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  1. #1
    Avatar von Schwarzwälder
    Schwarzwälder ist offline "Professor" (750-1499 Beiträge)
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    Meinungsbildung durch die Medien

    Findet ihr es auch seltsam, wie einseitig die Medien viele Dinge darstellen?

    Lange Zeit war es "in", multikulturell/links zu schreiben. Über Gefahren dieser Entwicklung hat man kaum etwas gelesen, Statistiken die etwa den Anteil straffälliger Immigranten (an der Gesamtzahl Immigranten) zum Anteil straffälliger Einheimischer (an der Gesamtzahl Einheimischer) in Relation setzten, suchte man vergebens.
    Stattdessen las man in der Zeitung, dass wieder irgendwo ein paar Rechtsradikale einen Ausländer verprügelt haben.

    Dann kam der 11. September, und plötzlich wurde überall auf die Gefahren des Multikultiwahns hingewiesen - das Thema Rechtsradikalismus war fast aus den Medien verschwunden, dafür gab es immer wieder Artikel über die schlechte Integration und die Gewalt in Ausländervierteln.

    Jetzt kommt die WM, und plötzlich reden wieder alle über die Probleme mit den Rechtsextremen.

    Ich frage mich: Wann lesen wir endlich einmal obkjektiv über die Probleme, und nicht nur eine einseitige Berichterstattung, die die jeweils anderen Probleme nicht verschweigt?

    Wie ist z.B. der Anteil Rechtsextemer/ Gesamtanzahl Einheimischer und wie ist der Anteil Islamististen / Gesamtanzahl Immigranten? Ist der Anteil an Kriminellen bei Immigranten höher als bei Einheimischen, falls ja, wieviel? Gibt es mehr Ausländerfeindliche Delikte von Deutschen, oder mehr Delikte von nichtintegrierten Immigranten and Deutschen? Wie sieht es aus, wenn man diese Zahlen zur Gesamtanzahl dieser Bevölkerungsgruppen in Verhältnis setzt?

    Warum lesen wir über solche Dinge nicht einmal "vergleichender" und "objektiver"? So kann man ja kaum abschätzen, wo die Probleme eigentlich liegen, wo sie nicht sind, was man vieleicht überbewertet oder unterschätzt.

  2. #2
    n/a Gast
    Zitat Zitat von Schwarzwälder
    Findet ihr es auch seltsam, wie einseitig die Medien viele Dinge darstellen?

    Lange Zeit war es "in", multikulturell/links zu schreiben. Über Gefahren dieser Entwicklung hat man kaum etwas gelesen, Statistiken die etwa den Anteil straffälliger Immigranten (an der Gesamtzahl Immigranten) zum Anteil straffälliger Einheimischer (an der Gesamtzahl Einheimischer) in Relation setzten, suchte man vergebens.
    Stattdessen las man in der Zeitung, dass wieder irgendwo ein paar Rechtsradikale einen Ausländer verprügelt haben.

    Dann kam der 11. September, und plötzlich wurde überall auf die Gefahren des Multikultiwahns hingewiesen - das Thema Rechtsradikalismus war fast aus den Medien verschwunden, dafür gab es immer wieder Artikel über die schlechte Integration und die Gewalt in Ausländervierteln.

    Jetzt kommt die WM, und plötzlich reden wieder alle über die Probleme mit den Rechtsextremen.

    Ich frage mich: Wann lesen wir endlich einmal obkjektiv über die Probleme, und nicht nur eine einseitige Berichterstattung, die die jeweils anderen Probleme nicht verschweigt?

    Wie ist z.B. der Anteil Rechtsextemer/ Gesamtanzahl Einheimischer und wie ist der Anteil Islamististen / Gesamtanzahl Immigranten? Ist der Anteil an Kriminellen bei Immigranten höher als bei Einheimischen, falls ja, wieviel? Gibt es mehr Ausländerfeindliche Delikte von Deutschen, oder mehr Delikte von nichtintegrierten Immigranten and Deutschen? Wie sieht es aus, wenn man diese Zahlen zur Gesamtanzahl dieser Bevölkerungsgruppen in Verhältnis setzt?

    Warum lesen wir über solche Dinge nicht einmal "vergleichender" und "objektiver"? So kann man ja kaum abschätzen, wo die Probleme eigentlich liegen, wo sie nicht sind, was man vieleicht überbewertet oder unterschätzt.
    erstens: Hat der Threadtitel irgendwas mit deinen Ausführungen zu tun?
    Meines Erachtens sind nämlich die Medien lediglich meinungsaffirmativ denn meinungsbildend; sie bekräftigen also lediglich das, was Leute eh schon denken (unter anderem, weil sowieso genau darüber berichtet wird)

    "objektiv" berichtet werden kann also nicht, weil es auf alles diverse Perspektiven gibt, und allein die Auswahl an Material manipulativ und selektiv ist. Ob man einen Kommentar weglässt und nur Bilder zeigt, ob man "Hintergrundinfos" bringen zu müssen glaubt oder bestimmte Dinge (einfach aufgrund von Zeit- und Platzeinschränkungen) verschwiegen werden...alles bringt ein falsches Bild von den "echten" Tatsachen. Die einzige Möglichkeit, einen verlässlichen Eindruck zu bekommen, ist selbst dabei zu sein. Das geht aber nicht...also muss man sich auf die Medien verlassen.
    Aber wie gesagt: Eine gewisse Skepsis ist immer vonnöten, da alles einseitig, schwarz-weiß (mit ein paar Grauschattierungen..) oder zu eigenen Gunsten ausgelegt werden kann.

    Deshalb wären Statistiken über Verbrecher/ Bevölkerung auch nur sehr vorsichtig zu genießen, da hier soziale Faktoren nicht eingerechnet werden können (kommen z.B. mehr Verbrecher aus "Ghettos" und sind die Quoten bei äusländisch-stämmigen Einheimischen und Einheimischen gleich?). Wie willst du den Integrationsgrad messen? Und woher willst du wissen, ob die Kriminalität ausländisch-stämmiger Einmheimischer nicht ein Ergebnis von womöglicher Fremdenfeindlichkeit der Deutschen ist? Statistiken würden es sich viel zu einfach machen. (und gerade das wäre gefährlich, da dann alle rechten Parteien, auf Basis unausgereifter Statistiken, lauthals rumschreien würden, was "Ausländer" angeblich alles falsch machen etc....bestimmt 90% aller "Umfragen" und Statistiken in den Medien entsprechen NICHT den wissenschaftlichen Ansprüchen der empirischen Sozialforschung! (bezüglich Stichprobenziehung, Berücksichtigung von Effekten etc)
    Auch solche Sendungen wie "Monitor", SpiegelTV oder irgendwelche Verbrauchermagazine sind einseitig und machen eine Seite schlecht, wohingegen die andere Seite das arme Opfer ist...

    und noch was:
    Die Medien sind genauso in einen Wettbwerb um Geld und Kunden eingebunden wie der Einzelhandel. Also, Paradebeispiel BILD, wird das gebracht, was Quote bringt. Die BILD-Redakteure sind keine dummen Lügner, die keine Ahnung haben, sondern haben einfach kapiert, was man bringen muss, um hohe Auflagenzahlen zu erreichen!

    Außerdem: Wenn du im Internet nur gut genug rumsuchst, findest du die Betrachtungen von allen nur erdenklichen Ereignissen und Zusamenhängen aus allen erdenklichen Perspektiven. Musst du schon selbst zusammensetzen!
    Swn
    Geändert von Scheinweltname (25-05-2006 um 12:53 Uhr)

  3. #3
    StevenSpielbergo ist offline "Absolvent" (80-149 Beiträge)
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    107
    Ich frage mich: Wann lesen wir endlich einmal obkjektiv über die Probleme, und nicht nur eine einseitige Berichterstattung, die die jeweils anderen Probleme nicht verschweigt?
    Das werden wir nie lesen, schlicht deshalb, weil der Beruf des Journalisten im Grunde nicht mehr ausgeübt wird. Was es noch gibt sind Reporter und bei der Bild ausschließlich Autoren.

    Wie ist z.B. der Anteil Rechtsextemer/ Gesamtanzahl Einheimischer und wie ist der Anteil Islamististen / Gesamtanzahl Immigranten?
    Eine solche Gegenüberstellung wäre sinnfrei. Immigrationszahlen sind seit Jahren rückläufig und Probleme mit Migranten bestehen kaum noch. Ein Problem mag mit Kindern von Migranten bestehen, nur sind die eben hier geboren, konnten garnicht immigrieren (von wo wohin denn auch?) und sind somit weder Ausländer noch Immigranten.

    st der Anteil an Kriminellen bei Immigranten höher als bei Einheimischen, falls ja, wieviel?
    Wenn er es wäre, wo wäre dann das Problem? Die Gruppe der Immigranten ist wie gesagt rückläufig, somit sehr klein. Anders gesagt: Wenn von 100 Deutschen 9 kriminell sind, dann ist das prozentual weniger, als wenn von 20 "Immigranten" 9 kriminell sind. Warum man Angst vorm "Immigranten" hat, ist doch merkwürdig. Rechnet man es dann auf die Gesamtzahl hoch, dann hat man trotz geringerer Prozentzahl real gesehen mehr deutsche Straftäter. Anstatt sich nun vor den Horden von deutschen Straftätern zu fürchten, hat man Angst vor Migranten und das obwohl man denen zahlenmäßig weit überlegen ist. Das ist eben das Problem, wenn man Statistiken bemüht.

    Warum lesen wir über solche Dinge nicht einmal "vergleichender" und "objektiver"? So kann man ja kaum abschätzen, wo die Probleme eigentlich liegen, wo sie nicht sind, was man vieleicht überbewertet oder unterschätzt.
    Da du ja weißt, daß dich das konsumieren von Medienprodukten im Regelfall schlecht bis falsch/verzerrt informiert, warum liest du sie dann eigentlich? Klar, einem wurde eingetrichtert, man müsse sich informieren. Nur stammt das noch aus einer Zeit, wo Medien zur Information gedient haben, heute dienen sie aber ausschließlich dem Verkauf von Lobbymeinungen und Anzeigenplätzen.

    Bestell einfach deine Zeitungsabos alle ab, und geh vom gesparten Geld in Restaurants, kulturelle Stätten vor Ort. Lerne Menschen kennen. Nur so bekommt man ein Gefühl für die tatsächlichen Probleme und Gefahrenlage dort, wo man ist.

  4. #4
    Avatar von Düsentrieb_610
    Düsentrieb_610 ist offline Moderator
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    Zitat Zitat von Schwarzwälder
    Wie ist z.B. der Anteil Rechtsextemer/ Gesamtanzahl Einheimischer und wie ist der Anteil Islamististen / Gesamtanzahl Immigranten? Ist der Anteil an Kriminellen bei Immigranten höher als bei Einheimischen, falls ja, wieviel? Gibt es mehr Ausländerfeindliche Delikte von Deutschen, oder mehr Delikte von nichtintegrierten Immigranten and Deutschen? Wie sieht es aus, wenn man diese Zahlen zur Gesamtanzahl dieser Bevölkerungsgruppen in Verhältnis setzt?
    Och, diese Daten gibt es schon, wie ich bereits in [1] feststellte: Die dort referenzierte Quelle (das niedersächsische Institut für Kriminalistik, das dem Bundesamt für Miration und Flüchtlinge berichtet) liefert die von Dir gewünschten Daten und weist auf die entstehenden Gefahrenpotenziale z.B. gewisser Religionen hin.
    Jedermann kann sich (siehe auch den Link am Ende von [1] ) die entsprechenden Daten anschauen, wenn er will und seine jeweiligen Schlüsse aus diesen Daten ziehen.
    Es ist nur eben so, dass die Situation (wie so oft) nicht so einfach ist, dass sie sich in einen 90-Sekunden-Beitrag in den Tagesthemen verpacken lässt - leider ist aber die Aufmerksamkeitsspanne der Bevölkerung auf die Länge eines Videoclips geschrumpft, so dass sich die meisten Sachverhalte kaum noch sinnvoll vermitteln lassen (wäre es anders, hätten wir jetzt keinen Atomausstieg). Du selbst reagierst auf das Papier der niedersächsischen Kriminologen just auf diese Art und Weise, wenn Du schreibst [2]:
    Zitat Zitat von sw
    Kannst Du den Inhalt dieser Expertisen in wenigen Worten zusammenfassen? Das ist mir zuviel Text!
    Tja, wenn man umfassend informiert sein will, dann geht das halt nicht mit nur drei Sätzen.
    Oder wie ein ehrwürdiger Kollege einst sagte:
    Zitat Zitat von Albert Einstein
    Man sollte alles so einfach wie möglich machen.
    Aber nicht einfacher.
    [1] http://www.unicum.de/community/foren...88&postcount=4
    [2] http://www.unicum.de/community/foren...96&postcount=5
    "Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung."
    (Jean-Jacques Rousseau)

    "Science flies you to the moon.
    Religion flies you into buildings."

    (Victor Stenger)

    Am Ende wird alles gut.
    Und falls nicht, ist es nicht das Ende.

  5. #5
    Avatar von Lordi
    Lordi ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von Scheinweltname
    Meines Erachtens sind nämlich die Medien lediglich meinungsaffirmativ denn meinungsbildend; sie bekräftigen also lediglich das, was Leute eh schon denken (unter anderem, weil sowieso genau darüber berichtet wird)
    Hier muss ich widersprechen. Wie Du selbst einschränkst, "denken die Leute" über das nach, was berichtet wird - und folglich auch, wie es berichtet wird. Die Medien haben eine unglaubliche Macht darin, Meinungen zu bilden. Den größten Teil unserer Informationen, gerade zu gesellschaftlichen Themen, bekommen wir ja über die üblichen Massenmedien - und wir verlassen uns darauf. Glücklicherweise ist allerdings die mediale Landschaft heterogen (und gar teilweise auch objektiv) genug, dass man sich auch einigermaßen auf sie verlassen kann, jedenfalls dann, wenn man sich in einem breiteren Rahmen informiert. Trotzdem ist auch dann die Gefahr gegeben, dass die Realität weniger abgebildet als konstruiert wird.

    Ein Beispiel ist vielleicht die wirtschaftliche Lage Deutschlands, die ja mehr oder minder Dauerthema ist. Die Art und Weise über die Probleme in Deutschland zu berichten - optimistisch oder pessimistisch - beeinflusst auch nicht unsignifikant, wie die Probleme tatsächlich aussehen: Wenn die einflussreichere Presse der Meinung ist, das nichts mehr geht, wird sich das auch auf die Haltung der Unternehmer auswirken. Ebenso andersherum. Es wird ja gemunkelt, dass die leicht verbesserte wirtschaftliche Lage sehr viel damit zu tun hat, dass man sehr positiv an die neue Regierung herangegangen ist.

    Ob man auf das, was ich geschrieben habe, allerdings nun so sehr bauen sollte? Immerhin hab ich vieles davon aus den Medien.
    "Nicht wer am ältesten wird, hat am längsten gelebt, sondern wer am stärksten erlebt hat. Mancher wird mit hundert Jahren begraben, der bei seiner Geburt gestorben war."

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