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  1. #1
    Kopflos Gast

    Unglücklich Sorgen um zu wenig Bafög

    Huhu Ihr,
    es gibt bestimmt schon eine menge ähnlicher Themen, aber ich möchte euch mal ganz speziell meine momentane Situation schildern.
    Ich gehe zum WiSe 08 studieren. Der Bafög Antrag liegt noch hier zu Hause schick ich aber die Tage raus. Ja ich weiss pünktlich da sein wird das Geld nicht So, also ich habe jetzt schon 1000mal gehört das die Schulden der Eltern nicht berechnet/anerkannt werden. Ist das definitiv so? Bei uns sieht es wie folgt aus:
    Meine Mutter verdient ca. 2500 Netto mein Vater nichts. Von den 2500€ gehen jeden Monat ca.1000 € an die Bank wegen Abzahlung unseres Hauses. Demnach bleibt kaum noch was über für 3 Personen (bin Einzelkind). Sind dem Amt die Schulden egal? Denn das angegebene Nettoeinkommen würde somit ja nicht stimmen, ich meine 2500€ haben wir ja nicht jeden Monat, obwohl meine Mama das verdient. Könnt ihr mir denn vllt. auch aus Erfahrung berichten wieviel Bafög ich ungefähr bekommen würde? Der Bafög-Rechner sagt mir ich bekomme 0€ Oje, also ich hab wirklich bisschen Existenzängste Habe mich aus Verzweiflung schon an einer Uni 20km von mir zu Hause eingeschrieben, falls ich zu wenig bekomme um dort zu studieren wo ich hin will (ca.150km). Somit würde ich zu Hause wohnen bleiben. Das will ich aber nicht unbedingt, da es hier wirklich oft zu stressig ist um sich zu konzentrieren ;-/
    Ich hoffe ihr seit in der Lage und so lieb mir Auskunft zu geben

    Lg

  2. #2
    Avatar von Neroli
    Neroli ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    02.05.2004
    Beiträge
    4.476
    Hallo Kopflos,

    deine Mutter verdient um die 50-60000 EUR brutto im Jahr, ist somit materiell ausgesprochen gut versorgt. Wie soll da BAFöG drin sein? Dass deine Eltern 12000 EUR pro Jahr für das Abbezahlen eines Hauses bezahlen, läuft beim Amt unter "Privatvergnügen". Es wäre auch sonst extrem ungerecht gegenüber Kindern aus wenig verdienenden Haushalten, wo die Eltern nur einen Bruchteil des Gehalts deiner Mutter verdienen und nie ein Haus haben werden. Studium kostet halt Geld. Wenn möglich, sollte dein Vater wieder arbeiten gehen (vorausgesetzt keine Krankheit o.ä.). Oder deine Eltern machen mit der Bank eine Verringerung der monatlichen Raten aus.

    Ciao,
    Neroli

    Life’s about film stars and less about mothers
    It’s all about fast cars cussing each other
    But it doesn’t matter cause I’m packing plastic
    and that’s what makes my life so fucking fantastic


    Lily Allen - The Fear

  3. #3
    lausitzer ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    18.06.2006
    Beiträge
    3.691
    Das mit dem BaföG-Anspruch sehe ich ähnlich wie Neroli. Bei dem Verdienst wird wohl nichts drin sein, zumindest nicht als das handelsübliche BaföG mit Zuschuss-Anteil. Anders könnte es aussehen, wenn man sich beim BaföG-Amt etwa nach zinsgünstigen Volldarlehen umschaut oder aber ansonsten mal den Markt der Bildungskredite abgrast.

    In erster Linie sind aber die Eltern für den Unterhalt während der Erstausbildung zuständig und die müssen nicht unbedingt alles in Bargeld leisten, sondern können durchaus auch Naturalleistungen zur Verfügung stellen, um den Unterhalt zu decken, so etwa ein Dach überm Kopf und Vollverpflegung in unmittelbarer Nähe einer Hochschule. Also bist Du da ganz richtig, wenn Du die 20 km entfernte Hochschule besuchst.

  4. #4
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    25.07.2003
    Beiträge
    5.278
    Zitat Zitat von Kopflos Beitrag anzeigen
    Der Bafög-Rechner sagt mir ich bekomme 0€ Oje,
    BaföG ist für bedürftige Kinder aus kinderreichen Familien, und wird von meinen Steuren bezahlt. Es dient nicht dazu, einer Vater- Mutter- Kind- Familie das eigene Häuschen im Grünen zu finanzieren.

    also ich hab wirklich bisschen Existenzängste Habe mich aus Verzweiflung schon an einer Uni 20km von mir zu Hause eingeschrieben, falls ich zu wenig bekomme um dort zu studieren wo ich hin will (ca.150km).
    BaföG dient auch nicht dazu, Dir ein Studium im Schlaraffenland zu finanzieren, wenn es auch eine (bescheidenere) Möglichkeit direkt vor der Haustür gibt.

    Somit würde ich zu Hause wohnen bleiben. Das will ich aber nicht unbedingt, da es hier wirklich oft zu stressig ist um sich zu konzentrieren ;-/
    Das ganze Leben ist stressig. BaföG ist auch nicht dafür gedacht, Dir eine Kuschelecke einzurichten.
    Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
    (Silvia Arroyo Camejo)

  5. #5
    lausitzer ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    18.06.2006
    Beiträge
    3.691
    Zitat Zitat von Kopflos Beitrag anzeigen
    Somit würde ich zu Hause wohnen bleiben. Das will ich aber nicht unbedingt, da es hier wirklich oft zu stressig ist um sich zu konzentrieren ;-/
    Huch, das fällt mir jetzt erst auf: Wer macht denn den Streß? Eben warst Du noch ein Einzelkind gutverdienender Eltern mit Häuschen im Grünen.

    Ich kann mir schlimmere Situationen vorstellen: Großfamilie mit alleinerziehender Mutter und vielen jüngeren Geschwistern, die in einer Plattenbauwohnung leben. Da könnte Streß entstehen und zuweilen wenig Platz und Ruhe sein, um sich mit dem Studium zu beschäftigen, aber doch nicht, wenn Du allein im "Hotel Mama" wohnst und Dein eigenes Zimmer hast.

    Das bißchen Mithilfe im Haushalt, was Dir abverlangt wird, ist ja nichts gegen die Aufgaben, die im eigenen Haushalt, und sei es nur das Wohnheimzimmer an der entfernten Hochschule, zu erledigen sind. Jedenfalls wenn da nicht innerhalb kürzester Zeit größtes Chaos herrschen soll.

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