(Ich gehe davon aus, du meinst nicht "halt" in der Bedeutung eines synonymen Imperatives für "Stop"...)Zitat von Samira
In der Tat, so finde auch ich, ist "halt" kein Wort das in der Schriftsprache verwendet werden sollte. Umgangssprachlich trifft man es in der gesprochenen Sprache recht oft an. Wahrscheinlich ist es dort in 99 von 100 Fällen genauso überflüssig. Wird aber eher im süddeutschen Raum gebraucht, oder?
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14-04-2006 13:54 #1
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Diskussionsthread zur schwarzen Liste im Haupthread
Diskussionsthread zur schwarzen Liste im Hauptthread.
Hier kann dem Diskussionsbedarf (sofern welcher besteht) nachgegangen werden, der durch die Einträge in die schwarze Liste der Wörter, Begriffe und Redwendungen im Prosa-Hauptforum entstand.
Bitte zumindest kurz angeben, auf was sich der Beitrag bezieht.Geändert von Thomas Bernhard (14-04-2006 um 14:05 Uhr)
Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
Dem Narren ein Denkmal.
Dem Reimliebhaber ein Gedicht.
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17-04-2006 18:06 #2
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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17-04-2006 21:37 #3n/a Gast
nur so nebenbei: Im Falle des Gebrauchs von "halt" in 'diesem anderen Sinne' als "stop" wird es als Modalpartikel verwendet. Und dass Modalpartikel (z.B. halt, eigentlich, bloß, eben, nunmal) angeblich überflüssig sind, wurde in den späten fünziger Jahren des 20Jh. mit dem Ergebnis diskutiert, dass sie die Sprache bereichern und nur solchen Menschen als überflüssig auffallen, die ihren Mehrwert nicht erkennen (ok, letzteres ist meine Überzeugung). Man kann mit ihnen Bedeutungsnuancen erzeugen, die implizit verweisen, ohne das direkt machen zu müssen (was also nur aufmerksamen Lesern auffällt). Sie können z.B. auf das Verhältnis zweier Figuren hindeuten, ohne das auch nur ein Wort über deren Verhältnis gesagt wurde: "Du hast halt immer Pech" impliziert (a), dass sich die beiden Figuren kennen, schon miteinander was erlebt haben müssen (sonst würde niemand das "halt" benutzen) oder (b), dass sich die eine Figur tierisch aufregt, und der Sprecher beruhigen will oder (c) sich lustig macht. Ginge das ohne das "halt"? nö!
Außerdem, versucht doch mal den Satz:
"Das ist halt so!" oder "So ist das eben!"...anders und adäquat! auszudrücken
oder die zusätzliche paraverbale Bedeutung von "Fass das ja nicht an!"
oder "wie heisst du denn", oder "Du hast aber auch Pech!", oder "Jetzt mach schon!" oder "Hast du das etwa immer noch nicht fertig?"
Die gehören alle zu den Modalpartikeln, haben also ähnliche Funktionen...wenn ihr "halt" als Unwort beschimpft, müsst ihr das mit den anderen auch machen!
du sagst es...versuch mal auf anderem Wege, nicht-semantische Resignation in sprachliche Texte zu bringen...
Zitat von Samira
Warum ich so aufgebracht bin? Hab ne Hausarbeit über das Thema geschrieben und seit dem sind mir die liebenswürdigen Modalpartikelchen ans Herz gewachsen.
SwnGeändert von Scheinweltname (17-04-2006 um 21:44 Uhr)
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18-04-2006 09:52 #4
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Scheinweltsname Modalpartikel
Um es nochmal herauszukristallisieren: Wie SWN nun quasi bestätigt hat, hat "halt" in der gesprochen Sprache bzw. im Dialog durchaus seine Berechtigung. Im "normalen" Text finde ich das Wort jedoch weiterhin für schwarze-Liste-tauglich...
Ist "eh" auch ein Modalpartikel? ("Du hast eh keine Chance gegen Arnold Schwarzenegger!" im Sinne von "sowieso")Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
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19-04-2006 07:07 #5Nein, ein Adverb, das vor allem im Süddeutschen und Österreichischen das Adverb "sowieso" oder "ohnehin" ersetzt und mit diesen quasi (
Zitat von Thomas Bernhard
) synonym ist.
(Exkurs: In Hölderlins Zeilen
Denn nicht vermögen
Die Himmlischen alles. Nämlich es reichen
Die Sterblichen eh an den Abgrund.
hat man das "eh" natürlich nicht als landschaftlich erzwungene Maulfaulheit oder gar als angebliche "Resignation" wie in "halt" aufzufassen, sondern als rhythmisch bedingte Verkürzung von "eher": Die Sterblichen reichen eher "an den Abgrund" als "Die Himmlischen"; deswegen vermögen diese, im Gegensatz zu den Sterblichen, nicht ALLES, denn sie können gerade nicht - sterben. Soviel in Kürze zu Hölderlin.
)
"Adverb" heißt ja übersetzt nur "beim Wort" und bedeutet nichts anderes, als daß da ein Wort ein anderes näher bestimmt - aber eben anders als eine Modalpartikel, die sich i.d.R. auf den ganzen Satz bezieht. Bei diesen Wörtern, die man auch "Abtönpartikel" nennt (obwohl dir wahrscheinlich der Begriff 'AbtöRnpartikel' besser schmecken würde
), weil sie jeden Satz, im Gesprochenen wie im Geschriebenen, ganz unterschiedlich einfärben, verhält es sich so, daß sie Nuancen zum Ausdruck bringen, die der Sprecher oder Schreiber je nach Belieben feinjustieren kann; das Adverb aber, als sog. "Umstandswort", nagelt ihn - wenn man so will - auf klare Aussagen fest: "Ich habe das sowieso erwartet" ist eine grundsätzlich andere Aussage als "Ich habe das erwartet" und "Ich hätte das eh nicht verhindern können" eine andere als "Ich hätte das nicht verhindern können". Das sind nicht nur Tönungen, das sind Bestimmungen.
Ich muß allerdings gestehen, daß mich dieses Thema selbst gerade vor Rätsel stellt; denn abgesehen vom Wahrig habe ich in allen in meiner Bibliothek herumstehenden Wörterbüchern und Grammatiken nichts über "eh" und seine mutmaßlichen Zwill- oder Drillinge "sowieso" und "ohnehin" etwas gefunden; ich kann meine Auskunft also vorerst nur auf den Wahrig und auf mein eigenes, aus dem Germanistikstudium noch erhaltenes Grammatikwissen stützen (das ich freilich in den zurückliegenden anderthalb Stunden noch einmal aufgefrischt habe, doch ohne Nutzen). "Schweini" ist da im Moment vielleicht fitter als ich.
(Deine Schicht Hiebe für deine angestrebte Wortvernichtungsliste kriegste von mir trotzdem noch, TB, verlaß dich drauf!

)
Geändert von GrünesSackgesicht (19-04-2006 um 07:40 Uhr)
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Von Thomas Bernhard im Forum Lyrik + ProsaAntworten: 112Letzter Beitrag: 15-09-2008, 11:10


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