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  1. #1
    Unregistriert Gast

    "Folter"-Skandal bei der Bundeswehr

    In den Medien, den Wohnzimmern und Chats der Republik nehmen die Diskussionen um die „Folter-Vorwürfe“ bei der Bundeswehr in Coesfeld kein Ende – auch wir von SAT1 überlegen einen Beitrag zum, dieser Tage wieder aktuellen, Thema zu machen. Vielleicht gibt es unter Ihnen jemanden, der...

    1. ähnliches erlebt oder gehört hat (egal wann und wo),
    2. selbst in Coesfeld seine Grundausbildung absolviert hat,
    3. mehr zum aktuellen Vorfall oder den Beteiligten weiß,
    4. über die Regel-Ausbildungsmethoden der Bundeswehr aufklären möchte,
    5. oder uns diesbezüglich sonst etwas zu erzählen hat?!

    Über Nachricht freuen wir uns sehr, am besten erreichen Sie uns per e-mail unter christian.kemper@metaprod.net

  2. #2
    Avatar von InRage
    InRage ist offline Moderator
    Registriert seit
    17.06.2004
    Beiträge
    5.113
    wer sich bei der heutigen bundeswehr von irgend nem vorgesetzten mies behandeln läßt hat ja wohl wirklich den schuß net gehört.
    jeder vorgesetzte hat nen vorgesetzten... tztz.
    There are two important things for full success in life:

    1. Don´t tell everything you know.


    Frauen Komplimente zu machen, ist wie Topfschlagen im Minenfeld: Zwischen tot und lebendig liegen nur wenige Millimeter!

  3. #3
    Tim
    Tim ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
    Registriert seit
    24.11.2004
    Beiträge
    6
    In der Tat ist die Struktur in der Bundeswehr so gegliedert, dass man sich ohne Probleme und ohne Repressalien fürchten zu müssen über seine Vorgesetzen beschweren kann. Das kann das einfache Konsultieren der Vertrauensperson, die für und von Mannschaftsdienstgraden gewählt wurde, sein oder im extremsten Fall eben die Eingabe beim Wehrbeauftragten. Jeder Rekrut erhält Unterricht über die Wehrbeschwerdeordnung. Das dieser nicht akzeptable Vorfall erst so spät ans Licht kam, zeugt auch von mangelnder Courage und Kameradschaft unter den Rekruten.
    Was momentan an Foltermärchen durch die Medien geht ist pure Stimmungsmache. Die Bundeswehr genießt völlig zu Recht einen immer besser werdenen Ruf in der Bevölkerung. Ich hoffe, es gelingt den Medien und ewig gestrigen 68gern nicht, die gesamte Truppe in ein schlechtes Licht zu stellen. Die Schuldigen müssen schnell und mit voller Härte bestraft werden, damit endlich wieder Ruhe einkehrt.
    Ich bin mir auch nicht wirklich sicher ob ein derartiges Sat1-posting hier an der richtigen Stelle ist.

    Grüße
    Tim

  4. #4
    Unregistriert Gast
    dass die ganze sache von den medien sinnlos aufgeplustert wurde steht zuerst einmal ausser frage..
    dass dann jemand von sat1 hier jemand objektive berichte anderer betroffener sucht passt gut zu den formaten wie akte-blabla

    das riecht förmlich nach .. naja ich sag nix

  5. #5
    Unregistriert Gast
    Naja, also mich überrascht es nicht das es erst so spät ans Licht getreten ist. Natürlich ist die Bundeswehr eine der demokratischsten Armeen der Welt aber es ist eben eine Armee.
    Wer von euch ,so wie ich Wehrdienst gemacht hat, wird vielleicht meine Erlebnisse nachvollziehen.
    Aber wenn ihr als selbstbewuster Abiturient der sich nichts gefahlen läßt zum Bund kommt da gibt es doch gewaltige Umstellungen. Obwohl mir objektiv nichts schlimmes passiert ist, habe ich persönlich mich nirgendwo so machtlos (und deswegen erniedrigt) gefühlt wie während der Grundausbildung.
    Ich erinnere mich, dass es schon damit anfing, das man während des Wartens bei Erhalt der Uniform und der Erledigung der Fomalia teilweise meherer Stunden unter Aufsicht des Vorgestzten im "Still Gestanden" stehen muss. Für mich war es wirklich eine Offenbarung. Überlegt mal ob ihr so etwas davor je gemacht habt.
    Oder das gemeinsame Wecken während der ersten paar Tage. Man wird aus dem Bett gescheucht und muss unter Schreien des Gruppenführers sein Bett aufbauen. "Los, los machen sie schneller Kanonier bzw. Schütze XY. Was soll, das! Ihr Bettbau sieht Scheiße aus! Fangen sie neu an und beeillein sie sich sonst müssen sie statt des Frühstücks Bettbau üben! (Eine Drohung die natürlich niemals in die Tat umgesetzt wird, eben weil die Bundeswehr eine recht demokratische Armee ist). Dennoch, wer würde es sich im Zivilenleben gefahlen lassen, wenn jemand in solchen Ton mit einem spricht? Niemals ist jemand mit mir so umgesprungen.
    Oder dieser dämlicher Formaldienst. Man soll was machen, es klappt nicht man wird angeschrien. Die meisten sind höllisch nervös, es klappt erst recht nicht. Es dauert Stunden bis etwas vernünftiges zustandekommt.

    Niemand von uns wurde geschlagen und niemand ist je mit Zahnbürste zum Kloputzen verurteilt worden und wir sind nach den ersten zwei Wochen auch regelmäßig (mit Ausnahme des UvD/GvD,Biwaks und sonstiger Dienste im Gelände) am Wochenende nach Hause gekommen. Es gab also keine Gründe sich zu beschweren, aber jeder der in einer Armee Dienst tut oder tat, weis das es viele Wege als Vorgesetzter gibt, seine Untergebenen auch ohne den Wortlaut der Worschriften verltezen zu müssen bestrafen zu können.
    Ich habe auf jedenfall viel von meiner früheren idealistischer Sicht auf die Grundrechte verloren.

    Ich glaube nicht das ich oder jemand aus meinen Kameraden Folter mit Stromschlägen irgendwelcher Art, sei es auch in der Übung gedultet hätte. Noch weniger will ich meinen damaligen Vorgesetzten unterstellen, dass sie dazu je fähig wären. Aber es ist nicht so selbstverständlich wie in der freien Welt erscheint. Die Sicht der Dinge ändert sich während der AGA. Vielleicht wurden sie etwas härter ran genommen? Vielleicht akzeptierten sie dadurch noch mehr Dinge? Vielleicht hat ihr Zugführer bei ihnen gleichzeitig ein sehr starkes Gruppenbewustsein erzeugen können? So wundert es mich keinesfalls das die Leute geschwiegen haben.

    P.S.
    Ich möchte anmerken, dass ich den Wehrdienst durchaus auch als Alternative zum Zivildienst sehe, bei dem ich persönlich auch viel gelernt habe(wenn auch nicht alles auf die angenehme Art und Weise). Und der auch seine Stärken hat, nur geht es in meinem Beitrag eben um die Schwächen.

    Grüße, ehmaliger Wehrdienstleistender

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