Suche Dir den Lehrstuhl bzw. die außeruniversitäre Forschungseinrichtung, an der Du später promovieren willst, vorher aus und arbeite da vorher während der Ferien bzw. laufend im Semester als studentische Hilfskraft mit, schreibe da Deine Diplomarbeit und mach Dich dort nützlich, so dass Du auch während der Masterphase ein paar Stunden in der Woche dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeiten kannst. Damit kann man dann ein paar Euro verdienen, die den möglichen Verlust von BaföG vielleicht weniger schwer wiegen lassen und sich gleichzeitig für die akademische Laufbahn empfehlen.
Zumindest zwei meiner Kollegen hier haben diesen Weg so eingeschlagen. Einer promoviert jetzt auch. Der andere übt sich jetzt nach seinem Diplom, das er am Institut geschrieben hat, mit Dreifachbelastung aus Masterstudium, stundenweiser Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Betreuung seines gerade neugeborenen Sohnes. Das muss wohl irgendwie gehen.
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11-09-2006 23:01 #1
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BAföG während Master nach FH-Diplom?
Hallo zusammen,
ich studiere momentan im siebten Fachsemester an einer Fachhochschule im Land Brandenburg; angestrebter Abschluss ist das Diplom (FH).
Um mich danach weiter zu qualifizieren und als nötige Grundlage für eine eventuelle Promotion, würde ich anschließend gerne ein Masterstudium aufnehmen.
Weiß jemand, ob Masterstudiengänge generell nur nach vorherigen Bachelor-Abschlüssen BAfög-gefördert werden oder ob es solche Möglichkeiten auch für Diplom-FH-Absolventen gibt?
Ich habe bisher gehört, dass es nicht gehen soll, da der Master für Diplomierte ein Zweitstudium und kein Aufbaustudium darstellt.
Allerdings ist ein Diplom einer FH ja unter dem Diplom einer Universität anzusiedeln, während letzteres wohl gleichwertig mit dem Master-Abschluss ist.
Weiterhin hat mir jemand erzählt, dass es wohl Ausnahmen gibt, wenn man erst durch den Besuch des Erststudiums die Berechtigung erworben hat, das Zweitstudium aufzunehmen. Das wäre ja hier der Fall.
Ein Kumpel sagte auch, dass es angeblich Unterschiede in der Entscheidung je Bundesland geben soll; aber BAföG ist doch Bundesangelegenheit ... müsste das nicht einheitlich geregelt sein?
Spielt es eine Rolle, ob der Masterstudiengang konsekutiv oder nicht ist (bezogen auf die Hochschule)?
Wer weiß Rat?
Danke, Chris
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12-09-2006 08:17 #2
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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14-09-2006 21:30 #3
ok ich versuche kurz und knapp die wichtigsten dinge fuer dich abzudecken:
- du kannst auch mit einem fh abschluss promovieren
- es gibt normaler weise kein bafög und studiengebuehren fallen an
- du solltest einen akreditieren studiengang nehmen, sonst ist es unsinnig, weil es dich nicht weiter bringt in sachen promotion
also schreib deine diplomarbeit am besten mit einem uniprof als prüfer und dann mach zusaetzliche unikurse und promoviere damit
wo die beste uni fuer dein fach ist, musst du selber rausfinden
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15-09-2006 08:02 #4
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Gut, tolle richtige Erkenntnis, nur dürfte bekannt sein, dass es Fh-Absolventen nicht unbedingt leicht gemacht wird, zu promovieren. Daher ja vermutlich auch der Wunsch nach dem alternativen Weg über einen Master-Abschluss. Natürlich darf dann der Masterabschluss kein wertloses Stück Papier sein, sondern muss belastbar sein, was Du vermutlich mit der Wahl eines akkreditierten Studienganges unterstützen willst.
Zitat von gwenny
Nebenbei sei angemerkt, dass zahlreiche Universitäten derzeit Pläne für sogenannte Graduate Colleges oder so ähnlich entwickeln, wo Kurse und Vorlesungen für Doktoranden angeboten werden sollen und der wissenschaftliche Austausch zwischen den Lehrstühlen und Fakultäten verbessert werden soll. Nicht immer und überall stößt das auf Gegenliebe, insbesondere bei externen Doktoranden an den wissenschaftlichen Einrichtungen von Leibniz, Planck, Helmholz, Fraunhofer, etc., wo die Doktoranden mitunter nur mehr oder weniger der Form halber Mitglieder einer nahegelegenen Universität sind.
Und wie kommt man am besten zu einem Uniprofessor in der Diplomarbeitsbetreuung und -bewertung einer FH-Diplomarbeit? Soweit mir bekannt, ist es mehr oder weniger üblich, dass FH-Absolventen ihre Abschlussarbeiten in der Praxis und weniger am Hochschulinstitut schreiben. Hier gilt es also, sich eine entsprechende wissenschafliche Einrichtung auszuwählen bzw. ein junges, innovatives Unternehmen, was aus der Uni-Forschung neu gegründet und ausgegliedert ist, und sich bei dessen Chef einen Stein im Brett zu holen. Der Betreuer in der Einrichtung außerhalb der FH tritt ja dann zumeist als Zweitgutachter für die Diplomarbeit auf, neben einem Lehrstuhlinhaber an der FH, der formal Erstgutachter ist.
Im wesentlichen ergibt sich daraus aber genau der von mir schon am 12.9. skizzierte Weg, wobei man noch über Details reden kann, ob die Teilhabenden den Weg über zusätzliche Qualifikation durch einzelne Kurse oder über den Abschluss eines 1-2 jährigen Masterstudiums für richtig und gut befinden. Das mag Ansichtssache sein und mit organisatorischen Zwängen und entsprechenden Angeboten zusammenhängen.
Hier wird jedenfalls vor Ort ein nahezu ideal auf das künftige Forschungsgebiet zugeschnittener Aufbaustudiengang mit Masterabschluss angeboten, so dass es sich mehr oder weniger ergibt, dass dieser von Interessenten gewählt wird.
Es ist aber darauf hinzuweisen, dass in der Zeit von Aufbaustudiengang und Promotionsphase durchaus empfindliche Einkommensverluste gegenüber einer Vollzeittätigkeit als Dipl.-Ing. (FH) entstehen können. Und vielleicht erreicht macht man ja einiges, wozu sonst der Doktor-Titel gut täte auch durch das Sammeln von Berufserfahrung. Ich gehe nicht davon aus, dass überall die Wege nur strikt nach akademischen Titelansammlungen sortiert sind.
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15-09-2006 22:48 #5
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Vielen Dank für die bisherigen Antworten!
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich habe eigentlich nicht vor direkt nach dem Masterstudiengang zu promovieren. Aber durch den Master halte ich mir diese Option, vielleicht auch mal für später, eben offen.
In erster Linie möchte ich mich weiter qualifizieren - Veranstaltungen zu Themen besuchen, die es an meiner FH nicht gab usw.
Kontakt zu einer großen deutschen Forschungseinrichtung hab ich schon durch mein Praxissemester. Könnte da wohl auch Diplom schreiben. Ich habe jedoch gehört, dass man möglichst viele Firmen/Einrichtungen während des Studiums kennen lernen soll.Geändert von der_chris (15-09-2006 um 22:52 Uhr)
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