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10-12-2006 11:02 #1
The Korean Job [ Jingle Ma; HK, Südkorea 2005 ]

Originaltitel: Hong Sing Gung Leuk
Herstellungsland: Hongkong, Südkorea
Erscheinungsjahr: 2005
Regie: Jingle Ma Chor-Sing
Darsteller: Tony Leung Chiu Wai, Richie Ren, Shu Qi, Meme Tian, Choi Yeo-Jin, Cho Soo-Hyun, Cho Han-Na, Saki Seto, James Kim, Jung Jin, Jo Su Hyun, Lee Ji Hyoung, Joyce Cheung, Matthew Tang, Sasha Hou, Hilary Yeung Sum Yee, Do So Wan, Goo Eun, Woo Ji Young, Kim Mi Hye, Han Si Na
Unangenehm dünner Neujahrsfilm, eine halbseidene Actionkomödie als wenig direkte Fortsetzung des 2000er Tokyo Raiders. Nun war dieser auch schon nicht wirklich der Reisser vor dem Herrn, aber schaffte es zumindest hier und da einige gelungene Action einzubinden und auch mal mehr auf die Tube zu drücken, gegen Ende gabs auch eine gemässigte Materialschlacht. Trotzdem brauchte man nicht wirklich eine Fortsetzung und es hat auch keiner danach verlangt, Seoul Raiders [ engl. Originaltitel ] geht dann auch den gleichen Weg noch einmal und sieht letzten Endes leider genauso aus, wie man sich in befürchteter Weise vorgestellt hat.
Von der Besetzung des Erstlings wurde nur Tony Leung behalten, der auch eigentlich das Beste daran war; Ekin Cheng bekommt zumindest noch eine kurze Erwähnung verpasst und wird in gewisser Weise durch Richie Ren ersetzt. Ist dabei durchaus noch eine positive Steigerung zu verzeichnen, tauscht man gleich darauf die ruhige Kelly Chen durch das ewige Mädchen Shu Qi aus und macht alles wieder zunichte.
Da das Drehbuch beim Vorgänger schon nicht wirklich interessierte, macht man es sich hier noch einfacher, entwickelt einen McGuffin und veranstaltete eine Hetzjagd darum; das Ganze wird zur Abwechslung nach Seoul verlegt.
Das Objekt der Begierde sind 2 Druckplatten für amerikanische Dollar. Lam [ Tony Leung ] sollte sie in Sicherheit bringen, wurde dann aber von seinem CIA – Kontakt Owen Lee [ Richie Ren ] beschissen, der sich damit nach Südkorea absetzt und Polar Bear, das Oberhaupt einer Fälscherbande kontaktiert.
Lam, der eine freigeschaltete Mischung aus Privatdetektiv und japanischem Geheimdienstagenten darstellt, reist ihm hinterher und informiert in schlechtester Charlie`s Angels Manier seine drei Mädels. Zusammen macht man Owen auch schnell ausfindig, jagt ihn dann aber einige Male vergebens durch die Metropole.
Owen hat aber noch ganz andere Probleme am Hals, die Diebin JJ [ Shu Qi ] möchte auch ihren Teil vom Kuchen abheben, und statt Polar Bear taucht ständig nur dessen Vertreter Black Bear [ James Kim ] auf, der auch irgendwann die Schnauze von den Verhandlungen voll hat und seine Männer losschickt.
Viel notdürftig wirkender Anlass für Keilereien also, weder Regie noch Drehbuch schaffen es, rein narrativ mehr als einen Hauch von Motiven für die Chose abzuliefern. Was man zugute halten kann, ist, dass man nicht wie im Vorgänger extra versucht, unnötigen Schwergang in die luftige Geschichte einzubauen und sie dadurch bemüht tieferzulegen. Aber auch abseits dessen wird Aufregung oder gar Intensität von der Storyentwicklung komplett vermieden, angesprochene Elemente wie Terroristenbezug verschwindet vollständig in der harmlosen Ausführung.
Regisseur Jingle Ma konzentriert sich vielmehr auf seinen James Bond – Epigonen Lam und dessen auf Abruf bereitstehenden Mädels, die begeistert und applaudierend bei jedem Kinkerlitzchen dabei sind. Das ewige Katz – und Mausspiel zwischen ihm und Owen schlägt sich in sehr entspannten und milde amüsanten Hetzereien durch Parkhäuser und die U – Bahn nieder; als die Fälscherbande auch noch mitmischt geht es dann in rascher Folge mal jeder gegen jeden, mal gewinnt der, mal der. Irgendwann werden in einem vorhersehbaren Plottwist endlich mal die Figuren korrekt gesetzt, die durchgespielten Möglichkeiten von Verrat und Doppelverrat sind aufgrund der sehr eingeschränkten Personenkonstellation nicht wirklich verwunderlich oder überraschend, zumal sich dann nicht wirklich extrem was ändert. Und zum Schluss wird natürlich mit JJ die Frau entführt, weiteren Grund für Action.
Diese ist allerdings wahrlich nicht berauschend, und bringt den Film nicht wirklich weiter, zumal die ewig gleiche Gangart auf Dauer sogar ermüdend wirkt. Warum man sich angesichts der untrainierten Darsteller wieder vollständig auf Martial Arts verlegt, bleibt ein Rätsel des Filmemachers Ma, der mit Hilfe des Stanley Tong Mitarbeiters Ailen Sit [ China Strike Force, Silver Hawk, Martial Law ] auch die gleiche Prozedur durchzieht, um den Eindruck von Können vorzugaukeln. Die optisch gekonnte Ausleuchtung und das geschickte Filmen im Gegenlicht können allerdings nicht verbergen, dass die zahlreichen Fights weitab von durchschlagend sind und nur bei der Nutzung von Doubles treffende Kombinationen entstehen. Nicht einmal akustisch wird der Eindruck von Härte erweckt, lange Zeitlupen zu unpassendem Score verzögern die Szenen zudem unangenehm in den Bereich Stillstand. Man sieht durchaus, dass Choreograph und Stuntmen zu etwas fähig sind; im Gesamtkontext bleibt es aber höchstens bei dem Urteil „nett“, mehr nicht.
Die angesichts des Budgets berechtigte Frage nach etwas Aufwendigerem als „Vogel fängt den Wurm“ auf dem Actionsektor wird beim Showdown beantwortet und angesichts der Strassen - Aktion dort auch nicht noch einmal aufgeworfen, Jingle Ma sollte schleunigst die Hände von schnelleren Filmen lassen, wenn er unfähig ist, den Eindruck von Rasanz zu vermitteln.
So bringt nur der angenehm kühle Look sowie der ständig grinsende Tony Leung mit seinem Charme einige Pluspunkte in das grosse Nichts hinein; Richie Ren macht seine Sache auch soweit gut, zu Shu Qi erübrigen sich weitere Worte. Bleibt zu hoffen, dass die Reihe hiermit ihren Abschluss gefunden hat; wenn nicht sollte man doch das nächste Mal jemand ranlassen, der sich mit so etwas auskennt.






[ Tokyo Raiders gibt es bereits hierzulande, ebenso wie China Strike Force und SIlver Hawk.
The Korean Job - der Verweis auf Italian Job und seiner angekuendigten Fortsetzung The Brazilian Job ist logisch - erscheint am 19.01.2007 im Verleih und am 23.02.2007 im Verkauf. ]
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