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  1. #1
    Avatar von Schwarzwälder
    Schwarzwälder ist offline "Professor" (750-1499 Beiträge)
    Registriert seit
    16.01.2006
    Beiträge
    898

    Doom, Counterstrike und co. Einfluss auf die Gesellschaft?

    Wie meint ihr, wirken sich Spiele wie Counterstrike u.Ä. auf unsere Gesellschaft aus. Liefern sie Amokläufern die Lust am Töten/Verletzen und an der Gewalt? Steigern sie Aggressionen von Jugendlichen oder fangen sie deren (bereits vorhandene) Aggression nur auf?

  2. #2
    Avatar von Karendric
    Karendric ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
    Registriert seit
    07.07.2005
    Beiträge
    1.562
    Diese Diskussion ist alt und die Frage längst beantwortet. In den 50ern des letzten Jahrhunderts frug man, ob Comic-Hefte Jugendliche verrohen, zur Jahrhundertwende mahnten manche, dass die Lektüre von Detektivromanen (sic!) Jugendliche zu Verbrechern mache [1].

    Aber so einfach funktionieren Menschen (selbst Jugendliche) nun einmal nicht. Es muss schon eine Menge zusammen kommen, damit ein Mensch gewalttätig wird. Zum Beispiel ein Elternhaus, in dem geprügelt wird, eine verpatzte Erziehung, eine Leben ohne Perspektive (Schulabbrecher, keine Ausbildungsstelle), Frust und eine gewisse Veranlagung zur Gewalt.

    Nur allein der Konsum von Spielen oder Filmen hat noch keinen Menschen zur Bestie gemacht. Einem gesunden und gefestigten Jugendlichen dient so etwas nur als Triebabfuhr - genau wie Sport, Sex oder Autofahren.

    Gruß,
    Karendric

    [1] Wer's nicht glaubt: Ich habe noch einen diesbezüglichen Leitartikel aus der Zeit in Kopie.

  3. #3
    Avatar von Neroli
    Neroli ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    02.05.2004
    Beiträge
    4.476
    Zitat Zitat von Karendric
    Diese Diskussion ist alt und die Frage längst beantwortet.
    Das ist in dieser Form und Absolutheit definitiv falsch.

    Ciao,
    Neroli

    Life’s about film stars and less about mothers
    It’s all about fast cars cussing each other
    But it doesn’t matter cause I’m packing plastic
    and that’s what makes my life so fucking fantastic


    Lily Allen - The Fear

  4. #4
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    25.07.2003
    Beiträge
    5.278
    Eine Diskussion darüber hatten wir hier im Politik- Forum schon in dem Faden "Killerspiele". Damals sind die Argumente & Worthülsen hart aufeinander geprallt, ohne dass sich ein Konsens fand.

    Der springende Punkt blieb letztendlich ungeklärt, ob der übermäßige Konsum gewaltverherrlichender Darstellungen bzw. das virtuelle Durchführen von Gewalthandlungen bei einem ohnehin zur Gewalttätigkeit neigenden, charakterlich ungefestigten oder labilen Menschen in der Realität dann zu einem Zuwachs der Gewaltbereitschaft oder gar der Brutalität führt.
    Hinterher ist man immer schlauer, kann aber niemals sagen, ob ein Gewalttäter, der zuvor solcherlei "gespielt" oder angeschaut hat, ohne diese Berieselung vielleicht weniger brutal oder gar überhaupt nicht gewalttätig geworden wäre.

    An Pfingsten habe ich ein Buch (teilweise) gelesen, in dem ein forensischer Psychologe den Aufbau der profiler- Abteilung in Österreich geschildert hat, und was ihn die stundenlangen Gespräche mit verurteilten Gewalttätern gelehrt haben.
    Es gibt einen Zusammenhang bei diesen Menschen zwischen ihren Bedürfnissen und ihren Taten. Manche Menschen befriedigen z.B. ihre sexuellen Bedürfnisse ersatzweise durch Gewalt. Dabei kommen dann Phantsien ins Spiel. Diese werden bei der Beschäftigung mit den Bedürfnissen, man kann auch Triebe sagen, eingebaut und neigen dazu sich zu verselbstständigen.

    Meine These zu Gewaltdarstellungen und virtueller Gewalt ist nun folgende:
    Jeder Mensch hat Bedürfnisse, die er mehr oder weniger einfach befriedigen kann. Zum Trieb können diejenigen unter den starken Bedürfnissen werden, die schwierig bis garnicht erfüllbar sind. Der solcherart Enttäuschte und Frustrierte ist geradezu gezwungen, in die Phantasie auszuweichen und dort auszuleben, was ihm die Realität zu erleben versagt, in einigen Fällen versagen muss. Dabei kann es zu Vermischungen kommen. Dinge, die täglich erlebt werden, halten Einzug in die Phantasiewelten. Eine zuvor harmlose Phantasie kann so gewalttätige Züge annehmen. Solange noch genug reale Erlebnisse für eine Triebabfuhr sorgen ist eine solche Person harmlos, aber bereits eine tickende Zeitbombe.
    Manche Menschen rasten dann aus, wenn sie in eine bestimmte Situation geraten, die ihren Phantasien ähnelt. Dann können bisher vorhandene Hemmschwellen überwunden werden.
    Bei Anderen wiederum staut sich ein Trieb über einen längeren Zeitraum auf. Dann findet der Triebhafte entweder Befriedigung in dem Bereich, auf den sich sein Bedürfnis bezieht, oder aber er weicht auf einen anderen Bereich aus wo das Gefühl der Befriedigung ebenfalls vorhanden ist. Das kann dann auch Gewalt sein.

    Was aber kann man dagegen tun?
    Den entsprechenden Verboten und Indizierungen wurde die Wirksamkeit abgesprochen, zumal sich diese ohnehin nur auf Deutschland erstreckt und durch den Bezug über das Internet oder ähnliche Maßnahmen spielend leicht umgehen läßt.
    Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
    (Silvia Arroyo Camejo)

  5. #5
    StevenSpielbergo ist offline "Absolvent" (80-149 Beiträge)
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    Beiträge
    107
    Wer's nicht glaubt: Ich habe noch einen diesbezüglichen Leitartikel aus der Zeit in Kopie.
    Den kannste löschen, der taugt offenbar nix...

    Diese Diskussion ist alt und die Frage längst beantwortet. In den 50ern des letzten Jahrhunderts frug man, ob Comic-Hefte Jugendliche verrohen, zur Jahrhundertwende mahnten manche, dass die Lektüre von Detektivromanen (sic!) Jugendliche zu Verbrechern mache [1].
    Das ist nur leider eine ganz andere Diskussion. Da geht es um den Konsum von passiven Medien. In Computerspielen sind aber sehr viele aktive Elemente. Die Bundeswehr bspw. macht auch ne Menge Theorie, braucht aber dennoch realitätsnahe Spielereien auf dem Übungsplatz, um die Theorie zu festigen und anwendbar zu machen. Auf dem Übungsplatz gehts aber weniger um praktisches Erleben, als um visuelles Erleben. Visualisiertes ist prägender als alles andere...

    Nur allein der Konsum von Spielen oder Filmen hat noch keinen Menschen zur Bestie gemacht.
    Den Konsum von Spielen kann man ausklammern, Filme würde ich nicht unterschätzen. Wenn schon 15 Sekunden albernste Werbung ausreichen, daß Menschen sich auf einmal genötigt fühlen, ein Produkt (das sie wahrscheinlich nicht wirklich brauchen) zu kaufen...dann wirkt man albern, wenn man meint, ein 2 Stunden Film habe ja im Leben keine Wirkungskraft.

    Und mittlerweile sind ja sämtliche Programme mit Gewaltformen durchsetzt, selbst psychische Gewalt in Shows wird nicht mehr als anrüchig empfunden. Stefan Raabs Show bspw., da gehts eigentlich nur um medial aufbereitetes Mobbing, im Kleinen wie im Großen.

    Einem gesunden und gefestigten Jugendlichen dient so etwas nur als Triebabfuhr - genau wie Sport, Sex oder Autofahren.
    Das ist auch falsch. Erstens macht es die Jugend aus, das in ihr gerade alles weder gesund, noch gefestigt ist (das kommt erst am Ende dieser Lebensperiode, wenn äußere Einflüsse nicht störend einwirken), zweitens haben Menschen keine Triebe im eigentlichen Sinne (selbst der vermeintlich stärkste Trieb, die Nahrungsmittelaufnahme, kann willentlich völlig unterbunden werden) und Sport, Sex und Autofahren sind aktive Tätigkeiten.

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