Hallo,Zitat von hirte
ja, natürlich gibt es noch Kindergeld. Bzw. hat die Lage des Hauptwohnsitzes null Einfluß darauf. Siehe dazu auch die offizielle Kindergeldinfoseite vom Bundesamt für Finanzen (das Arbeitsamt hat damit gar nichts zu tun): "Der Wohnsitz des Kindes muss sich in Deutschland oder im EU/EWR-Raum befinden." Wenn er bei den Eltern sein müßte, stünde das hier. Ich hatte auch noch Kindergeld gekriegt, und hatte meinen alleinigen Wohnsitz am Studienort.
Thema: Kindergeld
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27-09-2005 20:41 #1hirte Gast
Kindergeld
Hallo!
Fange zum Wintersemester an in Hamburg zu studieren. Dort gibt es Studiengebühren für Auswärtige, das heißt dass man bezahlen muss, wenn man seinen Erstwohnsitz nicht in Hamburg hat. Weiß jemand, ob meine Eltern noch weiterhin Kindergeld bekommen, wenn mein Erstwohnsitz nicht mehr zu Hause bei meinen Eltern (in Hessen) ist?
Wenn mir jemand schnell antworten könnte wäre das echt super, da man beim Arbeitsamt weder telefonisch noch schriftlich noch per E-mail Auskunft bekommt.
LG Hirte
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28-09-2005 12:39 #2
Geändert von KleinesGespenst (28-09-2005 um 12:41 Uhr)
"Wir sind durch Feuer und Wasser gegangen, aber du, Gott, hast uns herausgeführt ins Weite." (Psalm 66,12)
Copyright
Hier provisorisch die Quellenangabe: alles, was einen Bezug zu Otfried Preußlers kleinem Gespenst hat, ist aus: Preußler, Otfried: "Das kleine Gespenst", Thienemann-Verlag, 1984. Ab sofort distanziere ich mich jedenfalls vollständig von Otfried Preußlers kleinem Gespenst und bin ein beliebiges kleines Gespenst.
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28-09-2005 21:42 #3
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
- Registriert seit
- 27.09.2005
- Beiträge
- 2
Danke, dass hört sich doch mal gut an. Was hat das für mich sonst für Folgen,wenn ich meinen Erstwohnsitz in HH habe??
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29-09-2005 08:44 #4Bitte bitte
Zitat von hirte

Ich finde es wesentlich fairer, sich mit Hauptwohnsitz da zu melden, wo Du überwiegend lebst. Städte bekommen finanzielle Mittel, die sich nach Anzahl der Hauptwohnsitzler richten. Du wirst in Hamburg öffentliche Anlagen wie Parks, Straßen, Mülleimer etc. benutzen, und da finde ich es einfach netter, wenn auch Hamburg die finanziellen Mittel bekommt.
Einige Städte versuchen, ihre Zweitwohnsitzler über die sogenannte Zweitwohnsitzsteuer zu kriegen. Mindestens mit Zweitwohnsitz mußt Du Dich melden, da Du sonst gegen das Meldegesetz verstößt. Wenn Hamburg Zweitwohnsitzsteuer erhebt, kannst Du die nur umgehen, indem Du Dich dort mit Hauptwohnsitz meldest. Für den Fall, daß Du Dich dafür entscheidest und Deine Stadt in Hessen Zweitwohnsitzsteuer erhebt, empfehle ich Dir den alleinigen Wohnsitz in Hamburg. Du kannst zwar um deren Zweitwohnsitzsteuer herumkommen, wenn selbiger bei Deinen Eltern liegt, mußt das aber, sobald der Bescheid kommt, sehr kurzfristig persönlich in Hessen regeln.
Manche Städte werden noch brutaler und verklagen ihre Zweitwohnsitz-Studenten. In dem Fall mußt Du nachweisen, daß Dein Lebensmittelpunkt immer noch in Hessen ist. Kann möglich sein, wenn Dein Freund/Deine Freundin dort wohnt und Du jedes WE da hin fährst, wird aber schwierig und aufwendig.
Ansonsten, Deine persönlichen Nachteile: Wohngeld z.B. kannst Du fast nur für Deinen Hauptwohnsitz bekommen. Das steht zwar soweit ich weiß nirgendwo explizit festgeschrieben, aber in der Praxis hat es noch niemand anders geschafft. Was Du auf jeden Fall am Hauptwohnsitz erledigen mußt, sind z.B. Paßangelegenheiten, Führerschein- und Arbeitsamtsgeschichten (okay, das wird Dich als Student eher nicht so interessieren
)
Nicht zuletzt: Magdeburg z.B. schenkt jedem Studenten 160 Euro bar auf die Kralle, wenn er sich mit Hauptwohnsitz dort meldet und auch über zwei Jahre bleibt. Vielleicht gibt's in Hamburg was Ähnliches ...
Insgesamt bin ich der Meinung, daß die Vorteile definitiv überwiegen. Wenn also Deine Eltern nicht gerade gebaut haben und die Bauförderung von der Anzahl der Hauptwohnsitzler im Haus abhängt, wüßte ich nicht, was rational dafür sprechen sollte, den Hauptwohnsitz bei seinen Eltern zu lassen.
Nur das Ideelle; manche Eltern wie z.B. meine haben's nicht gern, wenn sie schwarz auf weiß kriegen, daß ihr Kind auszieht, aber nach drei Tagen heftigstem Kampf war auch das ausgestanden
"Wir sind durch Feuer und Wasser gegangen, aber du, Gott, hast uns herausgeführt ins Weite." (Psalm 66,12)
Copyright
Hier provisorisch die Quellenangabe: alles, was einen Bezug zu Otfried Preußlers kleinem Gespenst hat, ist aus: Preußler, Otfried: "Das kleine Gespenst", Thienemann-Verlag, 1984. Ab sofort distanziere ich mich jedenfalls vollständig von Otfried Preußlers kleinem Gespenst und bin ein beliebiges kleines Gespenst.
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29-09-2005 10:15 #5Dann solltest du dich aber gerade nicht in Hamburg anmelden. Denn Hamburg ist nicht nur Stadt, sondern auch noch Bundesland und zahlt (!) als solches pro Einwohner und Jahr 294 Euro in den Länderfinanzausgleich.
Zitat von KleinesGespenst
Tut es. Etwa eine Monatsmiete pro Jahr. Wie man hört, sind viele Hamburger deshalb gar nicht in Hamburg angemeldet.
Zitat von KleinesGespenst
Tut Hamburg meines Wissens ncht, da es von ihnen höhere Studiengebühren und auch noch Zweitwohnsitzsteuer bekommt.
Zitat von KleinesGespenst
Weitere Nachteile: Kosten für Ummeldung des eigenen KFZ, eventuell höhere KFZ-Versicherungsprämie, kein Wahlrecht mehr am Heimatort der Eltern.
Zitat von KleinesGespenst
Gruß,
Karendric
PS: Übrigens musst du noch die Kindergeldstelle über den Umzug informieren.
PPS: @Kleines Gespenst: Deinen idealistischen Ansatz in allen Dingen ("Ich finde es wesentlich fairer...") finde ich beeindruckend. Ist das tatsächlich mit dem Alltag vereinbar? Bin selbst leidenschaftsloser Pragmatiker. Deswegen frage ich.
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