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  1. #1
    Thomas Bernhard ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    Diskussionsthread zur schwarzen Liste im Haupthread

    Diskussionsthread zur schwarzen Liste im Hauptthread.

    Hier kann dem Diskussionsbedarf (sofern welcher besteht) nachgegangen werden, der durch die Einträge in die
    schwarze Liste der Wörter, Begriffe und Redwendungen im Prosa-Hauptforum entstand.

    Bitte zumindest kurz angeben, auf was sich der Beitrag bezieht.
    Geändert von Thomas Bernhard (14-04-2006 um 14:05 Uhr)
    Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
    Dem Narren ein Denkmal.
    Dem Reimliebhaber ein Gedicht.

  2. #2
    Thomas Bernhard ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von Samira
    "halt"

    Ein Wort, das vollkommen überflüssig ist. Ein Füllwort, das nicht einmal Nachdruck verleiht, sondern bestenfalls Resignation ausdrückt.
    (Ich gehe davon aus, du meinst nicht "halt" in der Bedeutung eines synonymen Imperatives für "Stop"...)

    In der Tat, so finde auch ich, ist "halt" kein Wort das in der Schriftsprache verwendet werden sollte. Umgangssprachlich trifft man es in der gesprochenen Sprache recht oft an. Wahrscheinlich ist es dort in 99 von 100 Fällen genauso überflüssig. Wird aber eher im süddeutschen Raum gebraucht, oder?
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  3. #3
    n/a Gast
    nur so nebenbei: Im Falle des Gebrauchs von "halt" in 'diesem anderen Sinne' als "stop" wird es als Modalpartikel verwendet. Und dass Modalpartikel (z.B. halt, eigentlich, bloß, eben, nunmal) angeblich überflüssig sind, wurde in den späten fünziger Jahren des 20Jh. mit dem Ergebnis diskutiert, dass sie die Sprache bereichern und nur solchen Menschen als überflüssig auffallen, die ihren Mehrwert nicht erkennen (ok, letzteres ist meine Überzeugung). Man kann mit ihnen Bedeutungsnuancen erzeugen, die implizit verweisen, ohne das direkt machen zu müssen (was also nur aufmerksamen Lesern auffällt). Sie können z.B. auf das Verhältnis zweier Figuren hindeuten, ohne das auch nur ein Wort über deren Verhältnis gesagt wurde: "Du hast halt immer Pech" impliziert (a), dass sich die beiden Figuren kennen, schon miteinander was erlebt haben müssen (sonst würde niemand das "halt" benutzen) oder (b), dass sich die eine Figur tierisch aufregt, und der Sprecher beruhigen will oder (c) sich lustig macht. Ginge das ohne das "halt"? nö!
    Außerdem, versucht doch mal den Satz:
    "Das ist halt so!" oder "So ist das eben!"...anders und adäquat! auszudrücken
    oder die zusätzliche paraverbale Bedeutung von "Fass das ja nicht an!"
    oder "wie heisst du denn", oder "Du hast aber auch Pech!", oder "Jetzt mach schon!" oder "Hast du das etwa immer noch nicht fertig?"
    Die gehören alle zu den Modalpartikeln, haben also ähnliche Funktionen...wenn ihr "halt" als Unwort beschimpft, müsst ihr das mit den anderen auch machen!

    Zitat Zitat von Samira
    sondern bestenfalls Resignation ausdrückt.
    du sagst es...versuch mal auf anderem Wege, nicht-semantische Resignation in sprachliche Texte zu bringen...

    Warum ich so aufgebracht bin? Hab ne Hausarbeit über das Thema geschrieben und seit dem sind mir die liebenswürdigen Modalpartikelchen ans Herz gewachsen.
    Swn
    Geändert von Scheinweltname (17-04-2006 um 21:44 Uhr)

  4. #4
    Thomas Bernhard ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    Scheinweltsname Modalpartikel

    Um es nochmal herauszukristallisieren: Wie SWN nun quasi bestätigt hat, hat "halt" in der gesprochen Sprache bzw. im Dialog durchaus seine Berechtigung. Im "normalen" Text finde ich das Wort jedoch weiterhin für schwarze-Liste-tauglich...

    Ist "eh" auch ein Modalpartikel? ("Du hast eh keine Chance gegen Arnold Schwarzenegger!" im Sinne von "sowieso")
    Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
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  5. #5
    Avatar von GrünesSackgesicht
    GrünesSackgesicht ist offline Registrierter Benutzer
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    Zitat Zitat von Thomas Bernhard
    Ist "eh" auch ein Modalpartikel?
    Nein, ein Adverb, das vor allem im Süddeutschen und Österreichischen das Adverb "sowieso" oder "ohnehin" ersetzt und mit diesen quasi () synonym ist.

    (Exkurs: In Hölderlins Zeilen

    Denn nicht vermögen
    Die Himmlischen alles. Nämlich es reichen
    Die Sterblichen eh an den Abgrund.


    hat man das "eh" natürlich nicht als landschaftlich erzwungene Maulfaulheit oder gar als angebliche "Resignation" wie in "halt" aufzufassen, sondern als rhythmisch bedingte Verkürzung von "eher": Die Sterblichen reichen eher "an den Abgrund" als "Die Himmlischen"; deswegen vermögen diese, im Gegensatz zu den Sterblichen, nicht ALLES, denn sie können gerade nicht - sterben. Soviel in Kürze zu Hölderlin. )

    "Adverb" heißt ja übersetzt nur "beim Wort" und bedeutet nichts anderes, als daß da ein Wort ein anderes näher bestimmt - aber eben anders als eine Modalpartikel, die sich i.d.R. auf den ganzen Satz bezieht. Bei diesen Wörtern, die man auch "Abtönpartikel" nennt (obwohl dir wahrscheinlich der Begriff 'AbtöRnpartikel' besser schmecken würde ), weil sie jeden Satz, im Gesprochenen wie im Geschriebenen, ganz unterschiedlich einfärben, verhält es sich so, daß sie Nuancen zum Ausdruck bringen, die der Sprecher oder Schreiber je nach Belieben feinjustieren kann; das Adverb aber, als sog. "Umstandswort", nagelt ihn - wenn man so will - auf klare Aussagen fest: "Ich habe das sowieso erwartet" ist eine grundsätzlich andere Aussage als "Ich habe das erwartet" und "Ich hätte das eh nicht verhindern können" eine andere als "Ich hätte das nicht verhindern können". Das sind nicht nur Tönungen, das sind Bestimmungen.

    Ich muß allerdings gestehen, daß mich dieses Thema selbst gerade vor Rätsel stellt; denn abgesehen vom Wahrig habe ich in allen in meiner Bibliothek herumstehenden Wörterbüchern und Grammatiken nichts über "eh" und seine mutmaßlichen Zwill- oder Drillinge "sowieso" und "ohnehin" etwas gefunden; ich kann meine Auskunft also vorerst nur auf den Wahrig und auf mein eigenes, aus dem Germanistikstudium noch erhaltenes Grammatikwissen stützen (das ich freilich in den zurückliegenden anderthalb Stunden noch einmal aufgefrischt habe, doch ohne Nutzen). "Schweini" ist da im Moment vielleicht fitter als ich.

    (Deine Schicht Hiebe für deine angestrebte Wortvernichtungsliste kriegste von mir trotzdem noch, TB, verlaß dich drauf! )
    Geändert von GrünesSackgesicht (19-04-2006 um 07:40 Uhr)

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