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  1. #1
    Thomas Bernhard ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    M.Rothemund: Sophie Scholl - Die letzten Tage (D 2004)

    Marc Rothemund: Sophie Scholl - Die letzten Tage (D 2004)

    Mein ersten Gedanke war: Es gab doch in den Achtziger Jahren schon mal einen Film über das Schicksal der Sophie Scholl, und zwar Michael Verhoevens Sophie Scholl - Die weisse Rose von 1982 mit Lena Stolze in der Hauptrolle. Und der war (und ist) schon hervorragend. Da liegt der Vedacht nahe, daß nach Der Untergang und Napola im Moment "Nazi-Filme" einfach schick zu sein scheinen.
    So ist es aber nicht. Sophie Scholl - Die letzten Tage ist ein toller, ergreifender Film, der wesentlich mehr Beachtung verdient hatte als Eichingers Bunkerbonzensterben. Im Grunde kann es gar nicht genug Filme über Sophie Scholl und die Weisse Rose geben. Gerade jetzt, wo im sächsischen Landtag Nazis sitzen.
    Der Film hat im Grunde nur eine Schwäche, nämlich daß er aufgrund der Zeitbeschränkung, die ein Kinofilm nun einmal hat, nicht alle Facetten der Geschenisse beleuchten kann.
    Ich will Lena Stolze 1982 nicht mit Julia Jentsch 2004 vergleichen, aber ich kann mir beim besten Wissen kaum eine bessere Darstellung der Sophie Scholl als die der Julia Jentsch vorstellen. Der "heimliche Star" des Filmes ist aber - im schauspielerischen Sinne - Alexander Held als der ermittelnde Polizeibeamte Robert Mohr. Da zeigt sich mal wieder, daß ein Protagonist nur so gut sein kann wie sein Gegenpart. Und Held und Jentsch agieren meisterhaft.
    Der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt: "Mit großem Ernst und ergreifender Intensität zeigt Julia Jentsch Sophie Scholls Opfergang als bewußt gewähltes Zeichen gegen das menschenverachtende Naziregime. Dabei gibt sie sich unheroisch und vermittelt eine ungeheure Zivilcourage bis zur letzten Konsequenz: ein humanistisches Leitbild."
    Dem kann ich mich nur anschließen.
    Geändert von Thomas Bernhard (07-03-2005 um 13:04 Uhr)
    Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
    Dem Narren ein Denkmal.
    Dem Reimliebhaber ein Gedicht.

  2. #2
    Thomas Bernhard ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    Der Regisseur heißt natürlich Marc Rothemund, nicht "Rozehemund" oder was ich da vertappert habe! (leider lassen sich die Headlines nicht mehr nachträglich korregieren...)
    Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
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  3. #3
    RationalistB ist offline "Doktorand" (150-299 Beiträge)
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    Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, ob ich mir den Film ansehen werde, weil ich auch kein besonderer Sophie Scholl-Fan bin. Daß jetzt ausgerechnet Sophie Scholl den Deutschen als positive Identifikationsfigur vorgesetzt wird, zeigt nur, daß in unserem Land Gefühligkeit höher gewertet wird als intelligenz. Dadurch wird außerdem suggeriert selbst in einem totalitären System wie dem Dritten Reich habe es die Möglichkeit zum Widerstand gegeben. Diese Vorstellung ist aber falsch. Die Mitglieder der Weißen Rose haben nichts anderes getan als ihr Leben sinnlos aufs Spiel zu setzen, vollkommen sinnlos. Natürlich kann man sagen, sie haben ein Zeichen gesetzt, aber mein Gott, wem hat das geholfen, durch solche Aktionen wurde kein einzige Jude vor der Deportation gerettet, der Krieg um keinen Tag verkürzt.
    Sich an sinnlosem Heroismus zu erbauen, war immer eine Spezialität unseres Volkes. Wie sagte Wagner: "Deutscher sein heißt eine Sache um ihrer selbst willen tun." Ich persönlich finde bedachtes Handeln ansprechender als irgendwelches "Zeichensetzten".

  4. #4
    Salut ist offline Registrierter Benutzer
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    Ich habe den früheren Film über Sophie Scholl bzw. die Weiße Rose nicht gesehen, werde mir diesen aber mit großer Sicherheit anschauen.
    Filmisch finde ich es eine sehr gute Idee, so weit wie möglich auf den Wortlaut der Originalprotokolle des Verhörs zurückzugreifen und auch die Rolle des vernehmenden Polizeibeamten als Gegenpart, der nach dem Krieg ja auch noch Kontakt zum Vater der Scholls hatte, ebenfalls umfassend auszugestalten.
    Abgesehen davon ist für mich der Mut, den die Mitglieder der Weißen Rose im Rahmen ihrer Widerstandstätigkeit gezeigt haben, bewundernswert, zumal ihnen bewußt war bzw. gewesen sein muss, welche Konsequenzen ihr Handeln haben konnte.

  5. #5
    Kumo Gast
    Zitat Zitat von Thomas Bernhard
    (leider lassen sich die Headlines nicht mehr nachträglich korregieren...)
    Doch, sie lassen sich.

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