Hm.
Brittania kenne ich nicht, klingt allerdings deiner Beschreibung nach recht interessant.
Wenn du Diplomacy noch nicht kennst, könnte das vielleicht etwas für dich sein.
Relativ einfache Regeln, aber taktisch fordernd, strategisch äußerst komplex.
Grundprinzip:
Jeder der sieben Spieler übernimmt eine europäische Großmacht (England, Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich-Ungarn, Russland, Türkei)
Gespielt wir gegen - aber auch miteinander.
Gegeneinander, weil (optimalerweise) jeder versucht für sich alleine zu gewinnen.
Miteinander - weil es sich mit einem Verbündeten gemeinsam einfacher kämpft als gegen einen gleichstarken Gegner oder eine Übermacht.
Gewürfelt oder Karten gezogen werden dabei nicht. Man gibt seinen Einheiten Befehle, und die werden dann ausgewertet.
Mein absolutes Lieblingsbrettspiel
Mehr Infos bei Bedarf :-)
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05-06-2007 22:00 #1
Britannia-ähnliche Brettspiele
Irgendwie passt die Frage nicht ganz in dieses Forum, aber ich musste gerade überrascht feststellen, dass es kein passendes Unterforum für die guten alten Brettspiele gibt. (Mit "Computer" haben die genausowenig zu tun wie mit diesem Ulk-Unterforum hier.) Was mich eigentlich wundert, denn schliesslich ist Deutschland Weltmeister im Erfinden dieser Spiele. Nun denn, egal. Der Kater mag das Thema gerne verschieben, wenn er eine bessere Idee hat. Äh, meine Frage? *räusper*
Ich weiss nicht wie viele von euch hier Britannia kennen. Das ist ein Brettspiel mit einer für meine Begriffe phantastischen Verknüpfung von Geschichte und Zufall, Strategie, Taktik, Diplomatie und Glück. Ich kenne das Spiel seit ein paar Jahren und bin ein grosser Fan. Kein einzelnes Britannia-Spiel ist wie das andere und eine einzige Entscheidung zu Beginn für einen bestimmten Spielzug kann noch Stunden danach indirekte Auswirkungen haben. Mit einer einzigen tumben Zielsetzung à la "alles erobern" kann man nur verlieren, komplexeres vorausdenkendes Planen ist gefragt, richtige Einschätzung der anderen und deren Pläne usw. usf.
Nun bin ich natürlich immer auf der Suche nach neuen Spielen. Die sind aber 1) oft für meinen Geschmack viel zu sehr auf Glück konzentriert bzw. wenn einer einmal die führende Rolle übernommen hat, ändert sich daran in der Regel auch nichts mehr. 2) Ausserdem spielen die meisten dieser Spiele auf Phantasiewelten, die nichts mit der tatsächlichen Geschichte zu tun haben.
Ähnlich ist "Britannia" in letzerer Hinsicht noch "Civilization", doch auf dieses trifft eindeutig die erstgenannte Kritik zu: Es ist ein Spiel, bei dem sich fast alles ums Würfelglück dreht und eine Glückswelle eines einzelnen lässt sich kaum abändern. Von der Komplexität her kommt es nicht einmal im Ansatz an "Britannia" heran. Auch "Anno 1503" und anderen fehlt es in dieser Hinsicht an Vielseitigkeit.
Daher meine Frage: Nach meinen Ausführungen dürfte klar sein, welche Art Spiel ich suche. Kennt ihr ein weiteres solches, das diesen hohen Ansprüchen gerecht wird?
Dank im voraus, Rudi
Wessen wir am meisten im Leben bedürfen ist jemand, der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind.
(Ralph Waldo Emerson, 1803-1882)
Gehe nicht vor mir - vielleicht folge ich Dir nicht.
Geh nicht hinter mir - vielleicht kann ich Dich nicht führen.
Geh einfach neben mir - und sei mein Freund.
(Albert Camus, 1913-1960)
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05-06-2007 22:37 #2
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endpress
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05-06-2007 22:46 #3
Diplomacy kenne ich, aber auch für dieses Spiel gelten meine bereits genannten Kritikpunkte: Die Spielhandlungen in Diplomacy haben mit der tatsächlichen Geschichte nur noch marginal zu tun, praktisch nur die Karte und die Nationen bleiben erhalten. Ausserdem spielen die diplomatischen Verbündungen dort meiner Ansicht nach eine zu grosse Rolle, was wiederum dazu führt, dass, wenn sich entsprechend starke Fronten gebildet haben, kein wirklich leichter Ausweg mehr möglich ist. Das Spiel "kippt" somit in eine bestimmte Richtung.
Eben das finde ich an Britannia ja so gut: Selbst wenn der halbe Spielplan von einer bestimmten Spielerfarbe bevölkert ist, muss das noch lange nichts über den tatsächlichen Punktestand aussagen, weil jedes Gebiet für jede Nation einen unterschiedlichen Wert hat und diese Werte auch noch im Laufe der Zeit variieren. Ebenso bei Verbündungen: Es ist eigentlich von vorneherein klar, dass diese nicht zu einer kompletten Besetzung des Landes führen werden, schon allein deswegen, weil fast jede Runde neue Nationen hinzukommen. Ausserdem sind solche Verbündungen auch nur sehr beschränkt sinnvoll, weil sie einen im Gegenteil auch stark in den Handlungsmöglichkeiten behindern, was ein gutes Gegengewicht darstellt.Wessen wir am meisten im Leben bedürfen ist jemand, der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind.
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06-06-2007 08:59 #4
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Okay...
Ich glaube die Kritikpunkte an Diplomacy (bis auf die historische Korrektheit) verschwinden, wenn man mit ausreichend guten Spielern spielt.
Ist aber auch egal.
Wenn sich mal eine Gelegenheit habe,
werd ich mir Brittania auch mal ansehen.endpress
signoff
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