiten einsame Schreiberlinge. Anstatt eines frei erfundenen Usernamens, beispielswiese zusammengestellt aus den Anfangsbuchstaben von Lieblingsspeise, -automarke, -band oder Ähnlichem wählt sie ihren eigenen, wenn auch von niemandem angewendeten, Zweitnahmen. "Das sollte für den Anfang genügen", "Schließlich müssen die Leute nicht alles wissen".Außerdem versucht man es zu vermeiden, Empfänger von unerwünschten Spam-Nachrichten zu werden.
    Gewappnet mit ihrem Zweitnamen stellt sie sich also auf ein offenes Feld in dem zugegebenermaßen der agressive Unterton Gang und Gebe zu sein scheint. Aber den Herausforderungen möchte sie sich nun endlich stellen, dies sagt sie sich mit einer Entschlossenheit die ihr selbst noch fremd und gleichsam beängstigend ist. Sie, die nun inmitten der Nacht in einer Kellerwohnung einen Beitrag zu fassen und gleichzeitig eine Spinne zu fangen versucht wollte nie das von sich geben was schon existierte, das Rad also zweimal erfinden. Also bevorzugt sie es zu schweigen, so wie jetzt:

    Luftblasen, das ist die eine Seite. Man nehme also Distanz ein zu dem was nicht distanzierbar ist und male sich ein Bild seiner Selbst.

  2. #2
    Thomas Bernhard ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    13.01.2003
    Beiträge
    4.692
    Muriel,

    wenn ich den Text richtig verstanden habe, ist er eine Art Vorstellung, vor allem aber eine Ankündigung der Autorin, daß sie in Kürze auf dieser "elektronischen Spielwiese" Prosa veröffentlichen will. Na dann: Nur zu.
    Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
    Dem Narren ein Denkmal.
    Dem Reimliebhaber ein Gedicht.

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