Geschmack ist i.A. nicht das Kaufkriterium, sondern eher die Verfügbarkeit und der spezifische Preis. Folglich kaufen die Leute tendentiell das, was am billigsten ist.
Und auch das führt nicht zu einem Optimum für andere, weil beispielsweise das Kaufen billiger Ware aus China (im Vergleich zum Kaufen deutscher Produkte) der heimischen Wirtschaft schadet. Damit schaden wir durch das kaufen der billigeren Importprodukte letztlich unseren eigenen Geldbeuteln mehr, als wenn wir (alle) die teureren heimischen Produkte kaufen würden.
Da wir das aber nicht tun, läuft es letztlich immer auf ein Nash-Gleichgewicht hinaus, alle handeln egoistisch optimal (mit dem Kaufen der billigsten Produkte), obwohl ein gesellschaftlich optimales Handeln aller (kaufen heimischer, teurerer Produkte) letztlich für alle viel besser wäre. Aber das ist ja durch die freie Marktwirtschaft auch nicht impliziert.
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24-05-2006 11:55 #1
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Frisches Obst und Gemüse aus der Region
futureins, die Nachhaltigkeitskampagne der Verbraucherzentrale NRW, beschäftigt sich im ersten Halbjahr 2006 mit dem Thema "Frische Lebensmittel aus der Region".
Ausgereifter Geschmack, kurze Transportwege und mehr Transparenz sind nur drei von vielen Gründen für frisches Obst und Gemüse aus der eigenen Region. Denn was dort wächst, wo man wohnt, erreicht die Verbraucher über kurze Wege. Vollreif geerntet bilden Obst und Gemüse mehr Aroma- und gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe - das kann man schmecken.
Im Rahmen unserer Aktionsreihe wurden landesweit 60 Kindertagesstätten belobigt, die frisches Obst und Gemüse vom Feld anbieten. Derzeit werden verschiedene Aktion durchgeführt, um auf das Thema aufmerksam zu machen.
Eine Übersicht der Aktionen in NRW finden Sie auf unserer Webseite: http://www.futureins.de
Über eine Diskussion zum Thema "Lebensmittel aus Region" würden wir uns sehr freuen.
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24-05-2006 12:55 #2
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25-05-2006 13:16 #3
"Absolvent" (80-149 Beiträge)
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- 09.05.2006
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- 107
Find ich prinzipell richtig gedacht, aber eigentlich ist es doch so, daß Leute nicht tendentiell billig kaufen, sondern vielmehr tendentiell so, wie sie es sich leisten können.Geschmack ist i.A. nicht das Kaufkriterium, sondern eher die Verfügbarkeit und der spezifische Preis. Folglich kaufen die Leute tendentiell das, was am billigsten ist.
Und auch das führt nicht zu einem Optimum für andere, weil beispielsweise das Kaufen billiger Ware aus China (im Vergleich zum Kaufen deutscher Produkte) der heimischen Wirtschaft schadet. Damit schaden wir durch das kaufen der billigeren Importprodukte letztlich unseren eigenen Geldbeuteln mehr, als wenn wir (alle) die teureren heimischen Produkte kaufen würden.
Insofern schadet nicht das kaufen von Chinaware der heimischen Wirtschaft, sondern deren eigene Lohnpolitik. Auslöser der Wirtschaftsmisere ist ausschließlich die Wirtschaft selbst, denn die Wirtschaft hat ja die Löhne stagnieren lassen und durch Fehlinvestition in überproduktive Maschinerie (die Mengen, die selbst Kleinstbetriebe heute produzieren, können real gesehen garnicht an den Kunden gebracht werden) Arbeitsplätze und somit potentielle Kunden abgebaut. Aus infantiler Sicht war das richtig, denn im ersten Moment ist mehr Geld in der Kasse. Aber nach dem kurzen Glücksmoment ist ja nun ersichtlich, daß man sich damit selber lahmgelegt hat. Nur, Geld ist für viele so geil, daß sie lieber reich sterben wollen, als glücklich-und so soll nun der den Karren aus dem Dreck ziehen, der garnicht ziehen kann, nämlich der Arbeitnehmer.
Will man also Obst aus der Region fördern, dann muss man zuerst den Wohlstand in der Region fördern. Geschwurbel ala "soo lecker, soo gesund" ist erstens Quatsch, und bei den gegenwärtigen Löhne auch völlig egal.
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26-05-2006 11:48 #4Das stimmt so nicht, bei Lidl oder Aldi beispielsweise stehen auch immer mal gerne bayrische Nobelkarossen. Die überlegung ist zwar an sich nicht schlecht, aber leider falsch. Es gibt Menschen die auf ihre Ernährung achten und möglichst Regional kaufen, mit dem Einkommen hat das aber meist wenig zu tun. Auch Menschen mit durchschnittlichem Einkommen machen das, wenden dann aber eben mehr auf als im Supermarkt.
Zitat von StevenSpielbergo
Das ist ein zusammenhang, den Versteh ich nicht mal im Ansatz.Insofern schadet nicht das kaufen von Chinaware der heimischen Wirtschaft, sondern deren eigene Lohnpolitik.
Dafür irgend einen Beleg, oder nur geschwätz?Auslöser der Wirtschaftsmisere ist ausschließlich die Wirtschaft selbst, denn die Wirtschaft hat ja die Löhne stagnieren lassen und durch Fehlinvestition in überproduktive Maschinerie (die Mengen, die selbst Kleinstbetriebe heute produzieren, können real gesehen garnicht an den Kunden gebracht werden) Arbeitsplätze und somit potentielle Kunden abgebaut.
Aha, deswegen verkaufen sich reginale Sachen die nicht teurer sind als industrielle auch so schlecht, oder wie?Will man also Obst aus der Region fördern, dann muss man zuerst den Wohlstand in der Region fördern. Geschwurbel ala "soo lecker, soo gesund" ist erstens Quatsch, und bei den gegenwärtigen Löhne auch völlig egal.Anglizismen sind Bullshit
Wenn man weiß wer der Böse ist hat der Tag Struktur(Volker Pispers)
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26-05-2006 12:11 #5DasLetzteWort Gast
Seit einiger Zeit arbeite ich für eine Firma deren Hauptbeschäftigungsfeld im Lebensmittelbereich liegt, und vielleicht kann ich etwas an der Diskussion hinzufügen.
Wir beschäftigen uns in einem Feld wo das Klientel überaus in der Lage ist zu zahlen für die Produkte die sie kaufen. Wir kaufen hauptsächlich Deutsche Ware, aber nur dann nicht, wenn die Ware nicht verfügbar ist (saisonalbedingt) oder wenn die Produkte hier nicht angebaut werden. Wir tun dieses erstens aus Qualitätsgesichtspunkt, und zweitens weil es kontrollierbar ist. Das Problem mit den Verbraucher heutzutage ist nicht, dass sie die ware nicht zahlen können, sondern nichts dafür zahlen wollen. In Deutschland und die Niederlande wird verhältnismässig am Wenigstens ausgegeben an Lebensmittel, nur 11% des Einkommens.
Auch wenn die Mitarbeiter unserer Gäste einen 100% hochwertigen Döner für 3 euro (unter o.g. Bedingungen) bei uns kaufen können, werden die sich darüber beschweren, dass es um die Ecke einen Döner gibt für 2,50. Dass die Herkunft des Fleisches kaum kontrollierbar ist, und das Fleisch vielleicht schon 24 Std am Spieß hängt, ist denen egal. Hauptsache gespart. Die Fleischskandale die wir hatten kommen nicht nur als Geldgier einiger Lieferanten, sondern vielmehr aus dem Druck des Marktes, der Druck der "Geiz ist Geil"-Mentalität. Die Mentalität die sagt, lieber aus Nahrung zu sparen, als 1x im Jahr weniger in Urlaub zu fliegen. Vieler unserer Auftraggeber wollen, dass wir billiger werden, da sie der Unterschied zwischen Realkosten, und das was deren Mitarbeiter zahlen sollen, nicht mehr subventionieren wollen. Dieses sorgt für enorme Druck auf uns, uns es gibt viele Konkurrenten die nachgeben.
Für das Argument der Transportwege lässt sich was abgewinnen, aber man soll folgendes nicht vergessen: unser Boden ist nicht in der Lage uns mit allen Nahrungsstoffen zu versehen, die wir brauchen, und das erst recht nicht über das ganze Jahr. Orangen werden schon seit jahrhunderten nach Nordeuropa exportiert, und nicht umsonst. Niemand konnte sie leisten, und daher ist es gut, dass die es die Entwicklungen der letzten 50 Jahre waren wie sie waren. Nicht desto trotz sollte man sich um die Auswüchse kümmern. Wir würden als Gesellschaft viel verlieren, wenn wir die reichhaltige Wahl verlieren würden.
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