Was will der Dichter uns damit sagen?
Es antworten:
Der Jurist: Das ist ein Faktum.
Der Betriebswirt: Ich kann mich nicht dazu äußern, weil ich keine Angaben über das Preis-Leistungsverhältnis habe.
Die Mutter: Der Rock müsste mal gewaschen werden.
Der Geistes-/Theaterwissenschaftler: Die Farbe schwarz als die Farbe der tiefen Erkenntnis im Sinne der Existenzialisten, aber auch als Symbol für den Tod, und die Tatsache, dass sie einen Rock als Zeichen ihrer Weiblichkeit trägt und nicht etwa eine bequeme Hose, sagt uns, dass sie um einen Menschen, wahrscheinlich einen Mann, trauert, der kürzlich zu Tode gekommen ist, dem sie innerlich sehr verbunden war. Mag sein, dass sie voller Trauer am Grabe des Verblichenen steht und an die Vergangenheit denkt, vielleicht auch an die Versäumnisse ihres Lebens und sich Gedanken darüber macht, wie sie von nun an ihr Leben anders und neu gestalten sollte, ohne jenen Mann, der sich in der Schwärze und Tiefe jenes dunklen Grabes ihren Augen entzieht und sie darauf verweist, dass alles Sein ein Ende in Dunkelheit nimmt.....
Thema: Im Theater II
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Ergebnis 1 bis 4 von 4
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03-08-2005 17:32 #1
"Professor" (750-1499 Beiträge)
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Im Theater II
Er bewegt sich auf der Bühne von links nach rechts.
Er kommt aus einer links angedeuteten Tür, geht über die Bühne und verschwindet in einer rechts angedeuteten Tür.
Er kommt aus einer Tür, die im Bühnenbild links sichtbar ist, geht ohne Hast, aber zielstrebig über die Bühne und verschwindet durch eine Tür, die ihm Bühnenbild rechts angeordnet ist.
Er kommt aus einer Tür, die im Bühnenbild links sichtbar ist, streicht sich mit der rechten Hand über die Haare, geht ohne Hast, aber zielstrebig über die Bühne nach rechts und verschwindet durch die dort angeordnete Tür.
Er kommt aus einer Tür, die im Bühnenbild links sichtbar ist, von der aber unklar bleibt, ob er sie geöffnet hat, oder ob sie bereits offen war. Der erste Schritt, den er macht, ist energisch und wichtig, denn er gibt dem Publikum einen Hinweis auf die weitere Richtung. Er streicht sich mit der rechten Hand über die Haare, so, als ob er sie ordnen wollte und geht dann ohne Hast, aber zielstrebig über die Bühne nach rechts, wo er durch die dort angeordnete Tür verschwindet, von der unklar bleibt, ob er sie öffnet, oder ob sie bereits offen war.
Er kommt aus einer Tür, die im Bühnenbild links sichtbar ist, und von der die Zuschauer annehmen, dass er sie geöffnet hat, denn mit seinem ersten, Richtung weisenden Schritt wirkt er, als habe er etwas Wichtiges getan, das nun hinter ihm liegt. Die Handbewegung, mit der er seine Haare ordnet, unterstützt diesen Eindruck, als er ohne Hast, jedoch zielstrebig nach rechts durch die Tür abgeht, von der das Publikum nicht weiß, ob sie bereits offen ist, oder ob er sie öffnet.
Er kommt aus einer Tür, die links im Bild sichtbar ist, betritt die Bühne mit einem energischen Schritt, streicht sich mit der rechten Hand über die Haare, als ob er sie ordnen wollte, während seine Linke lässig in einer verbeulten Leinenhose steckt, die ein wenig schmuddelig und ungewaschen wirkt und nicht zu dem Jackett aus feinstem Zwirn passt, das er darüber trägt. Er geht ohne Hast, jedoch zielstrebig über die Bühne nach rechts durch eine dort angeordnete Tür.
Er kommt aus einer Tür, die im Bühnenbild links sichtbar ist. Sein erster Schritt ist wichtig, weil er die Richtung vorgibt, sein Blick ist energisch dem Publikum zugewandt, während er mit der rechten Hand seine Haare ordnet, als habe er etwas Wichtiges getan, denn er wirft den Kopf mit einer stolzen Bewegung in den Nacken, bevor er ohne Hast, aber zielstrebig, mit der linken Hand in der verbeulten Hosentasche, nach rechts abgeht.
Er kommt aus der Tür, die im Bühnenbild links sichtbar ist. Er schaut ins Publikum, während seine Füße mechanisch, aber energisch in die rechte Richtung gehen. Sein feines Jackett schimmert im Licht der Bühnenbeleuchtung. Seine verbeulte Hose wirft eher grau- schmuddelige Schatten. Die Haare, die er mit der rechten Hand ordnet, sind schwarz wie das Jackett, und es wird nicht ganz klar, ob sie von ein wenig Gel glänzen, oder weil sie zu lange nicht gewaschen wurden und daher fettig sind. Während er geht, tönt es auf dem Bühnenboden dumpf, denn er hat keine Schuhe an, und ein nackter Fuß macht nun einmal ein anderes Geräusch als ein beschuhter. Der Wucht und der Wichtigkeit seines Schrittes tut dies keinen Abbruch. Er geht durch die rechte Tür ab.
Es sind nun schon drei Fragen, die sich dem Zuschauer stellen: ist die linke Tür schon offen, bevor er sie erreicht? Ist die rechte Tür schon offen, bevor er sie erreicht? Hat er Gel in den Haaren, oder ist er einfach ungepflegt?
Er kommt aus der Tür, die im Bühnenbild links sichtbar ist. Er geht, den Kopf und den Oberkörper leicht dem Publikum zugewandt quer über die Bühne, während er mit seiner rechten Hand seine Haare in Ordnung zu bringen scheint. Seine Linke steckt in der verbeulten Leinenhose. Das edle Jackett, in dem ein ehemals weißes, nun leicht rot besprenkeltes Tuch steckt, passt nicht zu seiner Gesamterscheinung. Aber sein stolz in den Nacken geworfener Kopf weist darauf hin, dass er keinen Wert darauf legt und es deshalb auch für den Zuschauer egal sein muss. Das Publikum folgt ihm mit Blicken.
Er kommt aus der Tür, die im Bühnenbild links sichtbar ist. Er bewegt sich im Kegel eines Scheinwerfers, der die Dunkelheit betont, die ihn umgibt. Er schaut, während er sich nach rechts bewegt, energisch in das Publikum, das er jedoch nicht sehen kann. Er ist blind. Oder er könnte blind sein. Dem Publikum wäre es egal. Über seine Stirn läuft ein feiner roter Faden, der auf seinem Weg nach unten zu tropfen beginnt und das feine weiße Tüchlein, das in dem edlen Jackett steckt, rötlich besprenkelt. Er geht nach rechts aus der Tür, von der niemand weiß, ob er sie öffnet, oder ob sie schon offen ist.
Er kommt aus der Tür, die im Bühnenbild links sichtbar ist und von der niemand weiß, ob er sie öffnet, oder ob sie schon offen ist, als er sich mit einem ersten wichtigen Schritt in den Lichtkegel begibt, der ihn für das Publikum sichtbar macht und ihm ein Leben verleiht.
Die linke Hand in seiner verbeulten Leinenhose spielt die Rolle des Widerparts gegen die lässige rechte Hand, mit der er seine Haare glättet, denn sie hat sich in den Stoff der Hosentasche gekrampft und zieht deshalb das linke Hosenbein nach oben. Ein Mann, mit einer verbeulten Hose von sehr unterschiedlicher Beinlänge, jedoch mit einem edlen Jackett bekleidet, in dem ein blutbesudeltes Tuch steckt, der barfuß wortlos blind und mit fettigen Haaren auf einer Bühne von links nach rechts geht, wobei er den Kopf stolz reckt und seinen Schritten Energie verleiht, kann machen was er will: er wirkt wie ein aus den Fugen geratenes Puzzle.
Die drei Fragen, die sich bisher gestellt haben, bleiben nach wie vor unbeantwortet: ist die linke Tür schon offen, bevor er sie erreicht? Ist die rechte Tür schon offen, bevor er sie erreicht? Hat er Gel in den Haaren, oder ist er einfach ungepflegt?
Er kommt aus der Tür, die im Bühnenbild rechts sichtbar ist und von der niemand weiß, ob er sie öffnet, oder ob sie schon offen ist, als er in den Lichtkegel tritt. Er zieht mit seiner Rechten ein unförmiges Bündel Sack hinter sich her, während seine Linke sich in seinem verbeulten Leinenjackett verkrampft. Über seine schwarze Hose aus edlem Zwirn verläuft ein roter Faden, dessen Existenz zwar objektiv sichtbar, subjektiv jedoch im Vagen bleibt, denn ein Anfang und ein Ende scheinen zu fehlen.
Der Inhalt des Sacks ist schwer und er schleift ihn nur mit Anstrengung. Was da drinnen ein Arm zu sein scheint, könnte auch ein Bein sein, während der Ball vielleicht doch als Kopf gemeint ist. Das Publikum folgt ihm aufmerksam auf seinem Weg von rechts nach links, wo er mit dem Sack durch die Tür geht, von der niemand weiß, ob er sie öffnet, oder ob sie schon offen ist.
Dann macht der Beleuchter das Bühnenlicht aus und die Saalbeleuchtung an. Das Publikum klatscht begeistert, denn nun kann man deutlich sehen, dass weder links noch rechts eine Tür ist, sondern nur Stofffalten des Bühnenvorhangs. Damit haben sich zwei von drei Fragen erledigt. Die dritte bleibt offen, weil der blinde, barfüßige, puzzelig gekleidete Mann im Dunkeln bleibt und nicht klar ist, ob der Kopfball im Sack Haare hat, die im Scheinwerferlicht glänzen würden. Wir gönnen allen ihr Fett und klatschen begeistert mit.
Anmerkung des Theater-Regisseurs: Für ungelöste Fragen wird keine Haftung übernommen. Wegen gesundheitlicher Risiken (Gefahr epileptischer Anfälle aufgrund des Bühnengeschehens, Magen- oder Schreikrämpfe, Mordgelüste etc.) fragen Sie bitte vor der Vorstellung die Autorin. Sie hat eine gute Haftpflichtversicherung.Geändert von Akiva (03-08-2005 um 20:18 Uhr)
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04-08-2005 10:07 #2Unregistriert Gast
Sie trägt einen schwarzen Rock
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08-08-2005 16:26 #3
"Professor" (750-1499 Beiträge)
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Da ist offenbar einer, der hat Ahnung von Studiengängen und Müttern. Fein. Ich ahne, was er meint. Fein. Vielleicht verstehe ich ihn sogar ein bisschen. Ganz fein.
Aber was, um Himmels willen, will der Kommatatör
damit sagen? Was haben seine Ausführungen mit meinem Text zu tun? :grübel:
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09-08-2005 07:13 #4
Moderator
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*hihi* ich habe mir bisher ein statement verkniffen, da du nun aber geantwortet hast und zwar in der form, die mir auch an anfang im geiste schwebte, traue ichs mich nun mal zu tippseln.
Zitat von Akiva
dein text ist meines erachtens ziemlich absurd, also ich meine wie absurdes theater, ich kann jetzt hier nicht mit vergleichen aufwarten, aber irgendwie absurd eben und der kommentator hat genau auf selbige art geantwortet. es laufen beide text auf kein exlizites ziel hinaus, man ist genau so schlau als wie zuvor und erwartet doch eine art belehrung, ein etwas mehr als nur pures vorhandensein, man erwartet irgendwie etwas auf das man reagieren kann und nicht nur eine positionierung.
weil ich schon ne weile an der frage rumknoble und sie hier wohl sich gut in den kontext einpasst, ich bitte um ignorierung, falls sie den rahmen sprengt: gibt es eine moral, die nicht belehrt, aber trotzdem irgendwie kommunikativ ist?Ein Gedicht, was es sonst auch immer noch sein mag, ist zuerst ein Text.
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