UNI-Forum

Thema: Schwung holen

+ Antworten
Ergebnis 1 bis 4 von 4
  1. #1
    Baron Samedi ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
    Registriert seit
    26.04.2009
    Beiträge
    1

    Schwung holen

    Entschuldigung?

    Nein, danke.

    Ein Schwarm Silberfische schießt vorbei. Sarah Kreuz auf einem Pfahl. Heil Jesus, dem Imperator. Ja, ganz andere Baustelle, so ist es. Das haben Sie, wenn es denn so ist, ganz richtig erkannt. Mich auch noch mit den langweiligen Korrekturen zu befassen ist wohl Teil der Sühne. Wenn es mir aber gelingt, anhand dieses Textes nicht nur meinen Geist, das erwarte ich eigentlich nicht, aber vor allem auch meinen Leib aus dieser ärmlichen Existenz zu befreien, ist das doch was. Gegner und Freunde werden mir zustimmen. Wobei das natürlich gar keine Rolle spielt. Die ersten sinnlosen Sätze auf eine weiße Seite zu schleudern ist Teil einer kathartischen Vorgehensweise. Zu lang darf man nicht auf das Weiß starren, sonst frisst es die Gedanken auf und transformiert sie zu sinnlosen Knäueln, wie von einer Katze ausgespuckte Bälle, die dann in den Ecken herumliegen und allmählich Gestank verbreiten, der sich wie Staub in die Plüschsofas des geistigen Salons hineinfrisst. Nein Nein Nein. Das wollen wir hier nicht haben. Lieber einen humorigen Unterton, der mir nichts,dir nichts den Nebel durchschneidet. Cutting the fog. Fogcutter. War das nicht mal ein Tabak oder ein Schnaps? Nee, Du meinst Küstennebel. Nein, aber Fogcutter, ein Pfeifentabak vielleicht? Wär schon ein sinnloser Name, aber irgendwoher taucht dieses Relikt aus dem Schlamm meiner Vergangenheit auf und paddelt mit Flossen an die Oberfläche. Dazu böllert eine 60s Psych Combo sich das Hirn raus und ich seh die Schwaden förmlich vor mir, durch die ich zu schneiden versuche, ist nicht einfach, glauben Sie mir, aber ich stemme mich mit beiden Händen ins Steuerrad und versuche, den alten Schlepper auf Kurs zu halten, auch wenn noch lange kein rettender Hafen in Sicht ist. Im Gegenteil befinde ich mich auf offener See inmitten einer Schlechtwetterfront und lasse mich windelweich regnen. Aus der Kajüte kommt ein schabendes Geräusch, der Schiffsjunge schneidet Kartoffeln und sich selbst immer wieder in die Finger. Durch das Blut erhalten die Kartoffeln ihren spezifischen Kombüsengeschmack. Möglicherweise esse ich damit einen Teil seiner Seele auf. So schwarz wie seine Haut ist, so dunkel ist sein Aberglaube. Aber so lange die Götter mich füttern, soll es mir recht sein. Heil den Göttern. Heil meiner Seele Seelenheil. Seele brennt. Nach wie vor, lichterloh seit Jahrzehnten, wie soll das einer geistig gesund aushalten? Wohl gar nicht. Sobald ich das herausposaune, sperren sie mich ein. Ich relativiere aber nicht länger, ein Quantum Mut und dazu Dreistigkeit und versponnener Optimismus, gepaart mit der unerschütterlichen Überzeugung, zu Höherem berufen zu sein als dem stupiden Ablauf, in dem ich stecke. Es gilt, die alten Stolpersteine zu überwinden, sie ändern sich kaum, aber passen sich den neuen Gegebenheiten immer wieder hervorragend an. So begleiten mich die Strukturen meines Fehlverhaltens durch mein Leben und wollen immer noch überwunden werden. Schließe meine Augen, was sehe ich? Die Rückseite meiner Augenlider. Auf diese Fläche zu projizieren, was man mit dem anderem Auge sieht, ist die Aufgabe, der ich mich jetzt stelle. Es gab einmal einen berühmten Mann, der auf einem goldenen Pferd das Land durchstreifte. Als Kannibalen sein Pferd fraßen, brachen sie ihm das Herz und anschließend das Genick. Pfeifend vergnügten sich die Kannibalenkinder nach dem Abendessen mit ihren Puppen und Schleudern. So viel Liebe in der Welt. Vergeudet und verschleudert. Als ob diese Spezies es verdient hätte, dass es ihr gut ginge!

  2. #2
    Thomas Bernhard ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    13.01.2003
    Beiträge
    4.691
    Ein nicht sehr spannender Monolog, der sich um Wortwitz bemüht, aber scheitert.

    Nichts für ungut.
    Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
    Dem Narren ein Denkmal.
    Dem Reimliebhaber ein Gedicht.

  3. #3
    catweazle3 ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
    Registriert seit
    26.04.2008
    Beiträge
    641
    Mir ist eine Kleinigkeit aufgefallen:
    Wenn es geht, sollte man so schreiben (finde ich wenigstens, kann natürlich jeder so halten, wie er will), dass es auch noch in einem Jahr aktuell ist.

    Du erwähnst Sarah Kreuz, und ich gehe stark davon aus, dass schon bald niemand mehr weiß, wer das denn überhaupt ist. Dies war bezüglich der Teilnehmer früherer DSDS-Staffeln so, und hier ist es aller Wahrscheinlichkeit nach genauso.
    Ansonsten ist die Schreibweise anstrengend, was nicht experimentell ist, aber änderbar: Ein paar Absätze einbauen.

  4. #4
    bmnokow ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
    Registriert seit
    21.05.2012
    Beiträge
    12

    Erröten

    Was bezeichnet man als witzig?
    Ein Satz, das Lachen verursacht.
    Oder ein Lachen, das Satz verursacht.

    Nicht ganz gelesen aber schon verstanden
    Wer viel belehrt, der auch spaeter begehrt.

Ähnliche Themen

  1. Anleitung zum Sterne vom Himmel holen
    Von ivory im Forum Lyrik + Prosa
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 17-03-2004, 10:13
  2. Die Gedanken holen mich ein......
    Von Music im Forum Kuscheln
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 20-06-2003, 09:00

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein